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„Here’s to you“

Veröffentlicht: 28. August 2013 in CHEERS! Die Welt der BARS, BARTENDER & DRINKS
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„Die Amerikaner sind ein lustiger Haufen. Sie trinken Whiskey um sich zu wärmen, dann tun sie Eis hinein um ihn zu kühlen. Sie tun Zucker rein um ihn zu süßen und dann Zitrone, um ihn sauer zu machen. Dann sagen sie „Here’s to you“ und trinken ihn selbst.“

Indischer Botschafter (1966)

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Nanu, was geht denn dieses Jahr ab?

Das Artesian at the Langham Hotel, London, gewinnt…okay. Allerdings sind unter den besten 5 Bars 4 aus London. Die ersten 6 Plätze teilen sich London und New York, unter den ersten 10 Bars sind gar 6 aus Englands Haupstadt! Das Le Lion aus Hamburg steigt auf den 23. Platz, alle Achtung! Das Schumann´s in München, , das Lebensstern, Berlin, Stagger Lee, Berlin und die Goldene Bar in München gehören zu den Top 50!

Ich persönlich sehe das etwas differenziert, tut aber nichts zur Sache. Hier die TOP 50

Artesian

 
 

Liebe Bargänger,

vor einigen Jahren hat man in Hannover damit angefangen Sand auf den obersten Dächern zweier Parkhäuser aufzuschütten, Liegestühle und Strandkörbe aufzubauen um damit besondere Sommer-Locations zu errichten. Ich war einmal oben auf dem Parkdeck, welches auch nett aufgemacht war. Trotzdem vergeht einem schon der Durst, wenn man durch teilweise übelriechende, graue Beton-Schluchten hindurch muss. Ein gewisses Flair kommt mir dabei nicht wirklich auf. Es bleibt dabei, dass Hannover´s Barszene nicht in der Liga der Großen mitspielen kann, auch wenn die Bemühungen durchaus zu erkennen sind.

Erheblich besser und stilvoller hält es sich da mit der ersten „richtigen“ und relativ neuen Sky Bar in unserer Leinestadt, dem „6 Sinne“. Hier vereint man eine Sky Bar und einem Restaurant im Herzen der Stadt, zwischen dem Kröpcke und dem Steintor gelegen (im sechsten Stockwerk des ehemaligen Brinkmann-Hauses in der Heiligerstraße). Mehr über das durchaus interessante Bar- und Restaurant Konzept „6 Sinne“ findet ihr auf der Internetseite 6 Sinne Hannover.

 

Wie es in der Liga der großen (Sky) Bars dieser Welt aussieht? Fangen wir doch mal in Bangkok an. Hier thront das Sirocco auf dem Lebua State Tower im 63. Stockwerk! lebua.com / Sirocco auf dem Lebua State Tower, 1055 Silom Road
Bangrak, Bangkok 10500, Thailand

Ungefähr 4 Flugstunden westlich von Frankfurt/Main entfernt findet man eine Sky Bar in New York, Rare View Bar & Grill. Diese romantische Bar liegt wie ein städtischer Garten auf dem Dach des Shelburne Murray Hill Hotels. Hier kann man zwischen Zitronenbäumen, Palmen und Lichterketten auf dem 16. Stock des Hotels den Blick über Manhattan genießen. Eine Spektakuläre Aussicht gibt es auf das Empire State Building sowie dem Chrysler Building…oder einfach in die Häuserschluchten.

Rare VIEW / Im Affinia Shelburne Hotel /303 Lexington Avenue
(at 37th Street.) / New York, NY 10016

Wer nun glaubt, das alle guten Sky Bars im Ausland liegen, dem will ich ein Beispiel aus Berlin (Mitte) nennen, das „Hotel de Rome“. Hier geniesst man eine herrliche Aussicht aus dem „nur“ vierten Stockwerk! Für eine Sky Bar ziemlich erdnah und dennoch einen Besuch wert. Glücklicherweise muss man keineswegs eine Suite im Hotel de Rome beziehen, um in den Genuss dieser Aussicht zu gelangen. Die freundlichen Mitarbeiter des Hotels schalten gerne den Fahrstuhl in die vierte Etage frei.

In der Grachtenstadt Amsterdam findet man eine Sky Bar, die sich durch ihr Publikum von anderen Bars dieser Welt unterscheidet. Das „Canvas“. Tagsüber ißt man hier im Restaurant oder trnkt einen Kaffee, abends geniesst man hier Cocktails & longdrinks…und nachts kann sich auch mal alles in einen Club verwandeln. Wechselnde Ausstellungen von verschiedenen Künstlern unterstreichen den kreativen Charakter der Bar.

Volkskrantgebäude / Wibautstraat 150 / 1091GR Amsterdam / 
www.canvasopde7e.nl 

Dieses letzte Beispiel ist zweifelsohne eine Sky Bar und zudem eine der Besten. Das „Cloud 9“ in Shanghai befindet sich im 87. (!!!) Stockwerk des 421m hohen Jin Mao Towers. Zu so einer Aussicht muss man nicht viel sagen, oder? Und damit ist Cloud 9 nicht nur der krönende Abschluss des Grand Hyatts Shanghai.

Jin Mao Tower / 88 Century Avenue / Pudong New Area, Shanghai 200121 / People’s Republic of China / shanghai.grand.hyatt.com

Spektakulär ist auch der Blick in das Innere des Hotels: Dort zieht sich das gelb-goldene Atrium über alle 38 Etagen

(Foto-Quelle: www.netzpiloten.de, jeweilige Quellen oder Fotobesitzer)

Maßeinheiten

  cl EL BL TL Ounce Dash
Dash (Spritzer) 0,08   1/3 1/6   1
BL=Barlöffel 0,25 1/6 1 1/2 1/12 3
TL=Teelöffel 0,5 1/3 2 1 1/6 6
Ounce, Pony 2,8 2 12 6 1  
1 cl (Zentiliter) 1 2/3 4 2 1/3 12

Bargeräte – das gehört in jede Bar

Allzwecköffner (Opener) Flaschen- und Dosenöffner in einem
Ausgießer Unbedingt notwendig um schnell und genau arbeiten zu können. Im Handel auch mit 2cl und 4cl Stop zu erhalten
Barhandtuch
(Bartowel)
Aus Leinen oder Baumwolle mit Synthetik. Muß Fusselfrei und immer sauber sein. Es werden Gläser poliert und Bargeräte abgetrocknet. Mit das Wichtigste neben dem Geschmack des Drinks, sind saubere Gläser
Barmesser (Barknife) Kleines Messer zum schneiden von Früchten und Gemüse
Barlöffel
(Bar Spoon)
Ein 28 cm langer, flacher Löffel aus rostfreiem Stahl oder Silber mit 0,25cl Inhalt. Der Stiel ist gedreht und hat am Ende eine kleine Metallkugel. Diese dient dazu Zucklerstücke (Old Fashioned) oder z.B. Minze zu zerdrücken
Barsieb
(siehe Strainer)
Ist eines der wichtigsten Utensilien an der Bar. Ein spezielles Sieb, das genau in den Shaker passt und dazu dient nach dem Schütteln, Eis und andere Zutaten wie Zitruskerne oder Schalenreste zurückzuhalten. Der Sieb besteht aus einer runden Lochplatte mit einer Metallspiralfeder am Rand.
Barzange
(Champagne Tongs)
Zange mit der man mit etwas Gefühl leicht einen festsitzenden Champagnerkorken lösen kann
Bitter – Spritzflasche
(Dashbottle)
Glas- oder Kristallflasche mit einem metallischen Ausgießer im Korken. Wird meist für Zutaten wie Bitters verwendet die nur spritzerweise gebraucht werden.
Blender siehe Elektromixer
Bosten-Shaker Zweiteiliger Mixer aus einem kleineren Glasbecher und einem größeren Metallbecher
Champagnerverschluß Gibt es in Metall und auch aus Keramik. Dient zum festen Verschließen von angebrochenen Flaschen. Mit diesen Verschlüssen bleibt der Champagner ca. 2 Tage zum Ausschank. Länger sollte er nicht angebrochen aufbewahrt werden.
Cocktailspieße
(Cocktail ticks)
Plastik- oder Holzstäbchen um Kirschen, Oliven oder Perlzwiebeln ins Glas zu geben
Dosenöffner
(Can Opener)
Einfacher, aber praktischer Öffner für Dosen, z.B. Kokoscreme oder Saft
Eisschaufel
(Ice Shovel)
Kleine Metall- oder Silberschaufel um Würfel oder Crushed Eis vom Eisbehälter oder der Eisbox ins Glas oder den Shaker zu geben
Elektromixer
(Blender)
Seit die karibischen Drinks in Mode gekommen sind, ist auch der Elektromixer häufiger im Einsatz als noch vor Jahren. Um Früchte zu pürrieren, oder mit Crushed Eis einen Frozen Drink zu mixen, ist er aber nahezu unentbehrlich
Flaschenöffner
(Bottle opener)
Sollten immer zur Hand sein. Möglichst mehrere um nie danach suchen zu müssen. Sollten beim Spirituosen Fachhändler kostenlos zu bekommen sein
Fruchtpresse
(Sqeezer)
Eine Fruchtpresse wird in jeder Profibar benötigt, ein frisch gepresster Zitrussaft ist um Klassen besser als ein gekaufter und mit Konservierungsmittel versetzter Saft. Wichtig, daß die Presse immer absolut sauber gehalten wird
Holzstößel Wichtiges Bargerät für Trenddrinks wie den Caipirinha oder Mojito. Mit dem Stößel werden Limetten und Zucker kräftig zerdrückt und dabei die ätherischen Öle aus der Schale der Früchte gelöst
Ice-Crusher Gibt es im Handel mit Kurbel meist aus Hartplastik, oder besser aus Metall und elektrisch. Die Profiausführung ist aber ziemlich teuer und für den Hausgebrauch nicht notwendig. Mit dem Crusher kann man Eiswürfel zerkleinern. (Für Caipirinha oder viele Karibische Drinks)
Kapselschneider Teil eines Kellnerbestecks. Das kleine Messer mit dem man den Metallmantel um den Weinkorken abschneidet, um dann mit dem Korkenzieher weiter zu arbeiten
Kellnerbesteck Spezieller ,sehr praktischer, leichtgängiger Korkenzieher an dem wie bei einem Taschenmesser ein relativ stumpfer Kapselschneider und ein Korkenheber angebracht sind. Wird von jedem Kellner stets mitgeführt
Korken
(Corks)
Braucht man auf der einen Seite um Flaschen wieder zu verschließen, auf der anderen um mit eingebauten Röhrchen nur einige Tropfen aus der Flasche fließen lassen und damit ein genaues Portionieren möglich machen. (siehe Ausgießer)
Korkenzieher Zum Entkorken von z.B. Weinen Am besten legen sie sich ein Kellnerbesteck zu, mit diesem haben sie Qualität und ein praktisches Gerät für wenig Geld
Meßbecher
(Measure)
Dieses Bargerät wird nicht nur von Anfängern verwendet. Auch der Barprofi hat dann und wann den Meßbecher im Gebrauch um exakte Mengen einzuschenken. Normalerweise gibt es ihn zweiseitig mit 2cl und 4cl.Inhalt.
Muskatnussreibe
(Grater)
Ein für die Bar unverzichtbares Utensil. Muskat wird in erster Linie auf Flips und Egg-Noggs gerieben, beides zur Zeit keine vielverlangten Drinks, doch auch für einen guten Brandy Alexander ist Muskat unverzichtbar. Die Reibe besteht aus zwei Teilen mit einem Hohlraum um die Nüsse aufzubewahren
Quirl
(Swizzle stick)
Selten verlangte Geräte, um aus Getränken die Kohlensäure enthalten, diese entweichen zu lassen. (Champagner) Viele Barkeeper unterstützen diesen Unsinn auch nicht.
Rührglas
(Mixing glas)
Glas um Cocktails die klar bleiben sollen und leicht zu vermischen sind, zu rühren. Wenn sie einen Bosten Shaker benutzen, haben sie mit dem Glasbecher das Mixglas gleich mit dabei.
Schneidebrett
(Carving board)
Aus Holz oder Kunststoff zum Schneiden von Früchten oder Dekorationen
Sektkühler
(Champagne cooler)
Um Sektflaschen auf der Bar kühl zu halten. Am besten mit Crushed Eis und etwas Wasser füllen. Soll eine Flasche schneller kühl werden, geben sie Eiswürfel und Salz in den Kühler, das Salz bringt das Eis schnell zum Schmelzen und gibt die Kälte dabei an die Flasche ab
Shaker Es sind mehrere Modelle von Shakern im Handel erhältlich, der dreiteilige aus Edelstahl, mit einem Mittelteil das gleichzeitig ein eingebautes Barsieb (Strainer) enthält und nur selten in den heutigen Bars verwendet wird. Den Boston Shaker, aus einem Glasteil und dem etwas größeren Metallbecher und kleineren Glasbecher, den ich bevorzuge und den Standard der zweiteilig aus Metall ist und auch einen Strainer zum Abseihen braucht.
Store & Pour Systemflaschen aus Kunststoff zur Aufbewahrung und praktischen Anwendung von frischen Säften, Sahne und z.B. vorbereiteten Mixturen. Sie haben alle einen langhalsigen Aufsatz mit Ausgießer und sind von 0,2l bis 3,0l erhältlich
Stirrer Rührstab um im Glas das Getränk zu mischen
Strainer siehe Barsieb
Trinkhalm
(Straws)
Früher nur aus Stroh, gibt es sie heute aus Plastik, Metall, Stroh oder sogar aus Glas. Die meistverbreitesten sind aus Plastik und gibt es in allen Längen und Stärken
Zestenschneider Spezielles Messer mit dem man Teile der äußeren Zitrusschale, oder auch eine lange Spirale, herausschneiden kann

Drinkgruppen

Die APERITIF-COCKTAILS
Aperitif
werden meistens“straight up“ d.h. ohne Eis serviert. Sie heißen auch „Pre-Dinner“ oder „Before-Dinner“ In erster Linie sind das alle trockenen Cocktails, die als Hauptzutat eine der Basisspirituosen (Gin, Wodka, Rum, Whisky, Cognac, Tequila etc….) haben. Für die meisten wird noch ein trockener Vermouth (Wermut), frische Früchte und/oder ein Bitter verwendet. Sie wirken Appetitanregend und werden wie der Name schon sagt vorwiegend vor einem Essen genossen. In erster Linie werden Aperitif-Cocktails gerührt, den Shaker benutzt man nur bei schwer zu verbindenden Zutaten wie z.B. Sirup oder dickem Saft. Bei diesen Drinks auf keinen Fall zu viel garnieren. Lieber ganz auf eine Dekoration verzichten und auch keinen Trinkhalm nehmen. Ein Aperitif vor dem Essen, sollte seinen Genießer noch gerade zum Tisch gehen lassen. z.B. Wodka Martini, Gimlet, Manhattan, Daiquiri´s, Bronx, etc.
Der AFTER DINNER
After Dinner
– Cocktail ist die Bezeichnung eher für die Drinks nach dem Essen. Sie faßt die meist „süßeren“ Cocktails mit Likören als Hauptzutat zusammen. z.B. Brandy Alexander, Golden Dream, White Russian, Grasshopper, etc.
Der COLLINS (en. Schuhflicker) ist ein Longdrink, der im hohen schmalen Glas meistens auf Crushed Eis mit Basisspirituose, Zucker, Zitrussaft und Sodawasser gerührt wird. (verlängerter Sour) z.B. Tom Collins, John Collins
Der COBBLER
Cobbler
ist ebenfalls ein Longdrink der auf Crushed Eis mit Wein bzw. weinhaltigen Getränk oder Likör, Früchten (auch Saft oder Sirup) im Highballglas gerührt wird. Nicht geeignet sind Äpfel, Birnen und Zitrusfrüchte und Säfte. Als letzt Zutat sind meistens Soda, Limonade oder Champagner vorgeschrieben, die als letzte Zutat zugegeben werden. Cobblers sind berühmt für schöne, ausladende Dekorationen. z.B. American Beauty
Der COOLER
Cooler
ist der größte Longdrink, er wird im großen Longdrink oder Highballglas mit einer Basisspirituose und/oder weinhaltigen Getränk in Verbindung mit Ginger Ale (Original) oder einer anderen Kohlensäurehaltigen Flüssigkeit (Wasser od. Limonade) gemischt. z.B. Waikiki Cooler, Flamingo Cooler, etc.
Der CRUSTA ist der am aufwendigsten zuzubereitende Longdrink und genießt wahrscheinlich deshalb keinen großen Bekanntschaftsgrad. Sein größtes Merkmal ist der Zuckerrand am Glas. Dafür befeuchtet man mit einer Zitronen- oder Limonenscheibe den Glasrand in der gewünschten Breite. Und zwar freihand umgedreht, damit nichts ins Glasinnere läuft. Dann wird der Glasrand auf einen Teller mit feinem Zucker oder Rohrzucker und klopft leicht ab, damit der nicht haftende Zuacker abfällt. Für einen farbigen Zuckerglasrand verwenden sie farbige, möglichst dickflüssige Liköre und tachen dann in weißen Kristallzucker. z.B. Apricot Crusta, Imperial Crusta, etc.
Der DAISY ist ein übergroßer Cocktail mit viel Alkohol und Frucht über Crushed Eis in einem großen Fancy Glas. Heute werden Daisies fast ausschließlich im Shaker gemixt. z.B. Bourbon Daisy, etc.
Der FIZZ
Fizz
wird traditionell auf Ginbasis mit Zucker und Zitrussaft auf Eiswürfeln im Shaker kräftig geschüttelt, in ein schlankes Highballglas durch einen Strainer (Barsieb) abgeseiht und mit Sodawasser aufgefüllt. z.B. Gin Fizz, Golden Glory, Morning Glory, etc.
Der POUSSE-CAFE
Pousse
ist wohl einer der technisch schwierigsten Drinks, die optisch aber unheimlich wirken. Er ist ein Getränk aus mehreren verschiedenen Zutatenschichten, die sich in Farbe und spezifischen Gewicht so unterscheiden, daß sie sich bei vorsichtigem Einfüllen ins Glas nicht vermischen, sondern in klar zu definierenden Schichten übereinender im Glas liegen. Dies kann man erreichen indem man von unten nach oben immer leichtere Ingredienzen verwendet, d.h. Liköre oder Sirup, dann z.B. Spirituosen und als dritte Schicht ein leichtes weinhaltiges Getränk. Der Weltrecord steht bei ……. Schichten. Dieser ist mit Sicherheit nicht mehr zu trinken, aber sieht toll aus. z.B. B52
FRAPPE´S sind Shortdrinks die außer Alkohol nur eine Menge Crushed Eis enthalten. Serviert wird ein FRAPPE´ in einem Champagnerkelch mit langem dünnen Trinkhalm. z.B. Fromme Helene, Apricot Brandy Frappe
Ein TODDY war früher eine Art Grog, soll heißen, erhitzter Alkohol mit Gewürzen und heißem Wasser. Heute werden auch kalte Drinks (auch mit Eis) und den gleichen Grundzutaten so genannt.
Ein SHOOTER ist ein kleines Mixgetränk oder eine Spirituose die in einem Stamper serviert und in einem Zug geleert wird, z.B. B52
Ein RICKEY besteht aus Limonen- oder Zitrussaft in Verbindung mit einer Spirituose und Soda. Der Rickey stammt ursprünglich aus den USA und soll am besten durch einen Trinkhalm schmecken.
Der SOUR ist ein klassischer Cocktail der aus Zitronensaft, Zucker und einer Spirituose kräftig geshaked wird. In ein Sourglas oder Sektglas abseihen, mit einer Cocktailkirsche dekorieren. Auch gibt es die Variante ihn mit Eiswürfeln in einem Highballglas oder Tumbler zu servieren. Gilt als optimaler Drink für zwischendurch. z.B. Whisky Sour, Ramazotti Sour, Amaretto
Der TWIST ist dadurch zu erkennen, daß ein Stück Zitrone, Limone oder Orange zur Vollendung über dem Glas so gedrückt wird, daß Spritzer des ätherischen Öls aus der Schale in den Drink kommen.
Der FLIP
Flip
ist ein kalter, cremiger Cocktail, der morgens wie abends ankommt und mit Eigelb, Zucker, Zitrus, Likör und einer Spirituose kurz geshaked wird. Dieser Drink gilt als besonders Magenfreundlich. z.B. Bourbon Flip, Champagne Flip
Der JULEP ist der Cocktail, der auf jeden Fall mit frischen Minzblättern zubereitet werden muß. Er wird mit Crushed Eis im Gastglas gerührt, häufig mit Bourbon und Zucker (meist Rohrzucker) gemacht. z.B. Mint Julep, Mojito
Ein SLING
Sling
wird gewöhnlich im Highballglas mit Eiswürfeln serviert. Zutaten für diesen Klassiker sind eine Basisspirituose, Zitrone, ein Fruchtsirup und Sodawasser oder Limonade. Früher wurde ein Sling auch warm mit Tee aufgefüllt. z.B. Singapore Sling
Ein SMASH ist einem Julep sehr ähnlich, nur daß dieser im Gastglas gerührt wird und so klar bleibt, der Smash aber im Shaker etwas trüb wird. Dafür darf man ihn mit viel Frucht dekorieren.
Der CHAMPAGNER-COCKTAIL ist der „Rolls Royce“unter den Cocktails. z.B. Bellini, Testarossa
Ein LONGDRINK ( Highball)
Longdrink
besteht aus einer Basisspirituose und dem passenden Beigetränk wie Saft oder Limonade. (Coke, Sprite, Bitter Lemon, Ginger Ale etc………) Er wird mit Eiswürfeln serviert und oft mit einer Zitrone oder Limonenscheibe garniert. z.B. Cuba Libre, Bourbon Ginger
FANCY und EXOTIC Drinks
Fancy
können kaum in irgendwelche Kategorien eingeordnet werden, sie werden je nach Rezeptur unterschiedlich zubereitet. Sie werden oft in ausgefallenen Trinkgefäßen serviert und gerne außergewöhnlich mit z.B. Fruchtspieß dekoriert. z.B. Pina Colada
EGGNOG´s zur Zeit absolut nicht in Mode, sind aber einer der ältesten Cocktails in den Staaten. Sie können kalt und auch warm genossen werden, meistens am Vormittag zum Brunch oder Katerfrühstück. Kalte werden im Shaker, warme im Mixer zubereitet. Inhalt ist zwingend Eigelb, Zucker und Milch. Häufig in Verbindung mit Bränden und Likören. Als Garnitur wird Zimt, Muskat oder auch edelsüßer Paprika verwendet. z.B. American Egg-Nogg, Baltimore Egg-Nogg, etc.
Hangover oder Corpse Reviver Ein schlechter Magen nach einem langen feuchtfröhlichen Abend braucht oft einen Drink, der das Gleichgewicht wieder herstellt. z.B. Bloody Mary, Bullshot, Virgin Mary
COLADAS
Colada
nennt man die karibischen in erster Linie Rumdrinks, die mit Kokos, Frucht und Sahne einen der beliebtesten Cocktail der 90er darstellen. Lassen sie für die Garnitur ihrer Phantasie fruchtige Kreativität.
PUNCHES
Punch
sind warm oder kalt zuzubereiten und sind warm ähnlich einem Grog oder Toddy. Kalt eher einer Bowle oder einem Fancy Drink. Die kalten erhalten gewöhnlich eine ausladende Fruchtgarnitur. z.B. Planter´s Punch
BOWLEN und CUPS sind fast identisch, wobei die Cups als eigentlich einzigen Unterschied Eis zugefügt wird, die Bowle von außen gekühlt wird. Bei der Zugabe von Früchten ist auf ihren einwandfreien Zustand zu achten und daß alle Getränke eiskalt zugegeben werden. Kohlensäurehaltiges erst kurz vor dem servieren dazufüllen. z.B. Ananasbowle, Erdbeerbowle
ZOOMS kennt man in Europa kaum. Zubereitet im Shaker werden sie mit Ei, Honig, Sahne und einer Spirituose in einem großen Tumbler oder großer Cocktailschale serviert.

Das nicht alle langgereiften und teuren Spirituosen gut sind , habe ich in einem besonders interessanten Beispiel auf dem blog barrel-aged-thoughts.blogspot.de nachgelesen. Und was für ein Beispiel! Cadenhead´s ist ein Ínbegriff für vorzügliche Rums. Hier kam es anders.

Cadenhead’s Green Label Jamaican Rum 30 Years Old (1974 – 2013), 51,8% vol.

 
Liebe Rum Gemeinde,
 
heute gibt’s eine kleine schottische Kuriosität, einen Rum in sehr hohem Alter, der noch älter ist, als er auf dem Label zugeben darf und so zunächst für Verwirrung sorgte.
 
Cadenhead’s Green Label Jamaica Rum 30 YO
Wie kommt’s? Der heute verkostete Rum, der Cadenhead’s Green Label Jamaica Rum 30 YO, wurde 1974 destilliert, 2013 in Fassstärke abgefüllt und müsste somit ein 39 YO Rum sein. Oder doch nicht? 
Der Rum schlummerte von 1974 an für die nächsten 9 Jahre, bis 1983, zunächst im Fass. Soweit ist das nicht ungewöhnlich. Dann wurde jenes Fass aber von einem Kunden gekauft und die Flaschen wurden abgefüllt. Nachdem die Flaschen aber anscheinend nie abgeholt wurden, entschied sich Cadenhead nach einigen Monaten, den Rum wieder ins Fass zu geben, wobei hier das Ex-Fass wieder verwendet wurde. Nach schottischem Recht musste, was das offizielle Alter betrifft, allerdings wieder bei Null Jahren angefangen werden zu rechnen.
So meinen die 30 Jahre, die auf der Flasche angegeben werden, die Zeitspanne zwischen der Wiederbefüllung 1983 und dem zweiten Abfüllen 2013, das Jahr 1974 als Zeitpunkt der Destillation ist aber gleichermaßen richtig. Somit lag der Rum, mit kurzer Unterbrechung, tatsächlich insgesamt 39 (!) Jahre lang im Holzfass. Ein wirklich hohes Alter für einen Rum. Umso gespannter bin ich, was uns der Rum zu sagen hat. 

Quelle: http://www.lospiritodeitempi.it/?p=4071

Der Abfüller:

Zum schottischen Abfüller Cadenhead wurde in diversen Artikeln bereits viel geschrieben, weshalb ich an dieser Stelle nur noch einmal auf das Jahr 1842 verweisen möchte, das Gründungsjahr der Firma. Somit ist Cadenhead der älteste unabhängige Abfüller Schottlands. Spezialisiert hat sich Cadenhead auf den Handel mit Whisky und die Lagerung von Demerara Rum.

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Verkostung des Cadenhead Green Label Jamaica Rum 30 YO:

Preis: die Flasche ist bei Cadenhead’s derzeit für 115 Euro zu bekommen. 
Alter: der Rum wurde 1974 destilliert, 1983 abgefüllt, wieder ins Fass gegeben und 2013 erneut abgefüllt. Somit ist er nach schottischem Recht 30 YO, faktisch lag er aber ca. 39 Jahre im Fass.
 
Alkoholstärke: der Rum wurde in Fassstärke abgefüllt. Sie lag bei 51,8% vol.
 
Destillationsverfahren: hierzu macht Cadenhead keine Angaben auf dem Label, aber das Jahr 1974 deutet darauf hin, dass der Rum aus Long Pond stammt, welches meist mit Pot Stills destilliert, jedoch auch mind. eine Column Still besitzt. Eventuell erfahren wir bei der Verkostung ja mehr.
Farbe: tiefes, dunkles, braunes Bernstein
 
Viskosität: zunächst langsame, regelmäßige, eng verlaufende Schlieren am Glasrand und vereinzelte, zurückbleibende Tropfen, die dann in weiten Abständen ebenfalls langsam an der Glaswand herunterlaufen, lassen auf einen eher öligen, lange gelagerten Rum schließen.
 
Nase: die Nase erinnert mich zunächst stark an sehr alte Demerara Rums und wird von Holz, Rosinen, dunklem Karamell und einer schweren Süße dominiert, die hier über dem gesamten Rum liegen und es anderen Aromen, wie denen von Anis oder Kaffee, schwer machen, sich hier zu zeigen. 39 Jahre im Fass? Die Nase gibt mir wirklich keinen Grund daran zu zweifeln. Gefällt mir so zunächst gut! Alkoholische Noten erscheinen, trotz der über 50% vol., nur sehr dezent im Hintergrund. Ich erkenne hier sofort eine Verwandtschaft zum Cadenhead’s Green Label Jamaica Rum 25 YO, welcher ebenfalls 1974 destilliert, aber bereits im Jahr 2000 gebottled wurde. Dementsprechend dürfte es sich bei unserem heutigen Rum um einen CRV aus der Column Still Long Ponds handeln, einer Gattung Rum mit, für jamaicanische Verhältnisse, sehr wenig Estern. Man findet sie auf dem Markt auch relativ selten.
 
Gaumen: der erste Schluck bestätigt kurz meinen Eindruck eines Demerara Rums aus der Nase, fällt aber nicht ansatzweise so schön aus. Vor allem Holz ist am Gaumen präsent, um nicht zu sagen, ich kaue auf einem Stück Holz herum. War ich von der Nase noch recht angetan, so macht sich an dieser Stelle echte Ernüchterung breit. Dieser Rum macht keinen Spaß, denn mehr ist hier wirklich nicht! Dass die alkoholische Schärfe vorhanden, aber nicht störend ist, ist hier leider nur mehr eine Randnotiz, die unter den gegebenen Umständen keine wirkliche Rolle mehr spielt.
 
Abgang: sehr holzig, trocken und vor allem: kurz. Nicht einmal eine Minute verweilt der Rum im Mundraum, nicht ansatzweise so lang also, wie man das normal von Jamaicanern gewohnt ist. Das Wort „Bitter“ darf hier zudem doppeldeutig verstanden werden, wirklich schade!

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Fazit: Schade! „Bottled for Woodworms“ wäre eine Unterschrift, die sich beispielsweise auf dem Label finden könnte. Für alle anderen wird es in meinen Augen schwierig, mit diesem Rum warm zu werden. Wer auf sehr alte Rums steht, der könnte allerdings dennoch zufrieden sein. Die Nase gefiel mir recht gut, weswegen ich mich auch dazu entschlossen habe, ihn auch hier auf Barrel Aged Thoughts vorzustellen, Gaumen und Abgang waren aber leider enttäuschend und auch das soll anderen Genießern bei der Kaufentscheidung behilflich sein.
Ich möchte den Rum nicht komplett zerreden, aber ich habe in diesem Alter insgesamt gesehen einfach schon viel bessere Tropfen verkostet. Und auch wenn der Preis, gemessen an den Rahmenbedingungen, wirklich exzellent ist, so fällt es mir unterm Strich doch sehr, sehr schwer, nein, eigentlich ist es mir unmöglich, zu behaupten, dass er die 115 Euro inhaltlich wert ist. Mir zumindest wäre er das Geld nicht wert, da  er mich am Gaumen und im Abgang wirklich sehr enttäuscht hat und mir der CRV-Stil einmal mehr nicht zusagt. 
Für Spekulanten oder Sammler hingegen bietet der Preis durchaus eine aussichtsreiche Perspektive in puncto Wertsteigerung, denn Rums aus 1974 kommen nicht so arg oft auf den Markt und das Alter ist einfach gigantisch für eine Spirituose. Ich kenne auch nicht viele Rums, die älter sind. Noch dazu wird die Auflage dieses Rums nicht sehr hoch sein. Die Aufmachung ist wertig und der Name Cadenhead gehört zu den renommiertesten im Bereich der unabhängigen Abfüller. Hier könnte was gehen.
 
Ein Lesebesuch auf  barrel-aged-thoughts.blogspot.de/ lohnt sich immer, da hier auch ein wahrer Fachmann hintersteckt. Danke Flo 🙂

Es war 2008 als ich mit 2 Mitgliedern aus unserem Cocktailforum Hannover´s wohl beste Bar einen Besuch abstattete. Dazu nehme ich gerne vorweg, das Beide große Kenner der Cocktail-, Bar- sowie Spirituosenszene sind. Für mich hatte der Abend daher einen besonders großen Lern- und Spaßeffekt. Wir setzten uns an den 16m (!) langen Tresen…

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und bestellten von hier aus jeder 3 Cocktails über den Abend. Bewundernd stellte ich fest, das Beide Ihre Bestellungen nach ihren eigenen Wunschspirituosen angaben, auf soetwas war ich bis dato noch nicht gekommen. Erwähnen will ich kurz, dass ich hier meinen ersten Martini bestellt habe…man liebt oder hasst ihn…ich hasse diese Drink, pfui! Aber das lag nicht an der Bar, es ist einfach nicht mein Cocktail. Bei der zweiten Bestellrunde kamen wir auf das Thema Rye-Whiskey, der damals eine Renessaince erlebte und in der „besseren“ Cocktailwelt mittlerweile seinen festen Platz eingenommen hat. Jetzt ging der Abend richtig los…Rye-Whiskey und Scotch…da wurden die Kenner warm und die Bartender nahmen auch an dem Gespräch teil. Philip lief zu großer Form auf und brachte einen 1a-supergeilen Vortrag über Whsiky´s. Die Bartender schnappten sich Stift und Blog und machten sich Notizen (!!), da die Bar in diesem Punkt noch aufrüsten/umrüsten wolle und der Headbartender an diesem Abend nicht zugegen war. Sie wussten, das auf der anderen Tresenseite ein absoluter Kenner sprach. Zeitweise 3 Bartender und 3 Gäste rund um das Thema Whisky, ein unglaublicher Spaß! An dem Abend war ich der Lehrling, der alles an Informationen aufgesaugt hatte…wie auch die Bartender! 🙂

Hier ist eine interessante Lektüre über Bartender, Connoisseurs und Rezepte,

von Björn Bochinski, Münster

>>> In_80_Days_Around_The_World <<<       

( „Bartenders & Connoisseurs – In 80 Days Around The World“ – pdf-Datei )

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