Archiv für April, 2014

Auf dem steinernen Brückengeländer steht ein junger Mann mit einem Blechkanister. Mit wichtiger Miene gießt er bräunlich-schmutziges Wasser in den Fluß, und vierhundert Hannoveraner jeglichen Alters klatschen Beifall. Der Fluß heißt „die Leine“, der junge Mann Reinhard Schamuhn, und das Wasser, das er in die Leine schüttet ist Seinewasser aus Paris. (Französische Behörden haben es in einem Begleitschreiben bestätigt.)

Während Reinhard Schamuhn diese Kulthandlung vollzieht hofft er, daß zur gleichen Stunde ein Lufthansasteward Leinewasser in die Seine schüttet. So war es abgemacht. Die Lufthansa hatte das Wasser kostenlos herübergeflogen, kostenlos hatte sie auch einen Kanister Leinewasser mitgenommen. „Irgendwo im Atlantik“, sagt Reinhard Schamuhn, „werden sich Leine- und Seinewasser vereinigen.“

Diese Szenen in Hannover und in Paris waren der Auftakt zum ersten Flohmarkt, wenige Schritte von der Leine entfernt. Wochenlang hatte der junge Mann Keller und Böden von Freunden durchstöbert, um den als stur verschrien Hannoveranern einen Hauch von Paris zu schenken. Und die nüchternen Hannoveraner ließen sich wie selbstverständlich von liebenswertem Schund anlocken.

(Quelle: Die Zeit, Ausgabe 15, 14. April 1967)

Der Flohmarkt in Hannover an der Leine war geboren, der erste in Deutschland.

 

Eine Notbremse der Bundesbahn wurde verkauft und eine Sitzbank der Straßenbahn, selbst ein alter Toilettendeckel fand seinen Abnehmer. Wagenräder gab es, japanische Sonnenschirme, kolorierte Stiche und vergammelte Reproduktionen. Die Flohmarktbesucher durften sogar die Preise selbst bestimmen. Der Erlös – einige hundert Mark – soll wohltätigen Zwecken dienen.

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Die Caipirinha, im deutschen einfach Caipi abgekürzt, gehört zu Brasilien wie der Fußball. Der Name Caipirinha leitet sich vom portugiesischen Wort caipira ab, was soviel wie Landbewohner oder Hinterwäldler bedeutet. Caipirinha ist die Verkleinerungsform (Diminutiv) von Caipira und bedeutet somit Kleine vom Lande oder Getränk des Caipiras.

Seit einigen Jahren hat sich die Caipi in der deutschen Barszene etabliert. Leider ist sie jedoch meistens von mäßiger Qualität. Das liegt zum einem daran, das das Qualitätsdenken bei diesem Mischgetränk in Deutschland relativ gering ist. Warum nimmt man denn bitteschön braunen, groben Rohrzucker? Er löst sich doch kaum auf und trägt dementsprechend kaum als Geschmacksträger auf. Warum Pitu Cachaca statt wirklich besseren Cachaca?

In Deutschland wird die Limette zumeist geachtelt, in Brasilien schneidet man gerne in Scheiben. In beiden Fällen werden jeweils die Enden der Limette (Bitterstoffe!) entfernt. Statt Crushed Ice kann man natürlich auch Eiswürfel nehmen. Diese verwässern nicht so schnell, gerade wenn es warm ist. Beim Zucker sollte man nicht auf den normalen, grobköringen Rohrzucker zurückgreifen. Er eignet sich eigentlich kaum für eine gute Caipi. Optimal ist hier brasilianischer, feiner, weißer Rohrzucker…ein genuß! Auch Puderzucker ist geeignet und auch in Brasilien verbreitet.

Ob man die Caipi im Trinkglas direkt zubereitet oder im Shaker…hmm…es gibt solche und solche Varianten, selbst im Mutterland des Zuckerrohrschnaps-Cocktails.

Die Limetten, sofern sie nicht unbehandelt sind, gründlich waschen! Dann wird die Limette etwas massiert, damit mehr Saft herauskommt. Alternativ kann man sie auch mit etwas Druck auf der Arbeitsfläche rollen.

Caipirinha

  • 5-6cl Cachaca
  • 1 Limette
  • 2-3 TL brasilianischer Rohrzucker

Bei der Zubereitung im Trinkglas zuerst die Limette achteln und stößeln. Dann den Zucker dazugeben und mit einem Barlöffel verrühren. Anschließend das Eis dazugeben und zuletzt den Cachaca rübergießen. Als Cachaca empfehle ich den Velho Barreiro Cachaca Gold (3 Jahre).

In Anlehnung an den klassischen Caipirinha werden viele weitere Cocktails in einer unzähligen Variantenvielfalt gemixt und angeboten. Diese unterscheiden sich meist dadurch voneinander, dass der Cachaça durch eine andere Spirituose ersetzt wird. In Brasilien werden solche Mixgetränke meist ebenfalls Caipirinha genannt. Einige Alternativen:

Caipirovka: Mit Wodka statt mit Cachaca

Caipirissima: Mit Rum

Caipirol: mit Aperol

Caipisake: mit japanischen Reiswein

alkoholfrei: Statt mit einer Spirituose mit kaltem Ginger Ale auffüllen, auch eine leckere Erfrischung.

 

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So ziemlich jeder kennt und schätzt Malibu. Malibu ist ein Kokoslikör mit Rum versetzt und weist auf eine 119 jährige Geschichte zurück. Erstmals auf Barbados produziert. Der Alkoholgehalt liegt bei 21%

Koko Kanu hingegen gehört der jüngeren Generation an. Hier handelt es sich nicht um einen wirklichen Fruchtlikör sondern um einen echten, jamaikanischen Rum aus dem Hause Appleton (J. Wray  & Nephew). Der Rum ist mit Kokosessenzen angereichert und ist mit 37,5% erheblich kräftiger und geschmacklich eindeutig fülliger als der Malibu.

Eine eindeutige Kaufempfehlung! Der Preis liegt bei ca. 16,-€

 

weitere, hervorragende und hochwertige Alternativen zu diesem Thema:

Takamaka Bay Kokos Rum: Seycellen / 25%
Belmont Estate Golden Coconut : St. Kitts / 40%   (als Estate White mit 30%)

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