Jürgen Baier – 1985/86 Spieler bei Hannover 96

Veröffentlicht: 29. Oktober 2012 in 6 FRAGEN an .... / KURZINTERVIEWS mit ...
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Jürgen Baier war 1985/86 Profi bei unseren „Roten“ und war bei 31 Einsätzen einer der Pfeiler des damaligen Teams in der 1. Bundesliga.

Herr Baier, vielen Dank, das Sie sich für das Interview Zeit genommen haben. Zur ersten Frage.

1. Herr Baier , wie geht es Ihnen und was verbindet Sie heute noch mit Fussball?

Danke, mir geht es sehr gut. Mich verbindet heute noch eine Menge mit Fußball. Zum einen bin ich Trainer der Landesligamannschaft SV Erlenbach a. Main, zum anderen betreibe ich eine Fußballschule in Aschaffenburg.

Vor meiner Trainertätigkeit beim SV Erlenbach war ich 6 Jahre bei den Offenbachern Kickers als Trainer. Zuerst 4 Jahre in der Jugendabteilung der A-Junioren (Bundesliga), wo ich Spieler wie Benjamin Baier, Sebastian Rode und Tufan Tusenoglu raus brachte. Danach war ich noch zwei Jahre in der U-23 als Trainer aktiv. Auch war ich  zu dieser Zeit DFB-Stützpunkttrainer (1999-2005, darunter Spieler wie Daniel Baier, Heiko Westermann, Marcel Schäfer, Ivo Ilicevic, Heidinger, Matthias Schwarz, Björn Ziegenbein, Stefan Schröck…)

Wenn es die Zeit erlaubt, schaue ich gerne meinen Söhnen Daniel (FC Augsburg) und Benjamin (SV Darmstadt 98) zu. Also wie sie sehen, mich verbindet noch eine ganze Menge mit Fußball.

2. 1985/1986 haben Sie für unsere Roten in der 1. Bundesliga gespielt. Warum nur ein Jahr?

Ich wäre sehr gerne weiterhin in Hannover geblieben, aber es sollten einige Spieler verkauft werden, unter anderem weil der Verein Geld gebraucht hat. Eigentlich war ich nicht unter denjenigen Spielern die verkauft werden sollten, jedoch ist der Trainier im Trainingslager in der Schweiz an mich heran getreten. Nachdem ich dann im Vorbereitungsspiel nicht von Anfang an spielen durfte, habe ich mir meine Gedanken gemacht. Da Horst Heese, der mich bereits bei der Fortuna trainiert hatte zu diesem Zeitpunkt in Aschaffenburg Trainer war, bin ich dann dorthin gewechselt. Vielleicht war es im Nachhinein eine zu schnelle Entscheidung, trotz allem bin ich meinen Weg immer gegangen.

3. Welche Eindrücke sind Ihnen aus dieser Zeit geblieben und verfolgen Sie noch heute das Geschehen der 96-er?

Ich habe viele Eindrücke in diesem Jahr gewonnen. Zum einen die Stadt, die etwas ganz Besonderes ist, aber auch die Fans und Leute in Hannover, die immer hinter uns gestanden und uns auch bei einer Niederlage gefeiert haben. Was mir immer in Erinnerung bleibt, ist Werner Biskup. Er war ein toller Trainer und sicherlich musste der Verein damals so handeln und sich gegen ihn entscheiden. Jedoch hab ich eine Mannschaft selten so traurig gesehen, denn für uns Spieler musste damals eine ganz wichtige Person –  unser Trainer gehen. Danach schien alles innerhalb der Mannschaft zu zerbrechen. Werner Biskup ist ein toller Mensch und war für uns alle ein ganz besonderer Trainer.

4. Sie hatten viel prominente Trainer, unter anderm Jürgen Sparwasser, Jörg Berger, Werner Biskup, Horst Heese, Dieter Renner, Uwe Klimaschewski. Unter welchem Trainer haben Sie besonders gerne gespielt und warum?

Alle Trainer waren auf ihre Art schon was Besonderes. Werner Biskup, weil er mich in die Bundesliga geholt hat.  Von Horst Heese und Dieter Renner wurde ich zweimal in verschiedenen Vereinen trainiert, zudem waren die beiden  menschlich und fachlich sehr gut.

5. Sie waren mit Fortuna Köln im legendären DFB Pokalfinale gegen den 1. FC Köln dabei. Welche Momente sind unvergesslich geblieben. Vielleicht die vielen Zweikämpfe mit Pierre Littbarski?

Es waren unvergessliche Momente, zuerst dass wir im Halbfinale gegen Borussia Dortmund 5:0 im Südstadion gewonnen haben und somit das Pokalfinale gegen den großen FC bestreiten durften. Es war für alle ein besonderes Erlebnis. Die ganze Stadt hat gebebt.

Eine Woche bevor das für uns alle so erwartete Spiel stattfand, konnte ich nicht mehr laufen. Ich hatte Schmerzen im Knie und ich dachte der Traum im Finale mitwirken zu können platzte. Donnerstags vorm Spiel musste ich bereits dem Trainer fürs Spiel absagen und war kurz zuvor heim nach Nürnberg zu fahren.

Doch das wollte ich mir nicht entgehen lassen und so stand ich freitags auf dem Platz zum trainieren. Ich wollte dabei sein, egal wie.

Ein Tag später, am Samstag war es dann soweit, das Spiel fand statt. In der ersten Halbzeit hätten wir bereits das Spiel für uns entscheiden müssen. Viele Chancen blieben aus und somit stand es zur Halbzeit 0:0.

Die zweite Halbzeit folgte. Keiner hatte so wirklich große Chancen. Dann folgte die 65. Minute, Pierre Littbarski stand richtig, ich war bereits schon wieder in der Vorwärtsbewegung und so viel unglücklich das 1:0 für den großen FC. Mit diesem Ergebnis endete auch das Spiel.

60.000 Fans jubelten uns zu und feierten uns kleine Fortuna, denn jeder war stolz auf unsere Leistung.

Trotz der Niederlage war es für jeden einzelnen Spieler ein besonderes Ereignis. Das Feiern mit unzähligen Fans, die Stimmung, all das wird uns allen in ewiger Erinnerung bleiben.

6. Ihr Söhne sind auch Fussballprofis geworden. Daniel spielt beim FC Augsburg, Benjamin bei Darmstadt 98. Sind Sie noch im Stadion anzutreffen?

Wenn ich mit meiner Mannschaft SV Erlenbach kein Spiel habe und es die Zeit zulässt bin ich ab und an sowohl in Augsburg als auch in Darmstadt bei meinen Söhnen im Stadion. Ansonsten versuche ich die Spiele im Fernseher zu verfolgen.

Hierbei ist zu erwähnen, dass ich es sehr schön finde, dass wir als ehemalige Spieler jährlich eine Einladung ins Stadion von Hannover 96 bekommen, die ich, wenn es zeitlich möglich ist, wahrnehme.

Ich bedanke mich nochmal und wünsche Ihnen alles Gute für die Zukunft.

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