Archiv für die Kategorie ‘Hannover 96’

…gewann Hannover 96 als Zweitligist überraschend den DFB-Pokal!

Für die Pokalsensation haben sich die Hannoveraner ein aus Vereinssicht perfektes Datum „ausgesucht“. Das Endspiel in Berlin fand am 23. Mai 1992 statt – an einem 23. Mai hatten die Niedersachsen 38 Jahre zuvor ihren letzten großen Titel geholt – ebenfalls als Außenseiter. Mit einem fulminanten 5:1 über den hohen Favoriten 1. FC Kaiserslautern, aus dessen Reihen wenige Wochen später fünf Spieler durch das „Wunder von Bern“ Weltmeister wurden, gewann Hannover 96 sensationell die deutsche Meisterschaft.

Auf dem Weg zum überraschenden Pokalgewinn 1992 räumt der Underdog aus der niedersächsischen Landeshauptstadt fünf Bundesligisten aus dem Weg. Das erste prominente Opfer ist nach dem leichten Aufgalopp bei Marathon Berlin in Runde zwei der VfL Bochum. Bei den Westfalen setzt sich das Team von Trainer Michael Lorkowski mit 3:2 durch. Ein erstes Ausrufezeichen, getoppt nur noch durch den Lokalrivalen TSV Havelse, der als Drittligist in der gleichen Runde den Bundesligisten 1. FC Nürnberg nach Elfmeterschießen aus dem Rennen wirft.

Sensation im Westfalenstadion

Doch während Havelse in der dritten Runde sang- und klanglos in Bamberg ausscheidet, startet Hannover 96 richtig durch. Auch Borussia Dortmund scheitert im eigenen Stadion mit 2:3 an dem Pokalschreck aus der Zweiten Liga. Der Bundesliga-Tabellenführer liegt zur Halbzeit mit 2:0 vorne, doch Patrick Grün, André Breitenreiter und Jörg-Uwe Klütz drehen die Partie. 96 ist in der Saison die einzige Mannschaft, die im Westfalenstadion gewinnen kann. Im Achtelfinale hat Hannover erstmals Heimrecht, Liga-Konkurrent Bayer Uerdingen wird durch ein Grün-Tor mit 1:0 bezwungen. Mit dem gleichen Ergebnis schicken die „Roten“ einen Monat später den Erstligisten Karlsruher SC nach Hause. Mathias Kuhlmey erzielt das Tor des Abends.

Das große Los zieht Hannover im Halbfinale. Zu Gast im Niedersachsen-Stadion ist der Titelverteidiger (und spätere Europapokalgewinner) Werder Bremen. 0:0 steht es vor 57.000 Zuschauern nach 90 Minuten. Fünf Minuten sind in der Verlängerung gespielt, als die 96-Fans erstmals jubeln dürfen: Michael Koch schießt Hannover in Front. Doch die Freude währt nur kurz, Rune Bratseth gleicht zwei Minuten später für den Favoriten aus. Es geht ins Elfmeterschießen. Zum Held des Abends wird 96-Keeper Jörg Sievers. Erst verwandelt er zum 5:4, dann hält er gegen Bremens Marco Bode – Hannover steht im Finale von Berlin. „Im Grunde war es nach meinem verwandelten Elfer ganz einfach für mich“, erinnert sich Sievers später: „Ich musste ja nur noch halten – Marco hat dann auch nicht sehr platziert geschossen.“

Sievers pariert, Schjönberg vollendet

Michael Schjönberg (r.) verwandelt den entscheidenden Elfmeter im Pokalfinale 1992. © imago sportfotodienst

Im Endspiel gegen Borussia Mönchengladbach muss wieder ein Elfmeterschießen die Entscheidung bringen: 0:0 steht es nach 120 Minuten, 2:2 nach den ersten beiden Schützen. Dann tritt Karlheinz Pflipsen an – Sievers hält. Der vermeintliche Vorteil ist aber wieder vergeben, als auch Hannovers Oliver Freund am Gladbacher Keeper Uwe Kamps scheitert. Doch Teufelskerl Sievers hält auch den nächsten Elfmeter – Holger Fach ist der Unglücksrabe auf Seiten des Bundesligisten. 3:3 steht es schließlich, als Michael Schjönberg als letzter der ersten fünf Schützen antritt. Der Däne bleibt cool und versenkt den Ball in der linken Ecke – 20.37 Uhr zeigt die Stadionuhr im Berliner Olympiastadion, mit Hannover 96 gewinnt erstmals ein Zweitligist den DFB-Pokal.

Die Spieler von Hannover 96 feiern den Sieg im DFB-Pokal. © imago sportfotodienst

50.000 Fans bereiten einen begeisternden Empfang

Die Rückfahrt gerät zum Triumphzug: „Auf der Fahrt von Berlin nach Hannover war eine Wahnsinnsstimmung in der Mannschaft. Ich habe denen ja immer unterstellt, dass sie nicht feiern können – aber das stimmte absolut nicht“, erklärt Lorkowski. Auch Elfmeterheld Sievers erinnert sich gerne an die bewegenden Tage zurück: „Geträumt hat davon jeder, ob man daran geglaubt hat, ist etwas anderes. Aber man war doch wirklich mehr als froh, dass man das miterleben durfte.“ 50.000 Fans empfangen am Tag nach dem Finale in Hannover die Mannschaft und feiern ihre Pokalhelden. Die sportliche Belohnung für Hannover im Europapokal der Pokalsieger fällt enttäuschend aus: In Runde eins wartet mit Werder Bremen kein internationaler Gegner, sondern ein nur 120 Kilometer entfernter Bundesligist.

Fans von Hannover 96 feiern den Gewinn des DFB-Pokals 1992. © imago sportfotodienst

Quelle: www.ndr.de

copyright der Bilder: imago sportfotodienst

Gewinn für Hannover 96

Veröffentlicht: 19. April 2012 in AKTUELLES / NEUES, Hannover 96
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Europa League macht 96 die Kassen voll

Die Europa League tut Hannover 96 gut. Der Bundesligaclub erwirtschaftet erstmals einen Gewinn von mehr als drei Millionen Euro. Clubchef Martin Kind ist glücklich. Als Hauptgesellschafter musste er früher dazuzahlen.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Martin Kind strahlte. Der Vorstandschef, Hauptgesellschafter und große Zahlmeister beim Fußball-Bundesligisten Hannover 96 muss erstmals kein Geld zuschießen. „Wir haben durch die Europa-League-Spiele einen Umsatz von 80 bis 85 Millionen Euro erwirtschaftet. Davon wird ein Gewinn von drei bis fünf Millionen Euro übrig bleiben“, sagte Kind auf der Jahreshauptversammlung des Vereins am Montagabend. „Das ist nicht viel, aber ich bin zufrieden.“
Oft genug musste der Unternehmer in den vergangenen 13 Jahren ein Minus aus eigener Tasche ausgleichen. „In einer normalen Bundesliga-Saison kommen wir auf einen Umsatz von 55 bis 60 Millionen. Das reicht nicht für einen Gewinn“, stellte Kind fest. Erst bei einer Summe von 80 Millionen plus X könne ein Club wie Hannover 96 einen Gewinn erzielen. Doch dafür sei die Wirtschaftskraft in der Region Hannover zu gering: „Wir müssen regelmäßig international spielen, um 80 Millionen Umsatz zu schaffen.“
Drei Spieltage vor Saisonende kann das Team von Trainer Mirko Slomka die Europa League zum zweiten Mal nacheinander erreichen. „Ich wünsche mir von Herzen, dass wir uns noch einmal qualifizieren“, sagte Kind. Damit sprach er den 250 anwesenden Mitgliedern aus der Seele. Die Profis fehlten, doch das nahm ihnen keiner krumm. Sie sollten nach der 0:1-Pleite in Hamburg, wo sie ausgebrannt wirkten, an zwei freien Tagen die Akkus aufladen. „Mitleid brauchen die Kerle natürlich nicht“, sagte Kind in der für ihn typischen Art.
Der gut gelaunte Clubchef freute sich über den Zuwachs von fast 5000 neuen Mitgliedern auf nun 16.820. Erstmals konnte auch der Gesamtverein e.V. mit seinen Abteilungen von Badminton bis Schach einen Gewinn erwirtschaften. “96 ist nicht nur Fußball, sondern auch Breitensport. Dieses Bewusstsein muss man noch stärker verbreiten“, forderte Kind.
Fast euphorisch feierte der unumstrittene Vereinschef – von einer Opposition und den legendären Grabenkämpfen vergangener Jahrzehnte ist nichts zu spüren – die Leichtathletin Maren Schwerdtner. Kind verglich die Trainingsleistungen der deutschen Hallenmeisterin im Mehrkampf mit denen der gut bezahlten Fußballprofis, bat dann aber die Journalisten: „Schreiben Sie bloß nicht, was ich sage.“
(Quelle: www.haz.de)

96 – Madrid / Noch einmal die geile Choreographie

Veröffentlicht: 9. April 2012 in Hannover 96
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Die Choreo bestand aus fasst 26.000 Schildern!

-> Choreo bei youtube

 

 

05.04.2012, Euro-League: Der Traum vom Halbfinale ist für 96 geplatzt, aber es waren tolle Spiele unserer „Roten“ zu sehen. Auch die positive Spielebilanz überraschte sicherlich den ein oder anderen Fussballfachmann.

Zwei 1:2 Niederlagen gegen Atletico Madrid standen am Ende im Viertelfinale zu buche. Sicherlich wäre mit etwas Glück mehr drin gewesen, die Spanier erwiesen sich jedoch als abgezockter…wenn man bedenkt, dass die iberische Mannschaft einen Marktwert von ca. 172 Mio. € aufweist (Hannover´s Team ca. 78 Mio. €). Wenn man beide Spiele addiert, waren die Spanier das bessere und reifere Team.

Danke Jungs, ihr habt Europa zu uns gebracht.

96 spielt gegen Atletico Madrid! Es geht zuerst auswärts nach Spanien. Sollte 96 die Madrilenen ausschalten, so würde der Gegner im Halbfinale AZ Alkmaar (NL) oder CF Valencia (ES) heissen.

Auslosung Viertelfinale – Übersicht

Das wird hart, aber wir sind dabei 🙂  

…und wer hätte das nach der Qualifikation zur Gruppenphase gegen den FC Sevilla (2:1 und 1:1) wirklich geglaubt? Sevilla war schliesslich im Uefa-Ranking auf Platz 1 der Euro-League geführt! In der Gruppenphase bestand man gegen FC Kopenhagen, Standard Lüttich, Woskla Poltawa, im Sechzehntelfinale gegen den FC Brügge und nochmal Lüttich im Achtelfinale!

Bilanz von Hannover inkl. Qualifikationsrunde: 7 Siege, 4 Unentschieden, 1 Niederlage

Gesamtübersicht:

Gruppe B 
15.09.2011
19:00 Hannover 96 Standard Liège 0:0    
19:00 FC København Vorskla Poltava 1:0    
29.09.2011
21:05 Standard Liège FC København 3:0    
21:05 Vorskla Poltava Hannover 96 1:2    
20.10.2011
21:05 Hannover 96 FC København 2:2    
21:05 Standard Liège Vorskla Poltava 0:0    
03.11.2011
19:00 FC København Hannover 96 1:2    
19:00 Vorskla Poltava Standard Liège 1:3    
30.11.2011
21:05 Standard Liège Hannover 96 2:0    
21:05 Vorskla Poltava FC København 1:1    
15.12.2011
19:00 FC København Standard Liège 0:1    
19:00 Hannover 96 Vorskla Poltava  3:1  
2. Runde 
14.02.2012
12:00 Rubin Kazan Olympiakos Piräus 0:1    
18:30 Sporting Braga Beşiktaş 0:2    
16.02.2012
18:00 Lokomotiv Moskva Athletic Bilbao 2:1    
19:00 AFC Ajax Manchester United 0:2    
19:00 RB Salzburg Metalist Kharkov 0:4    
19:00 AZ Alkmaar RSC Anderlecht 1:0    
19:00 Lazio Roma Atlético Madrid 1:3    
19:00 Viktoria Plzeň FC Schalke 04 1:1    
19:00 Legia Warszawa Sporting CP 2:2    
21:05 FC Porto Manchester City 1:2    
21:05 Stoke City Valencia CF 0:1    
21:05 Steaua Bucureşti FC Twente 0:1    
21:05 Wisła Kraków Standard Liège 1:1    
21:05 Udinese Calcio PAOK Saloniki 0:0    
21:05 Trabzonspor PSV Eindhoven 1:2    
21:05 Hannover 96 Club Brugge KV 2:1    
22.02.2012
18:00 Manchester City FC Porto 4:0    
23.02.2012
19:00 Athletic Bilbao Lokomotiv Moskva 1:0    
19:00 Valencia CF Stoke City 1:0    
19:00 FC Twente Steaua Bucureşti 1:0    
19:00 Standard Liège Wisła Kraków 0:0    
19:00 PAOK Saloniki Udinese Calcio 0:3    
19:00 PSV Eindhoven Trabzonspor 4:1    
19:00 Club Brugge KV Hannover 96 0:1    
21:05 Manchester United AFC Ajax 1:2    
21:05 Metalist Kharkov RB Salzburg 4:1    
21:05 Olympiakos Piräus Rubin Kazan 1:0    
21:05 RSC Anderlecht AZ Alkmaar 0:1    
21:05 Atlético Madrid Lazio Roma 1:0    
21:05 FC Schalke 04 Viktoria Plzeň 3:1 n.V.    
21:05 Beşiktaş Sporting Braga 0:1    
21:05 Sporting CP Legia Warszawa 1:0    
Achtelfinale 
08.03.2012
19:00 Metalist Kharkov Olympiakos Piräus 0:1    
19:00 Sporting CP Manchester City 1:0    
19:00 FC Twente FC Schalke 04 1:0    
19:00 Atlético Madrid Beşiktaş 3:1    
21:05 Standard Liège Hannover 96 2:2    
21:05 Valencia CF PSV Eindhoven 4:2    
21:05 AZ Alkmaar Udinese Calcio 2:0    
21:05 Manchester United Athletic Bilbao 2:3    
15.03.2012
19:00 Hannover 96 Standard Liège 4:0    
19:00 PSV Eindhoven Valencia CF 1:1    
19:00 Udinese Calcio AZ Alkmaar 2:1    
19:00 Athletic Bilbao Manchester United 2:1    
21:05 Olympiakos Piräus Metalist Kharkov 1:2    
21:05 Manchester City Sporting CP 3:2    
21:05 FC Schalke 04 FC Twente 4:1    
21:05 Beşiktaş Atlético Madrid 0:3

Ja, 1966 und das gleich 3 mal! Im damaligen Messepokal (Vorgänger vom Uefa-Cup) schied 96 lediglich nach Entscheidung durch Münzwurf aus!

Diese Spiele gegen den FC Barcelona sollten sich zu den dramatischsten Europapokal-Spielen der Vereinsgeschichte von Hannover 96 entwickeln.

96 gewann im Niedersachsenstadion gegen den Favoriten aus Katalonien mit 2:1 (1:1). Hans Siemensmeyer bezwang in der 15. und 54. Minute den spanischen Keeper Pesudo zur großen Freude der 40.000 Zuschauer. Das Gegentor für die Spanier fiel kurios: Verteidiger Benitez trat einen Elfmeter scharf, den 96-Keeper Horst Podlasly abwehren konnte, aber Mittelstürmer Zaluda flog mit dem Kopf voraus in die Flugbahn des Balles und erzielte das zwischenzeitliche Unentschieden.

02.02.1966 Hannover 96 – FC Barcelona 2:1 (1:1)

Hannover 96: Podlasly – Steinwedel, Bena, Mittrowski, Laszig, Fuchs, Hoff, Gräber, Siemensmeyer, Rodekamp,  Bandura – Trainer: Kronsbein

FC Barcelona: Pesudo – Benitez, Eladio, Gallego, Olivella, Torres, Rife, Vergés, Zaldúa, Fusté, Zaballa – Trainer: Olson

Schiedsrichter: Geluck (Belgien) – Zuschauer: 40.000

Tore: 1:0 Siemensmeyer (15.), 1:1 Zaluda (44.), 2:1 Siemensmeyer (54.)

14 Tage später wollte Trainer Helmut „Fiffi“ Kronsbein vor 60.000 Zuschauern mit einem Abwehrbollwerk das Wunder von Nou Camp schaffen. Aber in der 61. Minute bezwang  Barca-Stürmer Fuste mit einem Fallrückzieher Horst Podlasly im 96-Tor und erzielte so das 1:0-Endergebnis. Da es die heute übliche Auswärtstor-Regel noch nicht gab, war ein Entscheidungsspiel notwendig. Sofort nach Abpfiff wurde per Los Hannover als Austragungsort ermittelt.

16.02.1966  FC Barcelona – Hannover 96 1:0 (0:0)

FC Barcelona: Pesudo – Benitez, Eladio, Vergés, Olivella, Torres, Rife, Muller, Zaldúa, Fusté, Zaballa – Trainer: Olson 

Hannover 96: Podlasly – Bohnsack, Bena, Mittrowski, Laszig, Fuchs, Mühlhausen, Gräber, Siemensmeyer, Rodekamp,  Bandura – Trainer: Kronsbein

Schiedsrichter: Phillips (Schottland)  – Zuschauer: 50.000

Tor: 1:0 Fusté (61.)

Im Entscheidungsspiel in Hannover unterstützten 55.000 Zuschauer das 96-Team. Und nach 11 Minuten konnten diese bereits jubeln. Walter Rodekamp brachte mit einem Fallrückzieher von der Torauslinie den Ball in den Fünfmeterraum, Barcas Torwart Reina verpasste den Ball und Jürgen Bandura drückte diesen zum 1:0-Führungstreffer über die Linie. Bis kurz vor Spielende verteidigte 96 den knappen Vorsprung. Doch Barcas Stürmer Pujol erzielte dann doch noch den Ausgleichstreffer – in der 88. Minute. Danach folgte eine wenig ereignisreiche Verlängerung. Da das heute übliche Elfmeterschießen noch nicht eingeführt war, musste das Los entscheiden. Die Unparteiischen und die Mannschaftskapitäne zogen sich zum Münzwurf in die Katakomben des Niedersachsenstadions zurück. In der Kabine von Schiedsrichter Taylor aus England  wurde eine Münze geworfen. Barcas Vertreter hatten sich für die richtige Seite entschieden und damit das Losglück. 96 schied unglücklich aus und konnte sich am Saisonende nur damit trösten,  dass der FC Barcelona den Europacup gewann.

02.03.1966  Hannover 96 – FC Barcelona 1:1 n.V. (1:0; 1:1) 

FC Barcelona nach Münzwurf weiter 

Hannover 96: Podlasly – Bohnsack, Bena, Mittrowski, Laszig, Fuchs, Heiser, Gräber, Siemensmeyer, Rodekamp,  Bandura – Trainer: Kronsbein

FC Barcelona: Reina – Benitez, Olivella, Foncho, Montesinos, Torres, Pereda, Rife, Muller, Pujol, Zaballa – Trainer: Olson

Schiedsrichter: Taylor (England) – Zuschauer: 55.000

Leute, habe ich einen Hals! Damit meine ich die Halsschmerzen vom vielen singen und vor allem….vom schreien!! Was der Portugiese für eine Suppe gepfiffen hat, einfach zum vergessen! Und das die Belgier permanent geschauspielert haben….ey….ich bin wahnsinnig geworden….diese fallsüchtigen Hinterholländer!

Und dieser Portugiese als Schiedsrichter verkleidet…1x Elfmeter für 96 verweigert, 1 reguläres Tor aberkannt….und noch paar Kleinigkeiten…allerdings groß genug für ein Halskratzen! Den Kasper hätte man als erstes auswechseln müssen!

Als ich zu Patrick (mein bester Kumpel) sagte, dass die Belgier eigentlich noch gar nichts im Spiel gerissen hatten…da kam gerade die Flanke in den 16er und drin war die Pille….0:1….wir konnten uns nur noch doof angucken!

Man hatte bei dem Spiel lange Zeit das Gefühl, dass die Roten den Brüggern nicht weh tun wollten, keine aggressive Spielweise, zartegeführte Zweikämpfe, viel Raum für den Gegner im Mittelfeld…eigentlich eine untypische Verhaltensweise von Slomka´s Mannen. Aber mit Kampf und Siegeswillen haben unsere Jungs das Ding noch prima gedreht und hätten sogar noch höher gewinnen müssen. Nach einem „normalen Spielverlauf “ wäre das gestern ein 5:0 gewesen….naja….wenn und so weiter…!

Die Stimmung war wieder einmal klasse! Die Hannoveraner leben und geniessen ihren Traum in der Euro-League. Selbst das 0:1 brachte nur für kurze Zeit einen Abbruch, bevor die stimmgewaltigen Gesänge weiter durch das Oval schallten. Man musste das Gegentor aus dem Nichts nur kurz verstehen und analysieren. Dann hieß es: Abwischen und weiter geht´s! Die zahlreichen, belgischen Fans kamen mit einer großen Tasche Gesangslust, was zu einer tollen Europacup-Stimmung beitrug.  Es freut mich, dass Sobiech wieder getroffen hat, geil, wie Schlaudraff den (berechtigten, vom Schiedsrichter gesehenen!!!) Elfmeter verwandelte. Das Rückspiel nächste Woche wird durch das enge Endergebnis  spannend gehalten. Sollten wir in Brügge bestehen, dann scheint es so, als müssten wir erneut nach Lüttich…Hinterholland. Die haben 1:1 in Krakau gespielt.

Das geile Elfmetertor von Jan Schlaudraff aus Sicht der Belgier 🙂

http://youtu.be/joekgWCrEwk

Hannover 96 – FC Brügge

Veröffentlicht: 16. Februar 2012 in AKTUELLES / NEUES, Hannover 96
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Heute geht es in der Euro-League gegen den von Christoh Daum trainierten FC Brügge. Jetzt gilt es in Hin- und Rückspiel zu bestehen, am besten mit einem Heimsieg.

Dieser soll (und wird!) heute abend um ab 21:05 Uhr eingefahren werden.

Sollte 96 bestehen, so würde in der nächsten Runde ebenfalls eine machbare Aufgabe warten. Wisla Krakau oder Standard Lüttich sind auch keine Übermannschaften. Zwar gab es gegen Lüttich in der Gruppenphase lediglich ein 0:0 sowie eine 0:2 Niederlage, allerdings dominierte man drei der vier Halbzeiten…also keine Bange machen.

Aber….Schritt für Schritt, erst einmal auf Brügge konzentrieren. Und das wird bestimmt kein Spaziergang. Wer allerdings eine Mannschaft wie den FC Sevilla rauswirft, kann durchaus mit Selbstbewusstsein in diese Runde gehen. In der Bundesliga sind die Roten von Mirko Slomka seit 8 Spieltagen ungeschlagen.

Hat diese Mannschaft bereits für den Verein historisches geleistet, so besteht hier die nahezu einmalige Chance sehr weit in der Euro-League zu kommen. Packen wir´s gemeinsam an!

-> 2010/11: 4. Platz, die beste Saisonplazierung in der Bundesliga für unsere „Roten“

-> 2010 / Saisonabschluss gegen den Abstieg, Spiel in Bochum

-> Die Paraden von Robert Enke

-> Relegationsspiel 97/98 gegen TeBe Berlin / Aufstieg in die 2. Liga ….unvergessen!

-> Das bis dato leider letzte Punktspiel-Derby gegen Eintracht BS (um Platz 1 in der Regionalliga, Saison 1997/98)

-> DFB-Pokalsieg´92

-> Deutscher Meister ist 1954 …überraschend Hannover 96!!!

3 Titel, 3 Wunder:

In der Saison 1937/38 wurde Hannover 96 zum ersten Mal Deutscher Fußballmeister. Die Mannschaft erreichte das Endspiel durch ein 3:2 nach Verlängerung im Halbfinale in Dresden gegen den Hamburger SV. Das Finale wurde am 26. Juni 1938 in Berlin ausgetragen. Gegner war die in den 1930er Jahren dominierende Mannschaft des FC Schalke 04, die als hoher Favorit galt. Vor mehr als 90.000 Zuschauern lautete das Ergebnis 3:3 nach Verlängerung. In der Wiederholung des Endspiels, am 3. Juli 1938 erneut in Berlin vor diesmal über 94.000 Zuschauern ausgetragen, stand es nach der regulären Spielzeit erneut 3:3. Hannover 96 gelang in der Verlängerung der Siegtreffer zum 4:3 n.V. und damit eine kaum für möglich gehaltene Sensation: Hannover 96 war deutscher Fußballmeister 1938.

1953/54 gelang ihm mit einer namenlosen Elf, in der kein einziger Nationalspieler der späteren Weltmeistermannschaft aus Deutschland stand, nach einem Startrekord mit 22:0 Punkten in der Oberliga Nord der Gewinn der Norddeutschen Meisterschaft und der Einzug in die Endrunde um die deutsche Meisterschaft. 96 schaffte in der Endrunde gegen den Berliner SV 92 und den VfB Stuttgart den Einzug ins Endspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern. Das Finale wurde im Hamburger Volksparkstadion vor 80.000 Zuschauern ausgetragen. Kaiserslautern war klarer Favorit, da die Mannschaft viele Nationalspieler aufwies, die später in Bern zudem noch überraschend Fußball-Weltmeister 1954 werden sollten. In Hamburg gab es am 23. Mai 1954 ebenfalls ein Wunder – der Außenseiter Hannover 96 besiegte Kaiserslautern nach einem 1:1 zur Halbzeit mit 5:1 und wurde zum zweiten Mal deutscher Fußballmeister.

Von 1989 bis 1996 gehörte Hannover 96 der zweiten Liga an. 1992 gelang es dem Verein unter Trainer Michael Lorkowski als erstem Zweitligisten, den DFB-Pokal zu gewinnen. Die Mannschaft, die in dieser Saison in der Staffel Nord der zweiten Bundesliga nur im oberen Mittelfeld spielte, besiegte mit dem VfL Bochum, Borussia Dortmund, dem Karlsruher SC, Werde Bremen sowie im Finale Borussia Mönchengladbach dabei gleich fünf Bundesligisten. In Dortmund lag 96 zur Halbzeit bereits 2:0 zurück und drehte das Spiel zu einem 2:3 Auswärtssieg. Torwart Jörg Sievers avancierte zum Pokal-Helden, indem er sowohl im Halbfinale gegen Bremen (7:6 n.E.) als auch im Finale (4:3 n.E.) mehrere Elfmeter parieren konnte. Im Halbfinale hatte er den entscheidenden Elfmeter für Hannover zudem selbst sicher verwandelt. Beim Halbfinalsieg war ich dabei…unglaublich!!!

Nach dem Gewinn des DFB-Pokals durfte Hannover 96 1992/93 als Zweitligist im Europapokal der Pokalsieger starten. Als eine der größten Ironien der Vereinsgeschichte gilt das Los in der ersten Runde des Wettbewerbs: Statt einer internationalen Mannschaft wurde ausgerechnet der Europacup-Sieger des Vorjahres, Werder Bremen, zugelost – in einem Wettbewerb, in dem abgesehen vom Titelverteidiger nur eine Mannschaft pro Land startete. Nach einem 1:3 in Bremen reichte es im Rückspiel in Hannover nur zu einem 2:1-Sieg, so dass die Mannschaft den Einzug in die zweite Runde verpasste.

Zudem gab es noch 3 weitere Wunder:

1984/85: Aufstieg mit einem jungen Team aus vielen hannoverschen Talenten:

Erst unter Trainer Werner Biskup gelang in der Saison 1984/85 der Wiederaufstieg in die erste Liga mit einer jungen Mannschaft. 1983 waren Martin Giesel und Bastian Hellberg von Arminia Hannover geholt worden. Aus Schalke waren die erfahreneren Werner Lorant und Bernd Thiele geholt worden. Dierßen war allerdings nach Schalke abgegeben worden. 1984 kamen von Arminia Hannover noch Michael Gue und Maximilian Heidenreich und aus den USA Franz Gerber, während Lorant bereits nach einem Jahr wieder Hannover verließ. Stammspieler wurde auch der von den eigenen Amateuren aufgerückte Matthias Kuhlmey. Da Hannover einen Mini-Etat besaß und als Abstiegskandidat Nr.1 gehandelt wurde, gilt dieser Aufstieg mit vielen hannoverschen Spielern als nicht vergessenes Wunder bei den Fans.

1973: Das Wunder von Wuppertal – Die Entscheidung gegen den ewigen Rivalen:

Schlechte Ausgangsposition
Die Stimmung bei den Anhängern von Hannover 96 war am 26. Mai 1973 auf einem Tiefpunkt. Die Roten hatten gerade bei Erzrivale Eintracht Braunschweig mit 2:3 verloren und war dadruch stark abstiegsbedroht. Mit dem Sieg im Derby am 32. Spieltag hatte sich die Eintracht einen Drei-Punkte-Vorsprung auf Hannover 96 und Platz 17 der Bundesligatabelle verschafft. 1973 galt noch die Zwei-Punkte-Regel, zudem stiegen nur zwei Mannschaften ab. Daher schien zwei Spieltage vor Saisonende der Abstieg für Hannover 96 so gut wie sicher.

Entscheidung am letzten Spieltag
Nach dem 33. Spieltag sah die Ausgangsposition schon etwas besser aus. Das Team von Trainer Hannes Baldauf gewann mit 2:0 gegen Hertha BSC. Zeitgleich unterlag Braunschweig mit 0:3 beim 1. FC Kaiserslautern. Auch der FC Schalke war noch abstiegsgefährdet. Rot-Weiß Oberhausen dagegen stand bereits als Absteiger fest. So ging Hannover 96 mit 24 Punkten als Vorletzter in den letzten Spieltag am 9. Juni 1973. Ein Punkt fehlte auf den Rivalen aus Braunschweig, auch Schalke war mit zwei Punkten Vorsprung noch in Reichweite.

In den Medien wurde 96 dennoch bereits als Absteiger gehandelt. Kaum jemand traute dieser Mannschaft noch einen Sieg beim heimstarken Wuppertaler SV zu. Kaum einer der treuen Fans wagte zu hoffen, dass Braunschweig sein Heimspiel gegen Fortuna Düsseldorf verlieren würde. Die personellen Voraussetzungen vor der Partie in Wuppertal waren auch nicht gerade rosig. Neben den verletzten Stammkräften Pauly, Mrosko und Rühmkorb fiel auch Verteidiger  „Eddy“ Bandura kurzfristig aus. Auf Grund dieses Pessimismus begleiteten nur knapp 1.000 96-Fans das Team nach Wuppertal.

Ständiger Kontakt nach Braunschweig
Während der Partie im traditionsreichen Stadion am Zoo in Wuppertal stand die Trainerbank von 96 im ständigen Kontakt mit dem Geschehen in Braunschweig. Die Reservisten der Roten hatten das Transistorradio am Ohr, den Blick allerdings auf das Spielfeld gerichtet. Trainer Hannes Baldauf und Manager Kleemann wollten wissen, ob sich die eigenen Anstrengungen noch lohnten.

Um 15.33 Uhr sendete 96 dann das erste Lebenszeichen nach Braunschweig. 96-Verteidiger Rainer Stiller erzielte schon in der 3. Minute die 1:0-Führung für Hannover. Die Spannung stieg, als der Düsseldorfer Gerd Zewe um 15.48 Uhr die Fortuna in Braunschweig ebenfalls mit 0:1 in Führung brachte. Die Freude hierüber hielt jedoch nur kurz. Fünf Minuten später markierte Ludwig Bründl den 1:1-Ausgleich für die Eintracht. 96 ließ sich aber nicht beirren und erfüllte seine eigene Aufgabe. Hans Siemensmeyer setzt einen Freistoß unhaltbar zum 0:2-Pausenstand ins Wuppertaler Tor. Da das Torverhältnis von Hannover 96 deutlich besser war als das der Braunschweiger, brauchte die Eintracht unbedingt einen Sieg.

Braunschweig wie gelähmt
„Es gab damals noch keine Anzeigetafel, aber wir Spieler haben das Ergebnis von Hannover 96 von unserer Bank erfahren. Wir wussten also immer, wie es steht. Wir hätten ja unser Heimspiel gegen Fortuna Düsseldorf nur gewinnen müssen, um in der Bundesliga drin zu bleiben. Aber wir waren wie gelähmt und katastrophal schwach. Jeder wusste, dass es schief geht“, erinnert sich Braunschweig-Akteur Bernd Gersdorff.

Das 96-Team mobilisierte nach der Pause die letzten Kräfte. Als Willi Reimann um 16.54 Uhr mit dem 0:3 die Weichen endgültig auf den 96-Auswärtssieg stellte, war die Abstiegsgefahr bereits gebannt. Denn eine Viertelstunde zuvor hatte Klaus Budde für Fortuna Düsseldorf das 1:2 in Braunschweig erzielt.

In letzter Sekunde gerettet
Hannover 96 holte am Ende durch das zweite Tor von Willi Reimann den zweiten Auswärtssieg der Saison und gewann mit 0:4. Durch die gleichzeitige Heimniederlage der Braunschweiger retteten sich die Roten damit zum dritten Mal in letzter Sekunde vor dem Abstieg. Schalke 04 gewann sein Heimspiel souverän mit 2:0 gegen den Hamburger SV und war damit ebenfalls gerettet.

Fix und fertig lagen sich 96-Verantwortliche und Mannschaft nach dem Schlußpfiff von Schiedsrichter Quindeau vor 25.000 Zuschauern (mehr als 10.000 davon aus Hannover!!) in Wuppertal freudentrunken in den Armen. Präsident Ferdinand Bock jubelte: „Jetzt können wir mit den ausgefertigten Regionalliga-Verträgen ein Freudenfeuer anzünden.“

1998: Wiederaufstieg gegen TeBe Berlin:

Während bei 96 die Kassen zwischenzeitlich leer waren, hieß der Gegner TeBe Berlin. TeBe hatte mit 10,-Mio DM einen Etat, der locker im oberen Zweitligadrittel lag. Zudem hatte TeBe seit über einem Jahr kein Spiel mehr verloren. Und dann kam das Wunder, nachdem man das Hinspiel in Berlin 0:2 verloren hatte.

96 zurück in der zweiten Liga! Um 22.57 Uhr war das kleine Wunder perfekt – und Jörg Sievers wieder einmal der Held. Dank des überragenden Torhüters gewann 96 das zweite Aufstiegsspiel gegen Tennis Borussia Berlin mit 5:1 nach Elfmeterschießen. Nach 120 Minuten hatte es 2:0 für Hannover gestanden, Rückstand aus der ersten Partie ausgeglichen.                  50 000 waren aus dem Häuschen. Das Spiel begann mit einer Überraschung. In letzter Minute hatte 96-Trainer Reinhold Fanz seine Aufstellung geändert. Volkan Arslan und Jürgen Degen blieben draußen, Bastian Reinhardt und der zuletzt aus dem Kader verbannte Hakan Bicici durften von Beginn an mitmachen. 96 nach dem 0:2 in Berlin am Boden, aber es brodelte im Niedersachsen-Stadion. „Steht auf, wenn Ihr Rote seid“, sangen die Fans. Fast schien es so, als sollten sie erneut enttäuscht werden. Denn die Hauptstädter tauchten schon in den ersten Minuten zweimal gefährlich vor Hannovers Schlußmann Jörg Sievers auf. Dann aber flog der erste Ball in Richtung TB-Tor – die Berliner Mauer (nur sieben Gegentore in 34 Regionalliga-Spielen) fiel dank des Flugkopfballtreffers von Gerald Asamoah (7. Minute). Die so wichtige frühe Führung war da. Dann kam Hektik ins Spiel. Hannovers Dieter Hecking und Berlins Dejan Raickovic rangelten um den Ball. Der Ex-96er Raickovic wurde immer wieder ausgepfiffen, weil er bei Freistößen das Spiel verzögerte. Und Gästestürmer Ilija Aracic wollte einen Platzverweis für 96 provozieren. Er fiel, obwohl ihn Torwart Sievers gar nicht berührt hatte – aber der Schiedsrichter nicht darauf hinein. Jürgen Aust zeigte sowohl Aracic als auch dem fuchsteufelswilden Sievers die gelbe Karte (37.). Es brodelte weiter, dann war Zeit, die Gemüter abzukühlen. Nach der Halbzeitpause wurde Tennis Borussia offensiver. Allerdings agierte das Team wesentlich passiver als beim Hinspiel im Mommsenstadion – war’s die Nervosität nach dem schnellen Rückstand? Mehr als einmal konnten die Berliner den Torschützen Asamoah nur mit brutalen Fouls stoppen. Ein zweiter Treffer mußte her, damit’s zumindest in die Verlängerung gehen konnte. Die Zuschauer verlangten nach „Milo, Milovanovic“. Hannovers Toptorjäger (22 Saisontreffer) war im Gegensatz zum Hinspiel dabei – wenn auch nur auf der Reservebank. Der sensible Serbe kam nach einer Stunde für Bicici ins Spiel. Fortan geriet TB noch mehr unter Druck. Und 96-Coach Fanz riskierte alles, brachte Offensivmann Babacar N’Diaye für Manndecker Bernd Eigner. Dieser Mut wurde belohnt. Es traf, mit einem wunderschönen Fallrückzieher – natürlich Milovanovic. Ein Fußballmärchen. Die Stimmung kochte über. Zusammengerechnet stand’s nun 2:2 – Verlängerung.

Zur Erinnerung: TB hatte in der gesamten Drittliga-Saison nie zwei Gegentreffer in einem Spiel kassiert. Trainer Hermann Gerland, genannt „Tiger“, fauchte am Spielfeldrand. Es passierte nicht mehr viel. Abgesehen von einem offenbar nicht regulärem Tor der Berliner und der Tatsache, daß 96 in Unterzahl weiterspielen mußte (Damian Brezina verletzt, schon dreimal ausgewechselt). Also Elfmeterschießen. Da trafen alle hannoverschen Schützen nervenstark ins Netz, drei Berliner versagten. Dann ging die Aufstiegsparty richtig los. Es gab Ehrenrunden ohne Ende, und die Fans sangen dazu: „Oooooooh, wie ist das schön“.

(Ich hatte seit Ewigkeiten eine Karte für das Spiel. Da ich aber die Niederlage in Berlin bereits live gesehen hatte, war meine Hoffnung gegen diesen vermeintlich überlegenen Gegner gering. Auch wenn Hannover in den 2 letzten Spielzeiten stets mehr als 100 Saisontore erzielte, Berlin war der klare Favorit. Zum Glück habe ich mich doch noch kurzfristig umentschieden und bin ins Stadion gepilgert…zum Glück!) 

1996–2002: Der Neuaufbau

Dem Abstieg in die Regionalliga folgte ein personeller Aderlass. Am Anfang der Saison 1996/97 waren vom alten Kader lediglich Torwart Jörg Sievers, Libero Carsten Linke und Kreso Kovacec übrig. Doch der Neuaufbau gelang: Reinhold Fanz als Trainer und Franz Gerber als Manager stellten eine junge Mannschaft zusammen. 1997 wurde Hannover 96 überlegen Regionalligameister. Zur Mannschaft gehörten u.a. Otto Addo, Vladan Milovanovic, Fabian Ernst, Kreso Kovacec und Dieter Hecking. Hannover scheiterte jedoch in der Relegation an Energie Cottbus, in einem denkwürdigem Spiel, als das Flutlicht des Stadions ausfiel und Cottbuser Fans Otto Addo und Gerald Asamoah bespuckten und mit Bananen bewarfen.

Im Verlauf der zweiten Regionalligasaison 1997/98 kam es zu einer offenen Rebellion gegen die „Kahlschlagpolitik“ des Vereinspräsidenten Utz Claassen, an dem sich auch die Mannschaft und verschiedene Mitarbeiter und andere Funktionsträger des Vereins beteiligten. Die Mannschaft rief unter anderem den damaligen niedersächsischen Ministerpräsidenten Gerhard Schröder zu Hilfe, um den Verein vor seinem eigenen Präsidenten zu schützen. Im weiteren Verlauf der Turbulenzen kam es zu Masseneintritten aus der Fanszene mit dem einzigen Zweck, Claassen auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung abzuwählen. Dieser versuchte erfolglos, die neuen Mitglieder für nicht stimmberechtigt zu erklären und wich einer Abstimmung anschließend durch plötzlichen Rücktritt aus. Zu Claassens Nachfolger wurde der Hörgeräte-Unternehmer Martin Kind gewählt, der die Strukturen des Vereins grundlegend professionalisierte und viel eigenes Geld investierte.

1998 stieg 96 als erneuter Regionalligameister unter Trainer Reinhold Fanz wieder in die zweite Liga auf, die Rückkehr in den Profifußball war geschafft. Zahlreiche junge Spieler, die knapp zehn Jahre später in der Bundesliga und der deutschen (Gerald Asamoah, Fabian Ernst, Sebastian Kehl u. a.) bzw. ghanaischen Nationalmannschaft (Otto Addo) spielten, waren beteiligt. Der spätere 96-Trainer Dieter Hecking gehörte ebenfalls zur Aufstiegsmannschaft. Langjährig treue Spieler und Idole der 90er Jahre waren vor allem Torwart Jörg Sievers und Abwehrspieler Carsten Linke. „Colt“ Sievers ist heute Torwarttrainer des Vereins.

Der direkte Durchmarsch in die Bundesliga wurde 1999 mit dem 4. Platz knapp verfehlt. Auch in der Saison 2000 (Platz 10) und 2001 (Platz 9) hatte 96 lange Kontakt zu den Aufstiegsrängen, fiel aber jeweils im Verlauf der Rückserie zurück.

2002-2004: Wiederaufstieg und zwei Jahre Abstiegskampf

2004-2009: Etablierung im Bundesliga-Mittelfeld

Seit 2009: Nach Tiefpunkten zum Höhenflug

Die Saison 2009/10 begann mit einem kleinen Fehlstart, nur einem Punkt in zwei Spielen und dem blamablen DFB-Pokal-Aus gegen den Viertligisten Eintracht Trier. Dem Fehlstart folgte der Rücktritt von Trainer Hecking, dessen Entlassung von Fans und Umfeld schon seit einigen Monaten gefordert worden war. Sein Nachfolger Andreas Bergmann lieferte zunächst eine positive Bilanz ab: Unter ihm holte die Mannschaft 15 Punkte aus den folgenden zehn Spielen und stand im Mittelfeld der Tabelle. Nach der Selbsttötung von Nationaltorwart Robert Enke am 10. November 2009 erzielte die Mannschaft in den folgenden sechs Spielen nur einen Punkt und geriet erstmals seit 2004 wieder in Abstiegsgefahr. Trainer Bergmann wurde nach einer 0:3-Heimniederlage gegen den Tabellenletzten Hertha BSC am ersten Spieltag der Rückrunde beurlaubt und wenige Stunden später durch Mirko Slomka ersetzt. Unter Slomka verlor 96 zunächst sechs weitere Bundesligaspiele, ehe die für den Verein beispiellose Negativserie mit nur einem Punkt aus nunmehr zwölf Spielen am 6. März 2010 mit einem 2:1-Sieg beim SC Freiburg endete. In der Folge fing 96 sich wieder und holte in den letzten zehn Spieltagen der Saison 16 Punkte, so dass der Klassenerhalt am letzten Spieltag gesichert werden konnte. Am Ende der Saison 2009/10 stand 96 mit 33 Punkten auf Platz 15.

Die Prägung der Saison durch den Tod Robert Enkes spiegelt sich am Ende in den erreichten Punkten überdeutlich wieder: 16 Punkte aus den ersten zwölf Spielen mit Enke, nur ein Punkt aus den folgenden zwölf Spielen nach seinem Tod und aus den letzten zehn Spielen wiederum 16 Punkte. Neben der Anstellung von Sportpsychologen hatte sich auch eine Solidaritätskampagne von Verein und verschiedenen Institutionen um Unterstützung für die verunsicherte Mannschaft bemüht.

Mit einem 4:2 gegen Meisterschaftskandidat Schalke 04 am 30. Spieltag, einem 6:1 im letzten Heimspiel gegen Mönchengladbach und einem 3:0 am letzten Spieltag beim direkten Abstiegskonkurrenten VfL Bochum, für das die 96-Fans trotz einer Kartenverkaufssperre für Gästefans über 40 Prozent der Tickets erwerben konnten und fast durchweg in rot gekleidet in Bochum erschienen waren, war 96 schließlich doch noch die sportliche Rettung gelungen.

Nach schwachen Testspielergebnissen und dem Pokalaus im Elfmeterschießen gegen den Viertligisten Sportvereinigung 07 Elversberg galt Hannover 96                                                             zu Beginn der Saison 2010/2011 in den Medien als Abstiegskandidat Nummer eins. Sowohl der Trainer Mirko Slomka als auch der Sportdirektor Jörg Schmadtke standen unter Druck. Tatsächlich aber präsentierte sich Hannover 96 sehr erfolgreich. 96 überholte am dreizehnten Spieltag mit dem siebten Sieg der Saison gegen den Hamburger SV den früheren sportlichen Rivalen Eintracht Braunschweig in der ewigen Bundesligatabelle und kletterte zwei Spieltage später einen weiteren Platz in dieser Tabelle. Am 16. Spieltag stellte Hannover 96 mit einem 2:1-Sieg über den VfB Stuttgart den Vereinsrekord von fünf Bundesligasiegen in Folge aus der Saison 2004/05 ein. Am 17. Dezember 2010 verlängerte Hannovers Topstürmer Didier Ya Konan seinen bis 2012 laufenden Vertrag vorzeitig um weitere 2 Jahre. Zum Ende der Hinrunde stand 96 auf Tabellenplatz vier. In der Vereinshistorie war dies die beste Hinrunde seit Gründung der Fußball-Bundesliga.

Freundschaften & Rivalitäten

Es besteht eine langjährige Fanfreundschaft mit dem Hamburger SV, diese wird inzwischen (2010) von großen Teilen der Fanszene beider Vereine getragen. Dies wird weithin als eine der intensivsten Fanfreundschaften im deutschen Fußball wahrgenommen. Freundschaftliche Verbindungen bestehen weiterhin zu Teilen der Fanszene von Arminia Bielefeld und Odense BK aus Dänemark. Bei spielen zwischen Hamburg und Hannover hallt es aus beiden Fanblöcken abwechselnd und doch gemeinsam singend „HSV“ durch das Stadion…Gänsehautstimmung garantiert!!

Als Erzrivale seit der Gründung der Bundesliga 1963 galt lange Zeit Eintracht Braunschweig. Die Rivalität gründet sich auf die sportliche Situation der 1960er und 1970er Jahre, als beide Vereine in der ersten oder zweiten Liga spielten; sie flammte 1996 bis 1998 noch einmal auf, als Hannover 96 zu Braunschweig in die Drittklassigkeit abgestiegen war. Seit zwischen den Vereinen meist ein Zwei-Klassen-Abstand besteht (seit 2002 ist Hannover wieder erstklassig und Braunschweig in der Regel drittklassig), wird sie vor allem von Braunschweiger Seite gepflegt. Gelegentlich kommt es aber auch in Hannover noch zu rivalitätstypischen Schmähungen der Braunschweiger.

An die Stelle des sportlichen Regionalrivalen ist Werder Bremen als geographisch nächstgelegenster und gleichzeitig von 96-Fans ernst genommener Bundesligaverein getreten. Die Rivalität wird dadurch verstärkt, dass Werder Bremen auch für den mit 96 befreundeten Hamburger SV Erzrivale ist. Der VfL Wolfsburg, eigentlich der geographisch nächstgelegene Bundesligaverein, wird von den meisten 96-Fans aufgrund der geringen Tradition und des kleinen und einseitig auf dem VW-Konzern aufbauenden Umfelds als nicht rivalitätsfähig angesehen und eher ignoriert.

Eine weit verbreitete Antipathie herrscht seit 1997 gegenüber Energie Cottbus. Sie geht auf rassistische Übergriffe gegen Spieler von Hannover 96 und eine später eingestandene Flutlichtmanipulation durch die Cottbusser in der Aufstiegsrelegation zur 2. Bundesliga 1997 zurück.

96. Artikel / 96,96€ am Spieltag von 96 – FC Sevilla

Veröffentlicht: 15. Dezember 2011 in Hannover 96
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Das war ein gutes Omen!

beim bezahlen dachte ich zuerst die Verkäuferin will mich veräppeln, da ich natürlich im 96-Trikot einkaufen war. Es war allerdings kein Scherz sondern ein gutes Omen! Am Abend siegte 96 gegen den haushohen Favoriten 2:1

Im übrigen ist dieses, und da hatte ich vorher nicht drauf geachtet, mein 96. Artikel im Blog!

Und heute spielt 96 im letzten Gruppenspiel gegen Poltawa….hier hört die Zwischenrunde auf, gegen Sevilla fing alles an!

Mit Hannover 96 auf Europatour

Veröffentlicht: 15. Dezember 2011 in Hannover 96
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Ein Rückblick vor dem letzten Gruppenspiel.

Quelle: www.haz.de, Volker Wiedersheim, Christian Purbs, Heiko Rehberg
Mit dem Spiel gegen Poltawa legt Hannover 96 auf der Europatour eine Pause ein. Zeit für einen kurzen Rückblick: Reiseberichte aus Sevilla, Poltawa, Lüttich und Kopenhagen.

Die Herzen haben noch nicht genug

Sevilla: Das ist schon mal eine Hausnummer, wie man so sagt. Im Fußball wenigstens. Ein Fixstern allemal, wenn man ihn vom kleinen Fußballplaneten Hannover aus betrachtet.

Flughafentechnisch ist Sevilla allerdings Provinz. Kein Vergleich mit Hannover-Langenhagen. Klein, eng, übersichtlich. Wer da zur gleichen Zeit abfliegt, dem läuft man auch über den Weg. Es ist nach Mitternacht, der frühe Morgen des
26. August 2011, als die 96er dort eintreffen, um im Flugzeug die Heimreise anzutreten. Zeitgleich mit einem Großteil der Fans, die die „Roten“ zur ersten Europareise nach 19 Jahren begleitet haben. Es ist ein denkwürdiges Aufein­andertreffen.

Die 96er haben 1:1 gespielt. Aber die Hannoveraner haben das Stadion Ramón Sánchez Pizjuán dennoch als Sieger verlassen. Die Kicker, weil sie das Hinspiel schon 2:1 gewonnen hatten und dadurch den großen Fußball-Fixstern FC Sevilla von seinem Platz am Himmel verschoben haben. Und die „roten“ Fans, weil gut 3200 von ihnen rund 39 000 Spanier in Grund und Boden gesungen und gebrüllt haben. „Wenn die Stimme versagt, sing mit dem Herzen“, hatte die örtliche Zeitung „Diario de Sevilla“ am Spieltag gefordert – die Hannoveraner haben den Auftrag erfüllt.

Und jetzt treffen sie also am Flughafen an der Abfertigung wieder alle aufeinander. Die Spieler wie müde Helden. Die Fans vor allem heiser. Die Stimmen versagen fast, aber die Herzen haben noch nicht genug. Sie bilden eine Gasse beim Durchgang von der Passkontrolle in den Wartebereich. Und sie singen: Schon für das Vorauskommando, zu dem wie immer Zeugwart und Kofferträger Michael „Mille“ Gorgas und die Physiotherapeuten zählen. „So ein Tag, so wunderschön wie heute“ schallt es durch den Flughafenhalle. Dann der Torschütze Mohammed Abdellaoue, der noch mehr als sonst wie ein scheues Reh dreinblickt, und Jan Schlaudraff. Der Gesang wird lauter. Dann kommt Didier Ya Konan. Nur eingewechselt in den Schlusssekunden zum Zeitschinden, und sie singen „Schalalala, Didi Ya Konan, Ya Konan …“

Klubchef Martin Kind kann nicht aus seiner Haut. Die Klimaanlage im Wartebereich vor der Gangway ist ausgefallen. Es ist unerträglich heiß. Kind stehen Schweißperlen auf der Stirn, doch er redet kühl wie eh und je von Aufbauarbeit, Fundament, nächster Entwicklungsstufe: „Der nächste Schritt wird wieder vier, fünf Jahre brauchen.“

Sportdirektor Jörg Schmadtke und Stadionchef Thorsten Meier verlassen die Szene, sie fliegen als Erste ab. Zur Auslosung der Gruppengegner am Mittag direkt nach Monaco. Gut möglich, dass sie als letztes Lied vor dem Einsteigen noch hören, wie die 96-Fans ihren Sommerhit anstimmen: „Erste Runde Bukarest, zweite Runde Rom, in Kopenhagen schellt das Telefon …“

Zwölf Stunden später, Gruppenauslosung in Monaco: Worskla Poltawa, Standard Lüttich und – in Kopenhagen schellt das Telefon.

Gib Gas, Sergyi!

Heureka, selbst im Fernen Osten Fußball-Europas gibt es Cappuccino. Am Flughafen von Kiew, Durchgangsstation auf dem Weg zum ersten 96-Auswärtsspiel der Gruppenphase in Poltawa. Das Getränk ist grauenhaft, der Preis auch. 640 Griwna, das sind sechs Euro. Geschenkt. Es könnte der letzte für einige Zeit sein. Wer weiß schon, was einen am Ende einer Autofahrt über weitere 400 Kilometer in Richtung Osten erwartet.

Sergyi ist der Fahrer für eine Minigruppe von fünf Journalisten: drei Reporter, ein Radiomann, ein Fotograf. Wir haben fünf Stunden Zeit, um das Abschlusstraining und die Pressekonferenz pünktlich zu erreichen. Aber wir haben auch Horrorgeschichten über ukrainische Autobahnen gehört. Sergyi sagt: „Schaffen wir in vier Stunden.“ Besser anschnallen.

Sergyi hört gern Disko und überholt, während er konzentriert Sender sucht. Das ist mutig, da zu bedenken ist, dass diese Autobahn nur eine Fahrbahn je Richtung hat, keine Mittelleitplanke, und zum Überholen der Gegenverkehr zum Ausweichen auf den Standstreifen gezwungen wird.

Sergyi erreicht die Stadtgrenze Poltawas nach dreieinhalb Stunden. Aber er findet das Worskla-Stadion erst nach einigen Ehrenrunden um den Park zum Angedenken an die historische Schlacht von Poltawa, 1709 – wenn man so will, ein Heimsieg von 40.000 Russen und Ukrainern gegen 20.000 Schweden. Zum Glück kommt 96 mit Norwegern statt Schweden. Mohammed Abdellaoue schießt ein ganz wichtiges Tor, Christian Pander ein weiteres. 2:1, erster 96-Auswärtssieg in Europa seit einer gefühlten Ewigkeit.

Sergyi fährt uns in eine Bar für einen Abschiedsdrink. Er erzählt, dass er vor wenigen Tagen Britney Spears durch Kiew kutschiert hat. Wow! Auf der Rückfahrt platzt bei Tempo 120 ein Hinterreifen. Sergyi zwingt den schlingernden Bulli auf den Seitenstreifen. Wir haben Herzrasen. Britney wäre wohl sieben Tode gestorben und hätte ein Lied drüber geschrieben. „Ups, he saved me again“ oder so was in der Richtung.

Hinter Gittern

Und plötzlich ist die Gittertür zu, ein Schloss baumelt wie zum Hohn lustig im Wind hin und her. Es gibt keinen Ausweg, die HAZ ist ein- und ausgeschlossen. Wo? In Lüttich, wo sonst.

Eine gute halbe Stunde ist noch Zeit vor der Pressekonferenz im Stadion „Sclessin“ am Abend vor dem Spiel der „Roten“ bei Standard Lüttich. „Presse“ steht auf einem Schild über einem Eingang, das kann so falsch nicht sein. Treppen hoch, doch die Türen sind zu; weiter geht’s, schließlich landen wir ganz oben auf der Pressetribüne. Unten auf dem Rasen absolviert die Mannschaft von Standard Lüttich ihr Geheimtraining. Wir schauen interessiert zu. Überrascht, dass keiner meckert, beeindruckt von dem kleinen Spieler mit der tollen Schusstechnik.

Eine Viertelstunde später machen wir uns mit dem Vorsatz, 96-Trainer Mirko Slomka gleich mal zu fragen, ob er Mohammed Tchité auch wirklich auf dem Zettel hat, auf den Rückweg. Der endet vor den Gitterstäben, auch die anderen Ausgänge sind abgeschlossen. Zum Glück können wir einige Kollegen auf unsere missliche Situation aufmerksam machen, sodass uns zwar nicht ihr Spott, dafür aber ein längerer Aufenthalt in den dunklen Stadiongängen erspart bleibt. Und zur Pressekonferenz schaffen wir es auch noch (fast) pünktlich.

Beim Spiel am nächsten Abend ist die Spannung schneller verflogen, zu chancenlos ist 96 gegen die Belgier. Aber mit Schützenhilfe schaffen es die „Roten“ ja trotzdem in die K.-o.-Runde: danke, Poltawa. Ein Bild bleibt dennoch in Erinnerung: die leeren Plätze in diesem tollen Fußballstadion. Musste das wirklich sein, war es richtig, dass die Belgier Lüttich aus Angst vor Krawalle für 96-Fans zur verbotenen Stadt erklärt haben? Die engen Gassen der Altstadt mit ihren vielen gemütlichen Kneipen und der schöne Weihnachtsmarkt wären einen Besuch wert gewesen. Und dann noch ein Bild: Abpfiff, kurz vor Mitternacht: Wasserwerfer und Polizisten in schwerer Schutzausrüstung, Randale auf dem Busparkplatz. Wo sind Gitter und Schloss für diese Chaoten?

Plauderstunde in der Altstadt

Kopenhagener Altstadt, es ist kalt, es ist windig, und zwei Reporter aus Hannover sind auf der Suche nach Hannoveranern. Es ist der Tag vor dem Spiel beim FC Kopenhagen. 10.000 Fans von 96 sollen es in der Stadt werden, die Redaktion in der Heimat erwartet eine Fangeschichte, aber es sind keine Fans in Sicht.

Die Zeit läuft, noch zwei Stunden bis zur Pressekonferenz im Stadion. Da wir aber nicht wissen, wo das Stadion in der unbekannten Stadt liegt, werden wir langsam unruhig. „Na toll. 10.000 Fans, und ihr habt keinen aufgetrieben.“ Wir ahnen bereits den Spott der Kollegen, als wir deutsche Stimmen hören. Während wir noch zögern, ist unser Freund Thomas, der uns begleitet, bereits auf dem Weg durch die Altstadtgasse und vermeldet: 96-Fans gesichtet und dingfest gemacht. Jetzt gibt es kein Entkommen mehr.

Nun will nicht jeder Fan aus Hannover unbedingt in die Zeitung. Der eine hat sich auf der Arbeit krankgemeldet – wann kommt 96 schon mal wieder nach Europa? Der andere hat seiner Frau gesagt, dass er beruflich unterwegs ist. Doch diese Gruppe mit sechs Männern aus Hannover hat sich von den Frauen extra eine Reisegenehmigung geholt und ist in Plauderlaune. Die sechs waren auch schon in Sevilla dabei, sie alle wollen noch nach Bukarest, wo am 9. Mai das Europa-League-Finale stattfindet. Jetzt aber sind sie erst einmal in Kopenhagen.

Nach Fachsimpeleien über Dänen, Hannoveraner und Europa kommt der entscheidende Moment. „Dürften wir eure Namen notieren?“, frage ich. Es wäre nicht das erste Mal, dass jemand aufgeschlossen erzählt, aber seinen Namen nicht verraten und nicht in der Zeitung lesen will. Ohne Namen aber können wir die Geschichte vergessen. Und bis zur Pressekonferenz sind es nur noch anderthalb Stunden.

Doch Gerd Morawe und seine Freunde buchstabieren uns geduldig ihre Namen, noch schnell ein Bild, die Story ist gerettet. Einen Tag später, ein paar Stunden vor dem Anstoß, treffen wir die sechs wieder. Es ist immer spannend, Leuten zu begegnen, über die man geschrieben hat. Sind sie zufrieden? Haben wir etwas falsch zitiert? Hat doch einer nicht mit seiner Frau gesprochen? Doch alles ist gut. „Meine Frau hat schon morgens um 7 Uhr drei Anrufe bekommen, dass wir in der Zeitung stehen“, berichtet einer stolz. Ein kleiner Schreibfehler bei einem Namen wird uns verziehen. So macht Europa Spaß.

Viele 96-Fans fahren noch nachts nach dem 2:1-Sieg nach Hause. Ein Fan hat ein Andenken aus Hannover zurückgelassen. Als Kopenhagen am Tag nach dem Spiel erwacht, trägt die kleine Meerjungfrau am Rande des Hafens am Langeliniekai ein weißes 96-Trikot.

 

HSV – HSV

Veröffentlicht: 25. November 2011 in Hannover 96
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Kleiner HSV, großer HSV. Die beiden Fußball-Bundesligisten Hannover 96 und Hamburger SV – welcher ist eigentlich David, welcher Goliath?

Die Hanseaten einerseits, Gründungsmitglied der Bundesliga und seither als einziger Klub überhaupt noch nie abgestiegen – aber wenigstens für einige Zeit floß die Elbe zuletzt durch ein fußballerisches Tal der Tränen. 96 andererseits ist seit dem Wiederaufstieg eigentlich immer ein Kandidat für den Abstiegskampf gewesen. Bis der Klub in der vergangenen Saison wie eine Rakete in Richtung Europa startete. Am Sonnabend, Anpfiff ist um 18.30 Uhr in der AWD-Arena, ist wieder Derbyzeit. Der Tabellenachte empfängt den -14. Das sind doch eigentlich klare Vorzeichen dafür, dass der einstmals große und der kleine HSV wenigstens einstweilen die Rollen getauscht haben, oder?

„Es wäre jetzt ein bisschen weit hergeholt, dass wir das in der Mannschaft zum Thema machen“, sagte 96-Trainer Mirko Slomka gestern mit Blick auf die Begegnung. Dass allerdings das Ziel, Erster im Norden zu sein, schon einigen Ehrgeiz entfache, ist vielfach bestätigt. „Bremen ist derzeit sehr stark und steht zu Recht vorn“, sagte Slomka. „Wenn wir aber das Ziel haben, uns dauerhaft in den Top Ten zu etablieren, heißt das auch, dass einige Teams hinter uns bleiben müssen.“

Auch der Hamburger SV ist eine jener Mannschaften, die 96 hinter sich lassen könnte. Aber das hat für den VfL Wolfsburg am vergangenen Wochenende auch gegolten. Mag ja auch sein, dass 96 am Saisonende vor den „Wölfen“ steht, aber trotzdem setzte es in der Autostadt eine 1:4-Niederlage. Davon muss sich 96 erholen, muss jetzt eine Reaktion zeigen. Der Hamburger SV hingegen kommt nach dem Trainerwechsel von Michael Oenning zu Thorsten Fink und dessen erstem Sieg in der Bundesliga am vergangenen Spieltag gegen 1899 Hoffenheim (2:0) mit einigem Rückenwind über die A 7 nach Hannover. Vieles spricht also dafür, dass es beim Vergleich der Nord-Nachbarn in einer beispiellosen Serie packender Partien wieder einmal ein spannendes Duell gibt.
Zwei Faktoren machen den „Roten“ dabei besonders Mut. Erstens ist Sergio Pinto, der wegen einer Blessur und obendrein einer Grippe im Spiel gegen den VfL schmerzlich vermisst wurde, wieder auf dem Posten. „,Pinte‘ hat noch Schmerzen“, berichtete Slomka gestern, „aber er hat mir signalisiert, dass er spielen kann.“ Als Stratege ist Pinto einer der am schwersten zu ersetzenden Spieler der 96er. Als aggressiver Abräumer vor der Abwehrkette hat er indes mehr als einmal erlebt, dass Spiele gegen den HSV eine Gratwanderung sind: Im Februar 2008 sah er für eine Unsportlichkeit gegen einen HSV-Spieler die erste von zwei Roten Karten in kurzer Folge – und 96 erwog ernsthaft, Pinto endgültig auszumustern.
Der zweite ermutigende Faktor ist der Heimspielbonus dank der Unterstützung durch die 96-Anhänger. „Die Fans sind ein wesentlicher Bestandteil eines guten Spiels“, merkte Slomka an. „Wir freuen uns immer, zu Hause zu spielen. Wir sind saisonübergreifend in acht Heimspielen unbesiegt, die späte Sonnabendpartie, ausverkauftes Haus, und gegen den HSV ist es immer spannend: Da wollen wir etwas Besonderes bieten.“
Dieses Besondere sollen indessen altbewährte Tugenden der „Roten“ bewirken. „Das Ziel ist nicht unbedingt, den Gegner zu bespielen. Wir haben noch kein Spiel gewonnen, in dem wir mehr Ballbesitz hatten“, sagte der Trainer. Schlüssel zum Erfolg seien einmal mehr gewonnene Zweikämpfe im Mittelfeld und schnelles Umkehrspiel. „Der HSV lässt in der Bundesliga bisher die meisten Torschüsse des Gegners zu. Auch 1899 Hoffenheim hatte diese Chancen. Wir müssen sie nur effektiver nutzen.“
Wenn’s klappt, dann müsste sich der aktuell kleine HSV wohl noch einige Zeit mit dem Rollentausch arrangieren.
(Quelle & Verfasser: www.haz.de, Volker Wiedersheim)

Dieses Lächeln macht 96 froh

Veröffentlicht: 23. November 2011 in AKTUELLES / NEUES, Hannover 96
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Dieses Lächeln macht 96 froh

 
Nach elf Wochen stationärer Behandlung hat Markus Miller wieder mit dem Training begonnen. Der Ersatz-Torwart von Hannover 96 hatte seine psychischen Erkrankung in einem viel beachteten Schritt publik gemacht.
 
Nach elf Wochen stationärer Behandlung hat Markus Miller wieder mit dem Training begonnen.
 
Für Markus Miller hat der Weg zurück in die Normalität begonnen. Am Dienstag sollte es ein erster Schritt dahin sein für den Torwart von Hannover 96, zurück in den Alltag eines Profifußballers. Es wurde ein viel beachteter erster Schritt, genauestens verfolgt von mehreren Fernsehkameras und etlichen Fotografen. Jede Bewegung des 29-Jährigen beim Training, später jede Äußerung, wurde umgehend notiert. Mittags bei der Pressekonferenz, zu der der Klub eigens eingeladen hatte, war der Raum im Untergeschoss der AWD-Arena voller als vor einem Gastspiel des FC Bayern München. Die schönste Nachricht des Tages fasste Miller dabei in wenigen Worten zusammen: „Ich bin gesund zurück“, sagte er strahlend, „mir geht es gut, und ich fühle mich wohl.“Die Rückkehr Millers, der sich Anfang September wegen mentaler Erschöpfung und beginnendem Burn-out in stationäre Behandlung begeben hatte, wurde zu einem medialen Ereignis. Der Torwart war darüber auch sichtlich erstaunt. „Man stellt sich vorher einiges vor, auch medial. Aber es ist schon überraschend, so viele Leute zu sehen, nachdem man elf Wochen weg war“, sagte er und fügte schmunzelnd hinzu: „Es ist nicht ganz einfach, nachdem man lange in einem geschlossenen Raum war, wenn dann so viele Menschen da sind.“

Miller und 96 hatten sich dennoch wie bereits beim Ausbruch der Krankheit dafür entschlossen, genau diesen Weg einzuschlagen. „Wir haben uns für diese Form entschieden, um so den ersten Ansturm für Markus etwas zu blockieren“, sagte 96-Sportdirektor Jörg Schmadtke.

Vor Miller war noch kein Bundesligaprofi mit einer psychischen Krankheit derart offen umgegangen, und es ist auch noch keiner zurückgekehrt in den Sport. Der Familienvater, der sich bei Therapeuten, Familie und 96 („Viel besser kann ein Klub damit nicht umgehen“) bedankte, wehrte sich nicht dagegen, in diesem Fall ein „Vorbild“ zu sein. „Wenn es dazu beiträgt, dass sich das Bewusstsein in der Öffentlichkeit ändert, dann bin ich gerne ein Vorbild“, sagte er. Nach Miller hatte auch Schalkes Trainer Ralf Rangnick den Mut, zu seinen psychischen Problemen zu stehen. „So ernst das mit ihm ist, mir hat das ein wenig Erleichterung gebracht, weil ich nicht alleine in der Öffentlichkeit stehe“, sagte Miller.

Die Rückkehr des Torhüters in den Profialltag könnte auch für Rangnick ein Signal sein. „Markus’ Fall zeigt, dass der Weg zurück immer möglich ist“, sagte Sportdirektor Schmadtke. Der Gang in die Öffentlichkeit habe bei der Genesung geholfen, meinte Miller, der dann für eine Selbstverständlichkeit um Verständnis bat: „Ich hoffe, Sie verstehen, dass ich keine weiteren Details zur Behandlung nennen und nichts Persönliches preisgeben möchte.“

Fest steht, dass der Torwart und Mensch Miller im September an einem absoluten Tiefpunkt war. In einer Situation, in der er nicht mehr alleine klarkam. Er brauchte externe und aktive Hilfe, und was mindestens genauso wichtig war: Er war bereit, sie auch anzunehmen. „Es ist einfacher, an sich zu arbeiten, als 80 Millionen Deutsche zu verändern“, sagte er. „Es waren für mich interessante, spannende und emotionale Wochen.“

Eine Krise kann auch eine Chance für einen Neuanfang sein. „Ich bin neu aufgestellt“, sagte Miller. Und jetzt freut er sich, endlich zurück zu sein: „Fußball ist meine Leidenschaft, er ist ein wichtiger Bestandteil meines Lebens.“

Und in diesen Teil seines Lebens ist er zurückgekehrt. Endlich wieder Training (Miller: „Ich wäre auch mit einem ausgerissenen Bein auf den Platz gegangen“), endlich wieder Training mit der Mannschaft, mit der ihn nach eigener Aussage so viel verbindet. Eine Videobotschaft der Mitspieler habe ihm bei der Genesung geholfen. Und: „Ich hatte sofort wieder das Gefühl, dass ich ein fester Bestandteil dieses Teams bin.“ Morgens vorm Training, als einer nach dem anderen eintrudelte, sei er von jedem Einzelnen herzlich begrüßt worden. „Es war schön, mal wieder die Jungs zu drücken“, sagte er. Es war flapsig gemeint, aber man merkte, wie ernst ihm das war.

Auf dem Weg von der Kabine zur Mehrkampfanlage, da wirkte er ob des medialen Auflaufs etwas unsicher, doch spätestens, als er auf dem Trainingsplatz stand, da war er wieder in seinem Element. Die lange Pause sah man ihm in keiner Phase an, vielmehr verblüffte seine Fitness. Man sah, dass er auch in seiner „Auszeit“ hart trainiert hat. Miller ging im Trainingsspiel keinem Zweikampf aus dem Weg. „Es ist schön, den Markus wieder durch die Gegend fliegen zu sehen“, sagte Schmadtke. „Wir hoffen, dass er möglichst schnell den Kader wieder vervollständigt.“ Daran lässt Miller keinen Zweifel: „Es fehlt nicht so viel. Ich fühle mich körperlich in Topform.“

Im Kader steht er wohl schon in der nächsten Woche in Lüttich. Zu Europa-League-Spielen reist 96 mit drei Torhütern an; und die Chancen stehen für Miller gut, dabei zu sein. Das wäre dann ein Stück Normalität.

( 22.11.2011 / Quelle: HAZ.de )

Alles im grünen Bereich bei den „Roten“

Veröffentlicht: 11. November 2011 in Hannover 96
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„Die Roten“ sind im Soll!

 

 

 

 

 

 

Nach der grandiosen Leistung der Vorsaison (Platz 4) war man gespannt, wie die 96er in die  Saison 2011/12 starten würden. Viele waren sich sicher, dass man sich unter den ersten 7 Plätzen etablieren könne, andere sagten einen Platz im Mittelfeld voraus, da man ja auch eine Mehrbelastung in der Euro-League zu bewältigen hätte.

Das die Hannoveraner nach 12 Spieltagen mit 19 Punkten im „grünen“ Bereich sind, ist einer gewachsenen und homogenen Mannschaftsleistung zu verdanken. Es gibt keine Egozentriker, keine Möchtegern-Stars….die Mannschaft ist der Mittelpunkt, wofür alle hart arbeiten. Passend dazu wird ein aggressives Pressing und ein schnelles Spiel nach vorn umgesetzt. Mit etwas mehr Fingerspitzengefühl und weniger Tomaten auf den Augen bei den Schiedsrichtern (man denke da an die Spiele gegen Berlin, Mainz und Köln, u.a. 2 Tore einfach nicht gegeben), wären weitere 5 Punkte möglich gewesen und somit würde man an der Tabellenspitze kratzen. Aber gut, das ist Fußball.

Wenn man ein Zwischenfazit zieht, dann stösst man auf zufriedene Fans in der Leinestadt. Das zeigt auch die Resonanz, als 10.000 (!) Fans aus Hannover nach Dänemark pilgerten um die Mannschaft zu unterstützen. International ist man nach 6 Spielen noch ungeschlagen.

Und gerade bei den heimstarken Hannoveranern wird diese Saison einiges geboten. Unvergessen, wie 96 das Spiel in den letzten 5 Minuten gegen den Meister aus Dortmund drehte und 2 Tore in 180 Sekunden schoss. Das letzte Heimspiel gegen Schalke, ein Bundesligaschmankerl nach 90 Minuten, welcher 2:2 endete. Oder die 94 Minuten gegen den FC Bayern, nachdem die Münchener punktlos aus Hannover abreisten.

Man darf gespannt sein, ob diese Tendenz weiter nach oben zeigen wird. Vor 12 Monaten standen „die Roten“ eine Platz dahinter (Platz 7) mit gleicher Punktzahl…und am Ende wurde das Erreichen der Euro-League gefeiert.

(Foto: zur Nieden, Quelle: HAZ)