Archiv für die Kategorie ‘Der MENSCH & (s)eine WELT’

Veröffentlicht: 4. November 2013 in Der MENSCH & (s)eine WELT
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Zitat vom Nobelpreisträger für Medizin: Drauzio Varella, brasilianischer Onkologe

„In der heutigen Welt wird fünfmal mehr in Medikamente für die männliche Potenz und Silikon für Frauen investiert als für die Heilung von Alzheimerpatienten. Daraus folgend haben wir in ein paar Jahren alte Frauen mit großen Titten und alte Männer mit hartem Penis, aber keiner von denen kann sich daran erinnern wozu das gut ist.“

Die Heimat der Pandabären wurde bereits größtenteils abgeholzt und zu Äckern umgewandelt. Es sind die chinesischen Bergwälder. Ganze 1600 Pandabären leben noch in freier Natur, in einem stark bedrohten Lebensraum. 1600 Pandabären haben am Donnerstag den Steintorplatz besetzt. Damit tummelten sich dort genauso viele Skulpturen wie lebende Exemplare derzeit noch in freier Wildbahn unterwegs sind. Mit der Aktion will die Umweltstiftung WWF auf die Gefahr der Ausrottung rechtzeitig hinweisen.

Foto von der WWF-Aktion in Bremen

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Hallo,

ich habe mich am Sammeleinspruch gegen das Monsanto-Patent auf konventionell gezüchteten Brokkoli beteiligt.
Mit meiner Unterschrift fordere ich den Widerruf des Patents EP 1597965 von Monsanto auf „geköpften Brokkoli“. 
Im Patent werden Pflanzen, Saatgut und Ernte aus konventioneller Zucht beansprucht. Das ist ein Verstoß gegen die Europäischen 
Patentgesetze, die Patente auf Pflanzensorten und die konventionelle Züchtung verbieten. Das Patent verletzt zudem die Interessen 
der Landwirte, Gärtner, Züchter und Verbraucher, die zunehmend in die Abhängigkeit von Konzernen wie Monsanto geraten.

Ich fordere außerdem, dass die Regierungen der Mitgliedsstaaten des Europäischen Patentübereinkommens rasche Maßnahmen ergreifen, 
um die Patentierungspraxis des Europäischen Patentamtes zu stoppen.

Hier könnt Ihr Euch an der Aktion beteiligen:
http://umweltinstitut.org/gentechnik/patentierung/einspruch-brokkoli-patent-1125.html

Jetzt den Ausverkauf unserer Lebensgrundlagen stoppen!

Eine nicht gekannte Respektlosigkeit unseres EU-Nachbarn: Großbritannien attackiert mit dem Abfangen aller deutschen Mails das Grundgesetz. Aber wir wollen kein Ministerium für Staatssicherheit!

Der britische Abhördienst fängt den gesamten Internetverkehr ab, der britisches Territorium passiert. Darunter sind Millionen deutsche Mails, sei es auf dem Weg von und nach Amerika, sei es in andere Richtungen. Der Dienst tut das aufgrund eines britischen Gesetzes. Die Begründung ist die nationale Sicherheit. Sie wird von Islamisten gefährdet, das steht außer Frage. Abhörinformationen haben Anschläge verhindert und Menschenleben gerettet. Auch in Deutschland.

Trotzdem kann und darf London so nicht vorgehen. Den kompletten Internetverkehr abzufangen und auszuwerten bedeutet, dass Großbritannien das deutsche Brief- und Fernmeldegeheimnis eigenmächtig flächendeckend aufhebt. London attackiert mit dem Abfangen aller deutschen Mails das Grundgesetz. Das ginge nicht einmal mit Angela Merkels Einwilligung.

Das Postgeheimnis zählt zu den Grundrechten. Sie einzuschränken erfordert ein Bundesgesetz, und die Auswertung der Daten erfordert einen deutschen Gerichtsbeschluss. Die britischen Lauschprogramme werden zwar von zwei Kommissionen kontrolliert. Aber diese Gremien tagen geheim. Deutsche Internetnutzer haben keine Chance, vor ihnen gehört zu werden.

Die Rechte anderer Staaten sind zu respektieren

 Das geht nicht, und Berlin muss hier tätig werden. Als die RAF die deutsche nationale Sicherheit gefährdete, hat Bonn keineswegs das holländische oder französische Postgeheimnis einfach flächendeckend aufgehoben, obwohl die Terroristen in beiden Ländern Zufluchtsorte hatten. Das Bundeskriminalamt hat auch nicht einfach in Den Haag oder Paris auf eigene Faust ermittelt. Vergleichbares tut aber der britische Geheimdienst mit deutschen Mails.

titleFoto: Screenshot TeleGeography
 
Wenn ein Nationalstaat in der EU souverän sein will – und darauf besteht David Cameron ja sehr entschieden –, dann muss er die Rechte anderer Nationalstaaten beachten. Dann muss er seine eigenen Grenzen kennen und die Rechte anderer Staaten respektieren.

Die EU soll beim Terrorismus wachsam sein. Aber ein Ministerium für Staatssicherheit wollen wir nicht. Die Stasi hat im Namen nationaler Sicherheit das Postgeheimnis flächendeckend aufgehoben. David Cameron ist kein Erich Mielke, sondern der Premierminister der ältesten Demokratie der Welt. Gerade deshalb sei daran erinnert, was die Briten einander vor 800 Jahren in der berühmten Magna Charta zugesichert haben: „Niemand darf Pferde oder Karren eines freien Bürgers gegen seinen Willen requirieren. Weder wir noch unsere Amtsleute sollen für unsere Schlösser oder irgendein anderes Vorhaben Holz benutzen, das uns nicht gehört, gegen den Willen des Eigentümers solchen Holzes.“ Das gilt auch für deutsche Mails, und das gilt für unser Grundgesetz.

(Quelle: www.haz.de /© Axel Springer AG 2013)

Ich bin heute auf einen Blog gekommen, der mir außerordentlich gut gefallen hat. Die Fotografien von Laura Saffioti zeigen nicht alltägliche Bilder aus unserer Welt, Menschen, die ganz anders leben als wir und uns weltfremd erscheinen. Diese Bilder regen zum Nachdenken an.

–> Blog von Laura Saffioti

Es wird einem unter anderen bewußt, daß den Meisten von uns die einfachen und elemtaren Dinge des Lebens fremd geworden sind.

Foto: © Laura Saffioti

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2012 – Die „CMA CGM Marco Polo“ trifft in Hamburg ein. Der Weltrekordhalter liegt bei einerLänge über alles mit 396m an der Spitze. Zudem hat das Schiff eine Breite von 54m. Der Riese kann bis zu 16.000 Standartcontainer aufnehmen!

Weltgroesstes Containerschiff macht im Hamburger Hafen fest

The Worlds Biggest Container Ship Leaves Southampton

Doch dieses sind keine Rekorde von langer Dauer! Genauer gesagt nur noch für wenige Tage!

Schiffe der Triple-E-Klasse können sogar 18.000 Standartcontainer aufnehmen! Das erste Modell soll nächsten Monat an die Containerreederei Maersk ausgeliefert werden. Diese Giganten sind 400m lang und 59m breit!

Die Frage ist nur: Wie rentieren sich diese Riesen, wenn die Frachtzahlen weiterhin rückläufig sind? Zudem müssen die Häfen und Krane für die immer wachsenden Schiffe angeglichen werden. Vor einigen Jahren lagen die Rekordhalter noch bei 9500 Standartcontainern, also knapp der Hälfte.

Es gab jedoch ein Schiff, das diese Containerschiffe in den Schatten stellte:

Das längste Schiff der Welt war der Supertanker „Jahre Viking“. Auch bekannt als „Knock Nevis“ (2004-2009). Der Supertanker war – seit einer Verlängerung im Jahre 1980 – 458,45m lang und 68,80m breit. Bei voller Beladung hatte der Tanker einen Tiefgang von satten 24,61m. Mittlerweile wurde der Koloss verschrottet.

 

Sie sind kaum in der Medienlandschaft vertreten, obwohl es stets um wichtige Themen geht, die uns alle interessieren sollten. Tag für Tag werden Aktionen gestartet. Die Frage müßte daher lauten: „Warum erfahren wir über die Medien so wenig über Greenpeace, zu Umwelt- und Tierschutz?“.

Mehr als eine halbe Million Menschen in Deutschland spenden an Greenpeace und gewährleisten somit die tägliche Arbeit zum Schutz der Umwelt.

  • Greenpeace ist unabhängig von Regierungen und politischen Parteien.
  • Greenpeace nimmt kein Geld von der Industrie oder dem Staat.

Klasse, oder?

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www.greenpeace.de

Kann man in die Zukunft schauen? Kann man Vorahnungen haben? Albert Einstein war ein Visionär…und hatte einmal mehr Recht!

Einstein hatte Recht – die Generation heute   <<< pdf-Datei

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Auf der Straße sieht man viele, ältere Menschen, die nicht immer wahrgenommen bzw. beachtet werden. In den Katalogen gibt es keine Mode für ältere Menschen um die 70-80 oder gar 90 Jahre, Für die Werbung sind sie nicht interessant, zu wenig Konsum…Sie sind eine Art Randnotiz unserer schnelllebigen Gesellschaft geworden.

Allerdings sehe ich das anders.

Auch diese Menschen waren jung. Auch diese Menschen haben ihre Lebensgeschichten, sie sind lediglich viel weiter geschrieben. Und die Meisten haben eine Zeitepoche durchleben müssen, die wir hoffentlich nie kennenlernen werden, einen Weltkrieg; Zerstörung, Armut, Hunger, Angst, Ungewissheit, Hoffnungslosigkeit, Verlust.

Diesen Menschen ist immerhin zu verdanken, dass Sie Deutschland im Rekordtempo wieder aufgebaut haben, als sie Millionen von Tonnan an Schutt und Trümmer teilweise mit Händen beiseite räumten. Der Fleiß der sogenannten „Trümmerfrauen“ wurde legendär und wurde weltweit bewundert. Sie waren keine Randnotiz. Auch Ihnen haben wir zu verdanken, dass es uns heute so gut geht. Sie haben uns die Steine der Vergangenheit aus dem Weg geräumt.

Ich will euch heute Schicksalsschläge aus meiner Familie näherbringen.

Dieses Ereignis hörte ich auf einer Geburtstagsfeier im Familienkreis

1)

Ein verwandter Onkel von mir (aus Schlesien) sollte mit seinem Bruder von einen russischen Soldaten erschossen werden (der Grund dafür ist mir leider entfallen bzw. ich bin mir nicht ganz sicher). Sie standen bereits vor einer Mauer. Die Pistole hatte in diesem Moment eine Ladehemmung. Der Soldat sah diese Situation anscheinend als Schicksal an und ließ die Jugendlichen laufen. Nur aufgrund der defekten Pistole saßen wir gemeinsam an einem Tisch.

Als meine Tante mir Ihre folgende Geschichte erzählte, war ich den Rest des Tages wie benommen! Wenn ich jetzt richtig zurückrechne, dann war meine Tante 12 Jahre alt.

2)

Meine Tante kommt aus Königsberg, Ostpreußen, und war auf großen Flucht vor der Roten Armee, zu Fuß, wie mehrere Hunderttausende auch! Es war ein eisiger Winter, es war Januar im Jahre 1945. Meine Tante war mit Ihrer Mutter und ihren Schwestern auf den Weg zu der Wilhelm Gustloff, welche in Gotenhafen vor Anker lag. Ihre jüngste Schwester war gerade einmal 4 Monate jung. Sie erfror während des Marsches, konnte jedoch nirgendwo beerdigt werden, da der Boden gefroren bzw. vereist war. Sie nahmen das Baby vorerst weiter mit. Es kam dann der Moment, wo man die Kleine doch zurücklassen musste. Man legte Sie geschützt hinter einen Busch und bastelte ein kleines Kreuz. Dann war der Moment des Abschieds gekommen. In der Nähe mehrerer Flüchtlingslager verlor meine Tante wenig später den Kontakt zu ihrer Mutter. Sie hockte sich abends in der Eiseskälte im Schutze einer Kirche. Ihr wimmern wurde von einem Pfarrer gehört. Er nahm Sie auf, gab ihr warme Sachen, eine heiße Suppe und suchte dann alle Lager nach ihrer Familie ab, mit Erfolg. Ihm sei Dank. Am nächsten Tag ging der Fußmarsch weiter in Richtung Gotenhafen. Dort angekommen wähnte man sich in Sicherheit. (Am 21. Januar 1945 ordnete Großadmiral Dönitz das Unternehmen Hannibal an, in dessen Rahmen verwundete Soldaten mit allen verfügbaren Schiffen in das westliche Reichsgebiet transportiert werden sollten. Mittlerweile war die Mitnahme von Zivilisten erlaubt worden, so dass 2,5 Millionen Menschen über die Ostsee entkommen konnte). Auch die Wilhelm Gustloff sollte sich an der Evakuierung beteiligen. Am 30. Januar 1945 legte sie gegen 13:10 Uhr mit schätzungsweise über 10.000 Menschen an Bord in Gotenhafen ab. Die genaue Anzahl der Passagiere und Besatzungsmitglieder ließ sich nie mit letzter Sicherheit feststellen, da ihre Flucht übereilt erfolgte. Meine Tante hätte mit ihren Schwestern auf das Schiff gedurft, die Mutter hingegen wollte man nicht mitfahren lassen. Da die Mutter ihre Kinder nicht alleine lassen wollte, entschloß sie sich weiterhin für die Flucht auf dem Landweg. Am gleichen Tag, gegen 21 Uhr, wurde die Gustloff von einem russichen U-Boot torpediert und sank nach einer Stunde, etwa 23 Seemeilen von der pommerschen Küste entfernt. Lediglich 1252 Menschen überlebten die größte Schiffskatastrophe!

Die Erzählung meiner Tante war erheblich dramatischer und ausführlicher als das, was ich nun niedergeschrieben habe. Aber ich glaube Anhand des Textes kann man diese menschenunwürdige Zeit durchaus nachvollziehen. Ein Schicksal von Millionen.

Als ich meine Tante und meinen Onkel im Dezember besuchte, sprachen wir auch über ein anderes Weltkriegsschicksal unserer Familie, das ich jedoch nicht niederschreiben werde. Er hatte Tränen in den Augen, als wir unser letztes Gespräch beendet hatten. Kurz danach ist er leider verstorben.

Die Gustloff    (Quelle: Deutsches Staatsarchiv)

Lazarettschiff  "Wilhelm Gustloff" in Danzig

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Da kann jeder seine eigenen Schlüsse ziehen.

  1. Kann ein Plastikklotz politisch sein? Kann er – meint die Türkische Kulturgemeinde Österreich. Sie wirft Lego „Volksverhetzung“ vor. Anlass dazu ist ein Bausatz aus der „Star Wars“-Reihe (siehe untere Bilder). „Wir erwarten von Lego, dass sie aufhören mit solchen Geräten, weil wir unsere Kinder nicht davor schützen können“, erklärt Birol Kilic, Obmann der Kulturgemeinde. Die Vorwürfe der Kulturgemeinde beziehen sich auf drei angeblich bedenkliche Umstände. Erstens: Die 717 Lego-Steine erinnerten stark an die Hagia Sophia in Istanbul und die Moschee Jami al-Kabir in Beirut. Diese Kritik bezieht die Gemeinde im Homepage-Text auch auf Bauwerke anderer Glaubensrichtungen: „Kurz, das Modell ähnelt Sakralbauten, egal ob Kirche, Moschee oder Tempel.“ Die Kulturgemeinde will es unter Umständen nicht bei der Veröffentlichung auf der Homepage belassen. Sie „behält sich juristische Schritte vor“ und überlegt nach eigenen Angaben, gegen Lego wegen Volksverhetzung juristisch vorzugehen, in Deutschland wie in Österreich. „Wir werden bei der Staatsanwaltschaft eine Anzeige machen“ Lego wiederum schreibt, was ein Unternehmen in diesem Fall zu schreiben hat. Eine Entschuldigung („Wir bedauern, dass das Produkt bei den Mitgliedern der Türkischen Kulturgemeinde eine falsche Interpretation ausgelöst hat“), gefolgt von einem großen „Aber“. Denn bei der Gestaltung habe man sich ausschließlich auf „Star Wars“ bezogen. „Alle Gebäude, Raumschiffe und Charaktere aus den Filmen werden bei der Gestaltung der Produkte so realistisch wie möglich nachgebaut“, heißt es in einer Stellungnahme. „Bei der Entwicklung wurde in keiner Weise auf tatsächlich existierende Gebäude, Personen oder die angesprochene Moschee Bezug genommen.“ Und das Zuhause von Luke sah aus wie ein Iglu…und? Regen sich die Grönländer auf?? Muss man alles gleich aus der Glaubenssicht betrachten?? Als der Film im Kino gezeigt wurde hat niemand gemeckert!! Warum jetzt nach fast 40 Jahren?
  2. Geht es nach der Türkischen Gemeinde in Deutschland, sollte Kanzlerin Merkel die Opfer eines Wohnungsbrandes besuchen – auch wenn es sich nicht um einen Anschlag handelte. Die Gemeinde meint, dass solche Brände in Deutschland verharmlost werden.
    Der Vorsitzende der Türkischen Gemeinde in Deutschland, Kenan Kolat, verlangt mit Blick auf den jüngsten Brand in einem von Türken bewohnten Haus, in solchen Fällen künftig grundsätzlich (!!!) von einem rechtsradikalen Motiv auszugehen. Kolat kritisierte zugleich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Die Politik sei angesichts der wachsenden Ängste vieler Türken „gut beraten, wenn sie auch mal bestimmte positive Gesten zeigen würde“. Das türkische Außenministerium sprach am Dienstag von „einem Anstieg derartiger Brandfälle in Deutschland“ Besuchen türkische Politiker christlich verfolgte Opfer in der Türkei?? Warum kommt Erdogan nicht nach Deutschland und besucht die Familien? Und wenn Merkel jedes türkische Brandopfer besuchen soll, dann wäre Erdogan ja ständig in Deutschland, müsste er im Umkehrschluss doch auch jedes deutsche Opfer türkischer Gewalttäter besuchen. Wer redet denn da bitteschön rein? Und…es waren 2 Brände, 2 zuviel…aber was steigt bitteschön an…welche Brände denn noch??
  3. Nach dem Tod von zwei Menschen bei dem Brand eines von Türken bewohnten Hauses in Köln hat die türkische Regierung den Umgang der deutschen Behörden mit mutmaßlichen Brandstiftungen kritisiert. In Fällen wie diesen seien die deutschen Behörden stets schnell mit der Beschwichtigung zur Hand, dass es sich nicht um einen rechtsextremistischen Anschlag gehandelt habe, sagte Vize-Ministerpräsident Bekir Bozdag nach türkischen Medienberichten vom Montag.  Mit Blick auf Hinweise auf technische Gründe für die jüngsten Hausbrände sagte Bozdag, es stelle sich die Frage, warum es nur in von Türken bewohnten Häusern defekte Stecker gebe. Die deutschen Behörden machten sich lächerlich, wenn sie „fünf Minuten nach einem Feuer“ die Erklärung verbreiteten, der betreffende Brand habe nichts mit Neonazis zu tun, sagte Bozdag, der in der türkischen Regierung für die Belange der rund vier Millionen Auslandstürken zuständig ist. Die Polizei untersucht nach eigenen Angaben jedoch „in alle Richtungen“. Die Staatsanwaltschaft wies die Vorwürfe zurück. Oberstaatsanwalt Alf Willwacher sagte dem „Kölner Stadtanzeiger“ vom Dienstag, man habe keine Erklärung verbreitet, die einen rechtsextremen Hintergrund ausschließe. „Wir ermitteln ergebnisoffen“, betonte er. Warum muss in Deutschland alles gleich einen rechtsradikalen Hintergrund haben? Es gibt in Deutschland jährlich hunderte Brände! In Backnang wurden sogar Fachleute aus der Schweiz dazu gezogen, damit die Türken nicht wieder sagen können, es wurde schlampig ermittelt. Das ist in Deutschland leider ein Grundproblem: wir gehen so gebückt, weil wir nicht aufrecht zu schauen wagen. Es ist doch ganz klar: wo etwas Falsches geschieht, da muss es aufgedeckt werden. Egal, wer der Leidtragende ist. Aber, warum hilft uns die Türkei nicht, einen Totschläger auszuliefern?
  4. Ein Tag im Fastenmonat Ramadan und ein Tag in der Zeit des islamischen Opferfestes: Zumindest für zwei Tage im Jahr sollten deutsche Muslime eigene gesetzliche Feiertage erhalten, findet der Zentralrat der Muslime in Deutschland. Ach so…und was fordern orthodoxe Christen und Buddhisten, Juden, anderen Glaubenrichtungen? Da sieht man mal, das da nur in eine Richtung nachgedacht wird. Und auch nur wiedfer bei uns.

Ich habe diesen Bericht vorab von 2 türkischen Freunden lesen lassen, nicht das noch jemand auf dumme Gedanken kommt. Beide teilen im übrigen meine Sichtweise weitesgehend.

So sieht die Türkische Kulturgemeinde Österreich das rassistische Lego!

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Jahr für Jahr wiederholt sich ein blutiges Schauspiel am nördlichen Rande Europas. 

Obwohl die Waljagd durch Europäische Richtlinien und internationale Konventionen verboten ist, nutzen die Nachfahren der Wikinger ihren politischen Sonderstatus, um mit der Berufung auf alte, überholte Traditionen jedes Jahr bis zu tausend Grindwale und Delfine zu töten.

delfNähert sich eine Schule von Grindwalen, ein Familienverband von teilweise über hundert Tieren, der Küste und wird von den färingischen Fischern entdeckt, verbreitet sich die Nachricht wie ein Lauffeuer. Die Fischer fahren mit ihren Booten aufs Meer, kreisen die Wale ein und treiben sie in Richtung einer ausgewählten Bucht. Angestellte bekommen Urlaub und Kinder schulfrei, um an dem grausigen Schauspiel mit Volksfestcharakter teilzunehmen. Es gibt insgesamt mehr als 17 Wal-Buchten, in denen das blutige Schlachten erlaubt ist.  

Ist die Bucht erreicht, werden die Wale mit Hilfe von Netzen, Tauen und der Vielzahl an Booten auf den Strand getrieben wo sie stranden und ihr qualvolles Sterben beginnt. Eine Eigenart der Wale spielt den Jägern dabei in die Hände. Grindwale sind äußerst soziale Tiere, die ihrem Leittier auch in den Tod folgen und sich um kranke und verletzte Tiere der Gruppe kümmern. Aus diesem Grund fliehen keine Einzeltiere und die gesamte Walfamilie sitzt in der Falle.Dann beginnt das Töten. Den Tieren werden stumpfe Fanghaken in das Blasloch gerammt, um sie orientierungslos zu machen und sie mit Hilfe von Seilen an den Strand zu ziehen. Getötet werden sie mit dem Grindmesser, mit dessen Hilfe das Rückenmark und die das Gehirn versorgende Schlagader durchtrennt werden. Das Massaker dauert oft Stunden, einzelne Tiere ersticken an ihrem Blut, andere warten im Blut ihrer Artgenossen auf den grausamen Tod. Die Behörden der Färöer sprechen von einem Sekundentod, die jährlichen Bilder sprechen dabei eine andere Sprache. Moderne Waffen und Tötungsmethoden sind aus traditionellen Gründen verboten.

Nicht alle Bewohner der Färöer befürworten jedoch diese Form der Waljagd.

Ein begrenzter Teil der Färinger betrachtet die blutige Jagd jedoch als kulturelles Erbe, ein Teil ihrer Identität. Gerade heranwachsende Männer betonen, dass sie sich beim Grindadráp als richtige Männer fühlen.

Fast barbarisch mutet es an, wenn man bedenkt, dass viele Tiere über Stunden im blutigen Wasser auf „ihre Erlösung“ warten müssen, sie hören die Schreie ihrer Familienmitglieder, welches zusammen mit den Rufen der Fischer und den Motoren der Boote in einem für die Tiere infernalischem Lärm untergeht.
Es werden ganze Familienverbände ausgelöscht, wodurch ein unwiederbringbarer Verlust für den gemeinsamen Genpool und damit die genetische Vielfalt der Grindwale im Nordatlantik entsteht.

Angesichts der heutigen Versorgungslage sind der Grindwalfang und der Verzehr des Fleisches überflüssig.

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An Tieren getestete Kosmetika sind ab sofort EU-weit verboten. Das Verbot betrifft alle Produkte, egal, ob sie aus der EU oder aus Nicht-EU-Staaten stammen. Tierschützer freuen sich nach langem Kampf über das endgültige Verbot. Die Kosmetik-Industrie ist zwar auch dafür, ihre Produkte ohne Tierversuche sicher zu machen, fürchtet aber Wettbewerbsnachteile. Trotz des Verbots werden Kosmetika aber auch weiterhin in Teilen auf Tierversuchen beruhen. Das Verbot gilt nur für Inhaltsstoffe, die ausschließlich in Schönheits- und Pflegemitteln enthalten sind. Tests für alle anderen Stoffe fallen unter das Chemikalienrecht, das Tierversuche zulässt.

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Es ist wieder soweit. Beziehungsweise…es ist mal wieder soweit, Nordkorea droht mal wieder mit Atomwaffen. Allerdings nehmen so ziemlich alle, die nicht mit Nordkorea verbündet sind, das Säbelrasseln nicht all zu ernst, Südkorea mal abgesehen. Sicher, die Gefahr ist da, keine Frage. Allerdings fühlt sich das kleine Land mit dem dicken Kind als Führer einmal mehr falsch verstanden, will einfach ernst genommen werden. Sie wollen zeigen, dass Nordkorea wichtig ist. Klingt irgendwie kindisch, allerdings sollte man mit solchen Waffen nicht spielen!

Nordkorea hat den Nichtangriffspakt mit Südkorea aufgehoben. Inwiefern die neuen und harten UN-Sanktionen greifen bleibt abzuwarten.

Eine ungefähre Übersicht, was einem so um die Ohren fliegen könnte, falls mal…

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Ich habe lange darüber nachgedacht, ob ich das Thema mit in den Blog nehme. Aufgrund einiger Unterhaltungen habe ich mich nun dazu entschlossen. Im Internet gibt´s diesbezüglich genug zu lesen, allerdings fällt die Krankheit oft verschieden aus und nicht jeder versteht die medizinischen Inhalte.

Bei einigen kommt und geht das GBS innerhalb von 6-8 Wochen. Es tritt schnell auf und verschwindet genau so schnell wieder. Mich hat jedoch die schleichende Variante getroffen…langsames Auftreten und noch langsameres Verschwinden. Wobei hier die Möglichkeit Folgeschäden zu behalten größer ist. Leider gehöre ich zu den Wenigen. Aber dazu komme ich noch.

Fakten:

  • Häufigkeit der Erkrankung: 1-2 mal je 100.000 Einwohner / Jahr
  • Dauer der Krankheit: einige Wochen bis mehrere Monate
  • Todesfolge: unter 5%
  • 2/3 der Patienten werden wieder vollständig gesund
  • Bei 4% der Betroffenen bricht die Krankheit nach Monaten oder gar Jahren erneut aus
  • jeder kann die Krankheit bekommen, sobald das Immunsystem geschwächt wurde. Meistens durch eine Magen-Darmgrippe
  • GBS ist bis heute weitesgehend unerforscht

Dr. Nicolas Gumpert:

Das Guillain-Barré-Syndrom (GBS) ist eine neurologische Erkrankung die auf einer Entmarkung von Nervenfasern beruht. Hierbei verlieren die Nervenzelle ihre isolierende Schicht, vergleichbar mit einem Stromkabel, wodurch die Nervenzelle die Funktion zur Informationsweitergabe verliert.
Die Ursache ist nicht vollständig geklärt. Es werden eine Autoimmunreaktion und neuroallergische Reaktionen auf vorangegangene Infektionen diskutiert.
Grundsätzlich kann das Guillain-Barré-Syndrom in jedem Alter auftreten. Typischerweise beginnt die Erkrankung 2-4 Wochen nach einem Infekt der oberen Luftwege oder des Magen-Darm-Traktes.
Die ersten Symptome sind Rückenschmerzen, Taubheitsgefühle und Missempfindungen im Bereich der Füße. Dann folgt eine meist symmetrische motorische Schwäche der Beine, Muskelschmerzen, Gang- und Standschwierigkeiten.
Die von unten aufsteigenden Lähmungen können bis zur Atemlähmung und zum Herzstillstand führen, so dass eine Beatmung und ein Herzschrittmacher notwendig werden können.
Die Diagnose wird durch eine intensive Befragung, eine körperlich- neurologische Untersuchung und eine Punktion von Nervenwasser (Liquordiagnostik) gestellt.
Die Therapie erfolgt symptomatisch unter intensivmedizinischer Überwachung. Günstige Verläufe überwiegen.

Mein Fall:

„Es trifft immer die Anderen aber nicht mich“…das war bis dahin mein sorgloses Denken, wenn es um schwere Krankheiten ging.

Ich hätte vorher auch nicht geglaubt das eine Magen-Darmgrippe, welche ich im Dezember hatte, eine derartige Krankheit hervorrufen könnte.

Im Januar 2007 hatte ich schleichende Lähmungserscheinungen. Zuerst dachte ich an Wadenkrämpfe oder einem Muskelkater vom Sport. Leider war dem nicht so. Es dauerte einige Tage an, bis ich kaum noch Kraft zum Gehen hatte. Auch die Arme wurden schwächer.

Wenig Zeit später lag ich auf der Intensivstation und wurde mit Immunglobulin behandelt (eine hochdosierte Gabe von Antikörpern). Nach 14 Tagen Krankenhaus bin ich in das Reha-Zentrum nach Hessisch Oldendorf gekommen. Hier war für die nächsten 7 Monate mein neues Zuhause. Zu dem Zeitpunkt konnte ich mich bis zur Hüfte abwärts nicht mehr bewegen, die Arme waren stark eingeschränkt. Ich konnte keine Wasserflasche öffnen und mit aller Kraft ein Messer in den Händen halten. Die Kraft reichte nicht mehr aus um ein Brötchen zu schneiden, aber zum Beschmieren reichte es gerade noch. Und so tat sich ein viertel Jahr überhaupt nichts. Das letzte was man jetzt nicht verlieren sollte ist der Wille das Ganze durchzustehen. Es ist eine Qual. Alleine das Stehen und später das Gehen wieder zu erlernen ist Kraft und Nerven aufreibend…es war einst alles selbstverständlich! Und ihr glaubt nicht, was für ein irres Gefühl das ist, wenn man bei Übungen im Liegen plötzlich wieder seinen Rücken ein ganz kleines bißchen von der Liege abdrücken kann! Da bekommt man Gänsehaut sowie Pipi in die Augen, einfach unbeschreiblich. Dann kommt der Zeitpunkt, wo man die Geh-Motorik neu auf dem Laufband erlernt. Im Schneckentempo wird ein Bein vor das andere gestellt…aber durch den Therapeuten, eine halbe Stunde lang…und wieder…und wieder. Man spürt nichts und versucht sich darauf zu konzentrieren, dass da doch etwas ist, man wünscht es sich förmlich. Man hängt in diesem Hängegeschirr und will einfach nur wieder Gehen können! Wisst ihr eigentlich wo der optimale Punkt im Kniegelenk liegt, damit man das Bein nicht durchdrückt aber auch nicht einknickt? Diesen Punkt wieder zu finden dauert Wochen und man fragt sich, wann es denn endlich wieder funktioniert.

Nach 5 Monaten bin ich aus dem Rollstuhl raus und konnte (kraftraubend) am Rollator gehen. Was meint ihr wie ich mich erschrocken habe, als ich plötzlich wieder stand…190cm in die Höhe! Da ist einem erst einmal mulmig.

Nur einen Monat darauf konnte ich mit Hilfe eines Gehstocks gehen. Es fühlte sich nach einem Hauch von Freiheit und Unabhängigkeit an.

Mit dem Stock bin ich dann im September entlassen worden. 2 Wochen später wurde dieser in den Keller verband, wo er bis heute steht. Zwischenzeitlich habe ich mich mit einem Freund in der Stadt getroffen. Es war komisch…man ist wieder unter der Bevölkerung una alle kommen einen unbeschwert entgegen, fröhlich…nichts ahnend wie schnell sich ein Schicksal ändern kann. Gut, warum sollte man sich auch einen Kopf darum machen. Wenn man monatelang von kranken Menschen umgeben ist, dann nimmt man die wiedergewonnene Umwelt zuerst anders wahr.

Die Krankheit ist leider nicht vollständig zurückgegangen. Einschränkungen in den Fußbewegungen sowie ein permanentes Kribbeln und eine schlechtere Feinmotorik in den Fingern sind geblieben. Ab und an schmerzt es unverständlicherweise im Fuß. Ab und an leidet der Gleichgewichtssinn.

Aber gut, man kann mit leben! Ich habe in der Zeit ganz andere Schicksalsschläge kennen gelernt. Zwischenzeitlich bekam ich übrigens aufgrund eines Ärztefehlers Thrombose, was mich nochmals zurückwarf. Trotzdem hatte ich in gewissermaßen noch Glück im Unglück…ich wußte lange Zeit nicht, dass die Krankheit, weiter fortgeschritten, sogar lebensgefährlich ist.

Vorwort: Ich erinnere mich noch genau, als an einem sonnigen Tag der Satz von meinem Vater kam: „Spielt aber nicht im Sandkasten!“. Ich war 11 Jahre alt und verstand nicht den Hintergrund seiner Botschaft. Aber der Satz von meinem Vater prägte sich ein und so spielten wir eine lange Zeit nicht mehr im Sandkasten, bis der Sand ausgetauscht wurde.

Es hatte mit den Fernsehbildern zu tun, die im Fernseher gebracht wurden und immer wieder eine Art kaputte Fabrik zeigten. Auch an diese Bilder erinnere ich mich ganz gut, nur…es war keine Fabrik.

Das waren meine Wahrnehmungen und Erfahrungen als Kind mit dem Super-GAU in der Ukraine, genauer gesagt im April 1986.

Über 1500km weiter östlich spielten sich zeitgleich ganz andere Schicksale ab. 49360 Einwohner verließen in dem Glauben bald wieder nach Hause zu können ihr nahezu gesammtes Hab und Gut. Man klärte Sie nicht über die Situation auf, daß Sie ihr vorheriges Leben verloren…das Leben in ihrer Stadt Prypjat.

Die Stadt liegt am gleichnamigen Fluss Prypjat und ist mit einer Entfernung von etwa vier Kilometern die dem am 26. April verunglückten Reaktor nächstgelegene Siedlung. Damit liegt Prypjat inmitten der unbewohnbaren 30-Kilometer-Zone um das Kraftwerk.

Prypjat wurde 1970 zeitgleich mit dem Bau des Atomkraftwerks gegründet. Hier wohnten überwiegend die Mitarbeiter des Kraftwerks mit ihren Familien. Die Stadt wurde schnell wohlhabend und war sehr modern. Im April 1986 lag die Einwohnerzahl bei 49360, zwei Tage später  liegt die Zahl bei 0, bis heute.

Aufgrund des schleppenden Informations- und Notfallmanagements wurde Prypjat erst 36 Stunden nach dem Reaktorunfall evakuiert. Dadurch wurden viele Anwohner einer hohen Strahlung ausgesetzt und litten oft an Spätfolgen. So wurde gegen Mittag des 27. April eine kurze Radionachricht gesendet, in der die Bevölkerung aufgefordert wurde, sich auf eine dreitägige Abwesenheit einzurichten. Die Evakuierung erfolgte mit ca. 1.200 Bussen innerhalb von zweieinhalb Stunden. Viele Gebäude befinden sich noch im Originalzustand. Allerdings kam es im Laufe der Zeit zu Vandalismus und Plünderungen. So wurden fast alle Wohnungen nach der Evakuierung ausgeraubt und beschädigt.

Offiziell starben bis heute ca. 5000 Menschen bei dem Unglück.

Eine Stadt ohne Einwohner. Eine Stadt, die nach und nach von der Natur zurückerobert wird. Ein mittlerweiler skuriler, bedrückender, unheimlicher aber auch einzigartig faszinierender Ort. Und das zieht mittlerweile Touristen aus aller Welt an!

Der Tourismus boomt seit 2009 in der Unglückszone, jedoch sind in der Stadt lediglich die Hauptstraßen dekontaminiert. Stark kontaminierte Zonen werden nach wie vor bewacht. Noch heute wird die Infrastruktur Prypjats durch ständige Bauarbeiten erhalten. Dieses ist unter anderem für einen weiteren und reibungslosen Ablauf im AKW aber auch für einen erneuten Notfall notwendig. Im Juli 2011 wurde das Gebiet um das Kernkraftwerk Tschernobyl endgültig für den Tourismus geöffnet.

Vor dem Hintergrund des sich verstärkenden Interesses stellt sich die Frage, wie weiter mit der Stadt umgegangen werden soll. Denn zum einen wird die Region aufgrund der Kontaminierung mit radioaktivem Material mindestens für die nächsten 300 Jahre unbewohnbar bleiben. Andererseits ist der Ort zum Sinnbild der Anti-Atomkraft-Bewegung geworden und stellt damit ein Mahnmal dar, das vor allem die Denkmalpflege vor interessante Diskussionen stellen wird.

Das US-amerikanische Forbes Magazine bezeichnete Prypjat/Tschernobyl bereits als Destination der Kategorie „world’s unique places to visit“ (weltweit einzigartige Orte für einen Besuch).

In Tschernobyl und in der Sperrzone arbeiten über 4000 Menschen, damit nichts weiteres passiert. Die meisten sind vom Militär. Um ein Atomkraftwerk komplett stillzulegen und abzubauen benötigt es mehrere Jahrzehnte!

Prypjat wurde aufgrund seiner Einzigartigkeit auch in der Filme- und Spielewelt zum Ort des Geschehens

  • Chernobyl Diaries (Horrorfilm, 2012)
  • Stalker (Videospielreihe, 3 Teile)
  • Call of Duty 2 und 4 (Videospielreihe)

Mehr Infos? Auf den Internetseiten www.prypjat.com und www.iplaces.com gibt es weiteres Bildmaterial, auf www.iplaces.com zudem sehr interessante Erkundungs-Tagebücher.

Foto-Quellen: www.wikipedia.org, www.prypjat.com, www.iplaces.com

Bilder anklicken

 

Ein Focus-Reporter reiste unter falschem Vorwand in das Land, welches jüngst einen erfolgreichen, dritten Atombombentest durchführte. In ein Land, in dem ein halbes Kind eine Armee mit 1,2 Millionen Soldaten regiert, Nordkorea!

Ich bin in Nordkorea nicht erwünscht. Ein Journalist aus dem dekadenten, imperialistischen Westen ist der Letzte, den sie reinlassen wollen. Das Erste, was ich also tun muss, um ins Land zu gelangen, ist: meine offizielle Profession ändern. Ich gebe mich als Deutschlehrer aus, der von der moralischen Überlegenheit Nordkoreas über den Kapitalismus lernen möchte. Meine bisher dilettantischste Tarnung, denke ich noch, als ich nach wochenlangem Visums-Getue im Zug sitze, der mich von der Grenze zu China in die Hauptstadt Pjöngjang bringen soll. Ins Zentrum eines der letzten Reiche des Bösen.

Zu dieser Visite drängt mich nach alldem, was jüngst mit der Bucherscheinung „Flucht aus Lager 14“ bekannt geworden ist, meine Neugier. Von unfassbarer Grausamkeit handelt die Lebensgeschichte Shin Dong-hyuks, des ersten nordkoreanischen KZ-Insassen, dem die Flucht aus dem Gulag gelang: von erschlagenen Kindern, Exekutionen, Feuerfolter und Familienverrat als Überlebensmoral. Nordkorea ist ein Polizeistaat, in dem Menschenrechte, Meinungs-, Glaubens- und Bewegungsfreiheit nicht existieren. Was weiß man über dieses Land? Nicht viel. Im Dezember 2011 starb der Diktator Kim Jong Il, der seine Rolle als Darth Vader der Weltgemeinschaft bravourös erfüllt hatte. Nach dessen Tod erbte sein 28-jähriger Sohn Kim Jong Un ein Land, in dem Hunderttausende in Straf- und Arbeitslagern vegetieren, Hungersnöte die Untertanen dezimieren, Todesstrafen zur Tagesordnung gehören. Ab jetzt, ich bin mir sicher, befinde ich mich auf der dunklen Seite der Macht.

Fräulein Lee führt mich durchs Land

Das „Böse“ hat mir Fräulein Lee als Reiseleiterin zur Seite gestellt, und ich ahne bereits, als wir uns im Zug begrüßen, dass ich von der hässlichen Wahrheit des Landes nicht viel sehen werde. Fräulein Lee ist ausgesprochen hübsch, 23 Jahre alt, trägt einen schmucken schwarzen Blazer und einen kurzen Rock. Eine höfliche junge Frau mit hoher Flötenstimme, die sich tief vor mir verbeugt. Ich bin sofort ein bisschen verknallt – und empfänglich für die Regeln, die ich „unbedingt beachten“ muss: Ich darf nicht aus dem Zug fotografieren, sagt sie, auf gar keinen Fall Soldaten oder militärische Gebäude, am besten gar keine Gebäude. Auch keine Menschen außerhalb der Hauptstadt. Auch darf ich mich mit normalen Nordkoreanern nicht unterhalten. „Das könnte die Leute verstören. Verstanden?“

Wir rollen gemächlich zwischen braunen Äckern hindurch, in denen Kinder und Frauen nach Wurzeln graben. Das ganze Land scheint ein einziger großer Acker zu sein, durch den sich ausgetrocknete Flussbetten schlängeln. In den Gräben neben den Gleisen schlafen erschöpfte Körper. An Bahnhöfen stehen junge Rekruten mit grauen Gesichtern und Gewehrattrappen. Sie sehen aus wie Kinder in zu großen Uniformen. Und Fräulein Lee konterkariert die Bilder mit einer Suada über blühende Landschaften und die Überlegenheit der nordkoreanischen Technologie über die der Kapitalisten.

Dazu lächelt sie bezaubernd, vor allem wenn sie vom Ihm spricht, dem „Gottgleichen“, dem „Vater aller Koreaner“, „so strahlend wie ein aufgehender Stern“. Kim Il Sungs Abbild steckt am Revers ihres Blazers. „Ihm, der Sonne der Menschheit, verdanken wir unsere Freiheit“, sagt sie und unterbricht sich, um mich zu bitten, mit dem Fotografieren aufzuhören. „Ich habe Ihnen doch gesagt, dass dies nicht erlaubt ist.“ Ich halte mit einem Flirt dagegen: „Sind Sie verheiratet?“ – „Nein!“ Sie habe den Richtigen noch nicht gefunden. Ob ich da eine Option wäre? Sie versteckt ihr Lachen hinter der Hand. Koreaner müsse er sein, erfahre ich. Und Parteimitglied, sagt sie.

Die nordkoreanische Gesellschaft ist in ein dreigliedriges Kastensystem eingeteilt. Ganz oben stehen die „freundlich gesinnten“ Kräfte, die Profiteure des Regimes, Parteikader und deren Familien. Dazu zählt ganz eindeutig Fräulein Lee. Gleich darunter kommen die „neutralen“ Kräfte, die stillen Jasager, die sich täglich mit der Realität arrangieren. Und ganz unten sind die „feindlichen“ Kräfte angesiedelt. Zu ihnen zählen die Familienangehörigen von Nordkoreanern, die in den Süden übergelaufen sind, Unternehmer und Geistliche aus vorsozialistischer Zeit, ehemalige Angestellte der japanischen Kolonialbehörden und Häftlinge. Und – immer auch: all deren Familien. Rund 200.000 Menschen, also fast ein Prozent der etwa 24 Millionen Einwohner Nordkoreas, sollen derzeit in sechs riesigen Straflagern inhaftiert sein, schätzt Amnesty International. Rund 10.000 Tote jährlich soll es laut Menschenrechtsorganisationen in diesen Lagern geben. Tod durch Arbeit, aber auch durch Folter und Exekutionen, wie Gulag-Flüchtling Shin Dong-hyuk sie schon als Kind sah. Erschießungen, vor denen man den Todeskandidaten Steine in den Mund steckte. Auch von Menschenversuchen berichten nordkoreanische Flüchtlinge. Davon, dass systematisch neue Waffen und auch Giftgas an Lagerhäftlingen und minderjährigen Behinderten getestet würden.

Ich lehne mich aus dem offenen Zugfenster, der warme Fahrtwind bläst mir ins Gesicht. Ich winke Schulkindern zu, die kichernd zurückwinken. Winke Bauern zu, die sich erschrocken wegdrehen. Winke Soldaten zu, die mich mürrisch anblicken. Nach einer Weile bittet mich Fräulein Lee, mit dem Winken aufzuhören.

Es ist schon dunkel, als wir die Hauptstadt Pjöngjang erreichen. Am Bahnhof werde ich in einen weißen Minibus mit getönten Scheiben verfrachtet, der mich in ein Hotel auf einer Halbinsel im Taedong-Fluss bringt. Es ist acht Uhr, die Straßen sind gespenstisch leer, als Fräulein Lee mir gute Nacht wünscht und mit erhobenem Zeigefinger erläutert, dass ich das Hotel unter keinen Umständen allein verlassen darf. Statt mich also im Dienste der Völkerverständigung mit Koreanern zu betrinken, blättere ich im Drehrestaurant im 47. Hotelstock – das sich nicht dreht – bei drei Taedonggang-Bieren in einer alten Ausgabe der „Pyongyang Times“ und erfahre: Ganz Deutschland beweinte den Tod des geliebten Führers Kim Jong Il. Die Deutschen konnten vor lauter Trauer nicht arbeiten. In Nordkorea trauerten selbst die Tiere, Kraniche flogen nur noch mit gesenkten Köpfen.

Am Morgen schlägt Fräulein Lee das nächste Märchenkapitel auf. Sie macht das wirklich gut – aber auch Pjöngjang hilft: trotz des architektonischen Sieges der sozialistischen Platte eine überraschend angenehme und saubere Stadt. Nirgends hängt Reklame. Nur Propagandaschriften, die an den Sieg der Revolution über die Imperialisten erinnern. Schöne Verkehrspolitessen in himmelblauen Uniformen, weißen Söckchen und schwarzen Lackpumps drehen formvollendet Pirouetten auf den Boulevards und filtern den nicht vorhandenen Verkehr zwischen sozialistischen Prachtbauten und stalinistischen Monumenten. In den Parks picknicken Familien. An Kanälen und Flussläufen sitzen alte Männer und angeln. Trambahnen bimmeln. Und alles, darauf besteht Fräulein Lee, ist hier besser und schöner als andernorts: der Triumphbogen größer als der in Paris. Das „Stadion des 1. Mai“ fasst 150.000 Besucher. Das jährliche Arirang-Festival ist die größte Massenveranstaltung der Welt. Und wir fahren mit der „tiefsten U-Bahn der Welt“ zur „Großen Lernhalle des Volkes“, in der drei Millionen Bücher lagern sollen, darunter alle Werke von Kim Il Sung, Kim Jong Il, Mao, Lenin, Rosa Luxemburg, Karl Marx. „Wir haben auch deutsche Bücher“, sagt Fräulein Lee, und die Dame an der Buchausgabe zaubert drei Exemplare hervor: „Tiere in Dschungel und Savanne“, „Herders praktisches Garten-Lexikon“ und „Katzen: Ein Kosmos Ratgeber“.

Über 10.000 der Bücher hier soll allein die „Sonne der Menschheit“ geschrieben haben. Auch 18 Jahre nach dem Tod des Despoten blüht der religiöse Kult um Kim Il Sung, der neben seinem toten Sohn Kim Jong Il zur Stelle ist, egal, wohin man kommt. Sie blicken von Denkmälern und Plakaten – am Kim-Il-Sung-Platz, an der Kim-Il-Sung-Universität, in U-Bahn-Waggons, an allen öffentlichen Gebäuden. Ein autoritärer Bilderkosmos, ein Paralleluniversum: das Fundament der Diktatur. Nirgends sonst wird er so deutlich wie am Mansudae-Park. Hier stehen Vater und Sohn in heiliger Zweifaltigkeit nebeneinander, haushoch und in Bronze gegossen. Tausende kommen täglich hierher, die sich in tiefer Dankbarkeit verneigen, rote Begonien und lilafarbene Orchideen niederlegen. Fräulein Lee winkelt in tiefer Ergriffenheit ihren Oberkörper ab. Als sie sich wieder aufrichtet, stehen ihr Tränen in den Augen. „Ich vermisse unseren geliebten Führer, Marschall Kim Jong Il, so sehr“, sagt sie mit zittriger Stimme, bevor sie in Tränen ausbricht.

Und ich? Würde sie gern in den Arm nehmen. Sie am liebsten gleich mitnehmen in meinen Orbit und ihr das Theater einmal von außen zeigen. Doch das Verlassen des Landes ist Nordkoreanern verboten, ebenso wie die Nutzung von Mobiltelefonen, freier Presse, Satellitenfernsehen, Internet. Das alles ist im – laut Transparency International – „korruptesten Land der Welt“ strafbar und hilft, die rund 180 Haftanstalten zu füllen, in denen die meisten Insassen ohne Gerichtsverfahren einsitzen. Ich frage Fräulein Lee, was sie über Südkorea und die USA weiß. „Südkorea ist ein entwickeltes Land, aber leider leben die meisten Menschen dort in Irrenhäusern, weil sie so viele Steuern zahlen müssen und deshalb wahnsinnig werden.“ Und in den USA herrsche nur Mord und Totschlag auf den Straßen, weil dort das Kapital herrscht. „Das Einzige, was Nord­korea fehlt, ist die Wiedervereinigung mit dem Süden.“ Natürlich unter nordkoreanischer Führung. „Ein Land, zwei Systeme. Das bessere gewinnt“, sagt sie.

Was ihr System zu bieten hat, ist genauer zu sehen, als wir die Hauptstadt auf der „Autobahn der Helden der Jugend“ verlassen. Wir passieren unentwegt Militärposten, müssen stoppen, Papiere vorzeigen, denn ohne Genehmigung ist es Nordkoreanern nicht gestattet, ihre Stadt oder Gemeinde zu verlassen. „Die Partei will uns so beschützen.“ Wovor Fräulein Lee beschützt werden muss, sagt sie nicht. Stundenlang fahren wir auf dem Highway, den sich unser Minibus und drei Mercedes-Limousinen teilen. Ansonsten kein Verkehr. Abertausende Frauen mit Reisigbesen fegen die Autobahn, kein Kieselstein bleibt übersehen. Andere stopfen Schlaglöcher und Frostrisse mit Steinen, die sie mit kleinen Handschaufeln vom Straßenrand holen. Ein Heer fleißiger Arbeitsbienen, die im Dienste der Revolution über den Asphalt robben.

Außerhalb der Hauptstadt sehen die Straßen und Häuser aus wie zersplitterte Vasen, die man hastig wieder zusammengeflickt hat. Die heruntergekommene Infrastruktur ist ein stummer Zeuge der jahrzehntelangen Mangel- und Misswirtschaft. In den Hungersnöten der 90er-Jahre starben etwa zwei Millionen Nordkoreaner. Das Land ist auf Lebensmittellieferungen aus dem Westen angewiesen, weil es nicht in der Lage ist, sein Volk zu versorgen. Wir fahren an zwei Kindern vorbei, die auf der Straße knien und gierig eine weiße Substanz vom Asphalt abschlecken, die wie Zucker aussieht und aus einem Sack rieselt. Ein Lastwagen muss sie verloren haben. Ich erzähle es Fräulein Lee, aber die sagt nur, dass ich mich getäuscht haben müsse.

Ich frage mich, ob Fräulein Lee vielleicht ein wenig Recht hat. Sehe ich nur das, was ich sehen möchte, weil ich voll bin mit Vorurteilen? Gern würde ich ihr wenigstens einen einzigen Satz entlocken, den ich glauben kann. Doch sie redet davon, dass es in Nordkorea weder Mord noch Totschlag gebe, keinen Diebstahl, keine Prostitution, auch keine Schwulen und Lesben, das sei gegen die Lehren Kim Il Sungs. Und Arbeitslosigkeit gebe es auch nicht. Wer keine Arbeit hat, werde zum Arbeitsdienst heran­gezogen. Ich frage Fräulein Lee, was mit den Leuten geschieht, die gegen das Regime sind. Sie überlegt, fährt sich mit der Zunge über ihre Lippen. Dann sagt sie, dass es niemanden in Nordkorea gibt, der die geliebten und ewigen Führer nicht liebt. Von daher sei meine Frage überflüssig. Ich lasse nicht locker: Zehntausende politische Gefangene und deren Familien seien doch in Haft, oder? Ja, Gefangenenlager gibt es, sagt sie, aber dort sitzen keine Verbrecher, „sondern nur Menschen, die vom rechten Glauben abgefallen sind und die sehr dankbar darüber sind, umerzogen zu werden. Alles andere sind Lügen der Imperialisten.“ Sie nestelt an der Anstecknadel mit Seinem Abbild herum.

Wir erreichen die Internationale Freundschaftsausstellung in den Myohyang-Bergen. Zwei riesige Gebäude aus Marmor, die aussehen wie Tempel. Vor den gewaltigen Schiebetüren stehen Soldaten mit silberbeschlagenen Kalaschnikows. Drinnen muss ich meine Kamera abgeben, in ein Paar Filzpantoffeln schlüpfen und werde durch mehrere Metalldetektoren geschleust. Wir wandern über weite Marmorflure, begleitet von Symphonien, die Kim Il Sung selbst komponiert hat, und halten kurz an einer Wachsfigur von Ihm. Fräulein Lee knickt wieder ihren Körper an der Hüfte ab.

Im Inneren der Halle lagern Geschenke, die Staatsgäste zu Ehren der Kims mitgebracht haben: Stalins gepanzerte Limousine. Ein ausgestopftes Krokodil, das wie ein Ober gekleidet ist und ein Tablett mit Teegläsern trägt – ein Geschenk der Sandinisten aus Nicaragua. Ein Bärenkopf von Nicolae Ceausescu. Ein Sturmgewehr von Fidel Castro. Ein Aschenbecher von Jimmy Carter. Eine Stereoanlage von Hu Jintao. Mugabe, Honecker, Breschnew, sie alle haben sich hier verewigt. Es müssen Zehntausende Geschenke sein. „Wenn unser geliebter Führer all diese Stücke verkauft hätte, wäre er der reichste Mann der Welt. Aber weil er unser Volk so liebt, hat er uns diese zum Geschenk gemacht“, sagt Fräulein Lee.

Auf dem Weg zum Zug, der mich zurückbringen soll in die Realität, passieren wir eine Gruppe von Soldaten, die kichernd und tobend wie kleine Jungs Bocksprünge machen und dies sofort einstellen, als sie mich erblicken. Langsam möchte ich weg hier. Ab auf die Schiene, zurück nach China. Und tatsächlich befällt mich beinahe ein Anflug von Erleichterung, als ich aus dem Zugfenster die glänzenden Hochhäuser der chinesischen Millionenstadt Dandong in den Himmel wachsen sehe. Ein Fluss und Jahrzehnte der Entwicklung trennen beide Welten und die Menschen, die in ihnen leben. Ob Fräulein Lee das – wenigstens – ahnt? Sagen würde sie es niemals.

Der Autor hat alle Personen anonymisiert und schreibt unter Pseudonym, um seine nordkoreanische Reiseleiterin zu schützen. Ihr drohen im Fall kritischer Berichterstattung Haft oder Arbeitslager.

(Quelle: www.focus.de)

 

Während die Deutschen viel dafür tun, dass unsere Umwelt einen Schritt weit sauberer wird und die Industrie in unserem Land strenge Umweltkriterien einhalten muss, verpestet China die Luft ohne Ende!

So sieht es des öfteren in Peking aus:

Luft dreckig wie nie: Peking erstickt in Abgasen

Der schwere Smog in China hat sich auf einer Fläche ausgebreitet, die fast viermal so groß ist wie die Bundesrepublik. Die Luftverschmutzung erstrecke sich inzwischen über 1,3 Millionen Quadratkilometer im östlichen und mittleren China, berichtete das Umweltministerium in Peking. Das sind mehr als 13 Prozent der Landesfläche. Eine Hauptursache ist neben dem wachsenden Straßenverkehr der massive Anstieg des Kohlekonsums. China verbraucht heute fast so viel Kohle wie der Rest der Welt zusammen!

Ein Einwurf meinerseits: Das China für den damals „reichen und einst übermächtigen Westen“ günstigst produzieren sollte und die Umwelt dabei keine Rolle spielte, ist das Ausbeutungssystem der sogenannten Industrienationen. China wurde förmlich überrumpelt und die Industrie China´s wuchs viel zu schnell. Über 80% aller prodzierten Waren sind für westliche Länder! Beispiele: Über 50% aller Waschmaschinen weltweit sind made in China. Oder Spielzeug! Welches Spielzeug stammt den bitteschön nicht aus China oder aus dem asiatischen Raum? Auch Turnschuhe, Computerzubehör, Textilien…nur um einige Beispiele zu nennen. Und so haben wir hier alles schön sauber und importieren aus der Ferne, wo das billig arbeitende Volk nun die Quittung für erhält und dabei schuldlos ist. Die anhaltende Gier der Regierung China´s muss nun dem ökologischen Denken weichen…sonst bleibt´s dunkel.

Foto: Reuters

Er ist der Spezialist für die Monsterwellen. Der hawaiianische Surfer Garrett McNamara (45) hält den Weltrekord mit einem Ritt auf einer 24 Meter hohen Welle, auf die er im November 2011 in Nazaré an der portugiesischen Küste getroffen war. Es verschaffte ihm den Eintrag ins «Guinness-Buch der Rekorde». An gleichem Ort soll er jetzt sogar noch um einiges höher gesurft sein, nämlich mindestens 27,4m! Einige sprechen sogar von der magischen 100 Fuß Grenze (30 Meter).

Genaue Messungen dauern an…aber mal ehrlich…was für eine Höhe, oder?

McNamara surfs a giant wave at Nazare beach

 

 

 

 

 

 

 

 

Foto: EPA

War es ein Geheimdienst, das Militär oder nur eine Panne? Bei einer turbulenten Anhörung im „9/11“-Prozess wurde plötzlich die Mikrofonverbindung gekappt. Nicht einmal der Richter kennt den Grund.

Ein Militärrichter in Wut: James L. Pohl reagierte erkennbar verstimmt, als plötzlich die Mikrofonverbindung aus dem Gerichtssaal abriss, in dem die letzte Anhörung vor der Eröffnung des Prozesses gegen Khaled Scheich Mohammed und vier weitere mutmaßliche 9/11-Verschwörer lief.

Es müsse umgehend geprüft werden, „wer hier das Licht an- oder ausmacht“, schimpfte der Militärrichter – und gab seinen Eindruck zu erkennen, dass eine unbekannte Instanz ihm soeben ins Handwerk gepfuscht hatte. Pohl vertagte am Montagnachmittag die Sitzung im US-Stützpunkt Guantánamo Bay auf den Folgetag.

Man muss dazu wissen, dass Journalisten, Menschenrechtsorganisationen und Angehörige von Opfern des Terroranschlags vom 11. September 2001 das Verfahren nur hinter schalldichtem Glas aus einem Nebenraum verfolgen dürfen. Man kann von dort in den Gerichtssaal blicken. Aber das Tonsignal kommt mit einer Verzögerung von 40 Sekunden an.

Der Richter hat das Recht und die Möglichkeit, per Knopfdruck die Mikrofonverbindung zu kappen, wenn die Angeklagten oder deren Verteidiger Informationen offenbaren, die gegen die Geheimhaltungsvorschriften des US-Militärs verstoßen oder – aus seiner Sicht – die nationale Sicherheit gefährden.

Mit der letzten Vokabel brach der Satz ab ….

-> hier weiter auf welt.de lesen

(Quelle: www.welt.de / Ansgar Graw)

Kann man Wasser privatisieren? Ob hier Märchen gesponnen werden oder baldige Realität gezeigt wird… man sollte sich zumindest mal darüber Gedanken machen!

ARD Monitor 13.12.2012:
Geheimoperation Wasser – EU fördert Wasserprivatisierung:

-> BERICHT <-

Eine SEHR bedenkliche Entwicklung! Es geht den Mächtigen nicht nur um Geld, es geht um die Kontrolle über die Ressourcen und damit um die Kontrolle über die Menschen! Klingt wie Zukunftsmusik aus der Nähe!

Als im Sommer 2012 die letzte Galapagos-Schildröte starb, ging die Nachricht wie ein Lauffeuer um die Welt. Aber „Lonesome George“, wie die Schildkröte genannt wurde, war vielleicht doch nicht der Letzte seiner Art: Auf den Galapagos-Inseln haben Forscher 17 Pinta-Schildkröten identifiziert, deren Gene hoffen lassen. Ob es sich bei den entdeckten Exemplaren tatsächlich um direkte Verwandte von George handelt, müssen nun wohl weitere Gentests klären.

Nach derzeitigem Kenntnisstand ist Lonesome George leider weiterhin der letzte Vertreter der Unterart Chelonoidis nigra ssp. abingdoni.

Tatsächlich sind auch andere Galapagos-Schildkröten wieder auferstanden. Anfang des Jahres hatten Russello und Kollegen die Wiederentdeckung der Floreana-Riesenschildkröte (Chelonoidis nigra elephantopus) verkündet. Anhand von Genanalysen identifizierten die Forscher Hybride, die von einem Elternteil dieser seit 150 Jahren als ausgestorben geltenden Unterart abstammten. Einige waren nicht älter als 15 Jahre.

Ein bißchen Hoffnung gegen die Ausrottung der Tierarten durch den Menschen und „seiner“ Umwelt.

Der stumme Hilferuf der Amanda Todd (†15)

Sie hielt die Hänselei nicht mehr aus: Amanda Todd aus Kanada wurde monatelang von ihren Mitschülern wegen eines Nacktfotos im Internet gemobbt. Ein Mann hatte es an die ganze Schule verschickt.

„Ich habe niemanden“, steht in schwarzer Mädchen-Schrift auf einer weißen Karteikarte. „Ich brauche jemanden.“ Darunter hat das junge Mädchen einen traurig guckenden Smiley gemalt. Dann wird der nächste Zettel in die Kamera gehalten. „Mein Name ist Amanda Todd.“

Das Video ist der neun Minuten lange Hilferuf eines Mobbingopfers. Amanda mit den langen, braunen Haaren, die in dem schwarz-weißen Internetvideo zu sehen ist, bleibt während des gesamten Videos stumm. Und kaum einen Monat nach der Veröffentlichung ist sie tot.

Die 15-Jährige aus der Nähe der westkanadischen Stadt Vancouver hat sich das Leben genommen, nachdem es zum Martyrium geworden war. Und zwar wegen eines Nacktfotos, das im Internet kursierte.

„Ich kann das Foto nie zurückholen“

„Ich habe mich entschieden, Euch von meiner niemals endenden Geschichte zu erzählen“, heißt es auf Todds erster Karteikarte. In der siebten Klasse fing sie demnach damit an, im Internet zu chatten. Dabei trifft sie auf Männer, die ihr Komplimente machen. Einer bittet sie um ein Foto ihrer nackten Brüste.

Todd schickt es ihm völlig unbedarft per E-Mail. Der Mann aber schickt es an ihre ganze Schule und lädt es bei Facebook hoch, erpresst sie weiter. Danach wird das Leben für Amanda Todd nie mehr, wie es vorher war.

„Ich kann das Foto nie zurückholen. Es wird immer irgendwo da draußen sein“, schreibt Todd auf einer ihrer Karten. Ihre Mitschüler hänseln sie, werden sogar gewalttätig, rufen ihr nach: „Merkst Du nicht, dass Dich hier niemand mag“. „Ich habe jede Nacht geweint und alle Freunde verloren“, schreibt Amanda.

Mehrmals wechselt sie die Schule, doch die Mobbing-Attacken wird sie nicht mehr los, genauso wenig wie sie das Foto löschen kann. Die Hetzjagd geht immer weiter. Amanda nimmt Drogen, Alkohol, verletzt sich selbst, ritzt sich die Arme auf. Ein Selbstmordversuch mit Bleichmittel scheitert, der zweite am 10. Oktober gelingt.

Wachsendes Problem Cybermobbing

 Die Betroffenheit über Amandas Fall ist groß: Mehr als zwei Millionen Menschen haben ihr Video mittlerweile gesehen, in Kanada trauerten Hunderte öffentlich um die 15-Jährige, sie zündeten Kerzen an und gedachten ihr in Schweigeminuten.

„Sie hat mir gesagt, warum sie es gemacht hat – sie wollte nicht, dass andere das durchmachen müssen, was sie durchmachen musste“, sagte ihr Vater Norm der Zeitung „Vancouver Sun“ im Interview. „Ihre Nachricht ist angekommen. Es macht mich glücklich, dass ihre Stimme noch immer gehört wird.“

Amanda ist inzwischen zur Symbolfigur gegen Gewalt aufgestiegen. Nicht nur in Kanada ist eine Diskussion über den Umgang mit Cybermobbing entbrannt.

„Ich habe keine Zweifel, dass Millionen von Menschen, die Amandas Video sehen – ob sie gemobbt werden, oder selber mobben – davon beeinflusst werden“, sagte die Organisatorin einer Gedenkveranstaltung, Navi Gill, dem kanadischen Nachrichtensender CTV.

Durch Mobbing in Selbstmord getrieben 

Tatsächlich gilt Cybermobbing weltweit als wachsendes Problem, unter anderem weil einer Studie der Europäischen Union zufolge das Alter der Kinder, die Zugang zum Internet haben, immer weiter sinkt.

Einen eigenen Straftatbestand stellt Cybermobbing allerdings nicht dar – zumindest noch nicht. Dabei wurde mindestens jedes dritte Kind in Deutschland laut einer Studie schon einmal im Netz belästigt. Die Folgen dieser Attacken können dramatisch sein.

Im April 2010 stirbt Phoebe Prince im US-Bundesstaat Massachusetts, etwa 145 Kilometer westlich von Boston. Die 15-Jährige ist hübsch und intelligent, kommt neu an eine Schule, geht mit einem attraktiven Mitschüler und erweckt die Eifersucht ihrer Klassenkameradinnen. Sie wird im Internet gemobbt, eine Schülerin bewirft sie auf dem Heimweg mit einer Dose und fragt „Warum bringst du dich nicht um?“. Ihre kleine Schwester findet Phoebe wenig später, sie hat sich erhängt.

Im Mai 2010 bekommt der 13 Jahre alte Joël aus Österreich eine bösartige E-Mail, in der er als Homosexueller beschimpft wurde: „Du bist schwuler, als die Polizei erlaubt“, steht darin. Es ist bloß der Höhepunkt einer monatelangen Quälerei. Der Junge wirft sich vor einen Zug.

Im September 2010 wird der Fall des 13 Jahre alten Asher Brown bekannt. Seine Eltern erzählen später, wie erbarmungslos er von seinen Mitschülern malträtiert wurde, er ist Buddhist – und angeblich schwul. Asher schießt sich in den Kopf.

Im Oktober 2010 will sich Melanie aus Peine mit einer angeblichen Freundin treffen, die sie über Facebook kennengelernt hat. Tatsächlich stellt sich heraus, dass hinter der Identität ein 27 Jahre alter Mann steckt. Melanie wird wütend, da schneidet der Mann ihr die Kehle durch.

Im September 2012 ermordet ein 14-Jähriger eine 15-Jährige in den Niederlanden. Der Grund: Das Opfer soll Gerüchte bei Facebook über ihre beste Freundin verbreitet haben. Diese beauftragt schließlich den 14-Jährigen – 50 Euro stellt sie ihm dafür in Aussicht. Der junge Auftragskiller sticht tatsächlich zu.

(Quelle: www.welt.de)

 

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Shin Dong-hyuk hatte das Pech, in einem von Nordkoreas KZs geboren worden zu sein. Der Junge wird gefoltert und Zeuge schlimmer Verbrechen. Doch er kann fliehen und seine Geschichte aufschreiben.

Blaine Harden: „Flucht aus Lager 14. Die Geschichte des Shin Dong-hyuk, der im nordkoreanischen Gulag geboren wurde und entkam“. (DVA, München. 251 S., 19,99 Euro. ISBN 978-3421045706)

Zur Zeit sollen rund 200.000 Menschen in den zerklüfteten Bergregionen eingesperrt sein.

Die gängigen Euphemismen beschönigen die Tatsachen. Vollständig von der Außenwelt isoliert, fristen die Insassen ein rechtloses Dasein in äußerstem Elend. Maisbrei, Kohlsuppe und Rattenfleisch sind ihre Nahrung. Von Wächtern und Häftlingswärtern, einer Art „Kapos“, werden sie drangsaliert und getötet. Niemand soll von dort zurückkehren. Die Häftlinge sterben durch Hunger und Plackerei, Folter und Exekution, durch Erniedrigung und Seelenmord.

In vielen Merkmalen gleichen die koreanischen Lager den deutschen, russischen oder chinesischen KZs. Ihre Spezialität jedoch ist die Sippenhaft und der totale Verrat. Bis ins dritte Glied werden die Angehörigen eines Verdächtigen verfolgt.

Alle Häftlinge unterliegen strikter Anzeigepflicht. Jeder ist jedes anderen Denunziant. Vertrauen ist gefährlich, denn jeder kann ein Verräter sein. In den Schlafsälen, Schulzimmern und Arbeitsstätten herrschen Mundraub, Argwohn und Einsamkeit. Die Menschen belauern sich gegenseitig. Niemals dürfen mehr als zwei Häftlinge beieinander stehen, befiehlt die Lagerordnung.

Wer dagegen verstößt, wird auf der Stelle erschossen. Auffälligkeiten sind unverzüglich anzuzeigen. Verschweigen wird streng bestraft. Willige Informanten erhalten dagegen einen Judaslohn, eine leichtere Arbeit, eine Extraration. So zerstört das Lager nicht nur das Weltvertrauen des Individuums, sondern auch den sozialen Zusammenhalt. Informationen aus den Terrorkolonien sind rar.

Lager 14 – das schlimmste KZ 

Blaine Harden, vormals Auslandskorrespondent der „Washington Post“ und nun Autor des „Economist“, erzählt eine einzigartige Geschichte. Sie handelt von Shin Dong-hyuk, der 1982 im Lager 14, einem der schlimmsten KZs, geboren wurde und bis zu seiner Flucht 2005 nie etwas anderes erlebt hatte als die Schule der Niedertracht und Grausamkeit.

Seine Existenz verdankt er einer „Belohnungsehe“, die von den Aufsehern im Lager gestiftet wurde. Unverheirateten wird als höchste Prämie für harte Arbeit und verlässliche Denunziation manchmal eine Hochzeit gewährt, mit fünf gemeinsamen Nächten und ein paar Besuchen während des Jahres. Shins Bruder war acht Jahre älter, ein Fremder wie der Vater, die Mutter und die anderen Kindersklaven.

Der Hunger als Folterknecht 

In der Schule brachten ihm die Wärter bei, sich zu verbeugen, niemandem in die Augen zu sehen und sich seiner Herkunft zu schämen. Notdürftig lernte er das Alphabet, das Addieren und Subtrahieren, aber nicht das Einmaleins. Fragen zu stellen war verboten und zog Prügel nach sich. Um an eine zusätzliche Essensportion zu gelangen, verrieten die Kinder den Lehrern, was ihre Kameraden aßen und was sie gesagt hatten. Von der Welt jenseits des Lagers erfuhren sie nichts, nichts von ihrem Land und seiner Hauptstadt, nichts vom Regime und der Propaganda der Kim-Dynastie, geschweige denn von der Existenz eines zweiten Korea im Süden. Sie kannten kein Geld, keine Lieder, keine Moral, keine Freunde.

Es gab für Shin keine Hoffnung, die er hätte verlieren, keine Vergangenheit, der er hätte nachtrauern, keinen Stolz, den er hätte verteidigen können. Er fand nichts dabei, verschüttete Kohlsuppe vom Boden aufzulecken. Sein einziger Traum galt einem Festmahl, von dem ihm ein älterer Häftling erzählt hatte. „Freiheit“ war für ihn ein anderes Wort für gegrilltes Fleisch. Frühzeitig wurden die Kinder zur Arbeit eingesetzt. Sie fällten Bäume und reinigten Aborte, sie sammelten Kräuter für ihre Wärter, jäteten im Sommer Unkraut von vier Uhr früh bis zur Abenddämmerung, sie schufteten im Bergwerk, auf den Feldern, in der Textilfabrik, beim Dammbau. Ihr einziger Lebenssinn war die Erschöpfung ihrer Arbeitskräfte.

Der Mord an der Mutter 

Shin verriet den Fluchtplan seiner Mutter und seines Bruders. Da der Nachtwächter, dem er sich anvertraut hatte, unterschlug, von wem er den Tipp erhalten hatte, wurde Shin als vermeintlicher Mitwisser ins unterirdische Lagergefängnis geworfen und gefoltert. In der monatelangen Dunkelhaft herrschte Sprechverbot, doch konnte er mit seinem Zellengenossen flüstern, einem alten Mann, der seine Wunden versorgte und ihm zum ersten Mal erzählte, wie gekochtes Huhn schmeckt.

Im innersten Kreis der Lagerhölle erlebte Shin zum ersten Mal menschliche Freundlichkeit. Als er nach über einem halben Jahr ans Sonnenlicht zurückkehrte, fuhr man ihn mit seinem Vater auf ein abgeerntetes Weizenfeld. Viele Häftlinge waren dort versammelt. Doch in der ersten Reihe war noch Platz. Sein Bruder wurde erschossen und seine Mutter am Galgen aufgehängt.

Neun Jahre später gelang Shin die Flucht. Sein Gefährte, der ihm von der Welt jenseits der Grenze erzählt hatte, verbrannte im Hochspannungszaun. Quer durch Nordkorea führte der Weg bis zur chinesischen Grenze. Shin bewegte sich im Windschatten der Vagabunden und Schmuggler, der Obdachlosen und jugendlichen Diebe. Auf der Odyssee in die Freiheit kam ihm die Schule des Mißtrauens zustatten.

Ein Zeugnis der Schrecklichkeit 

Über die Grenze nach China kam er durch Bestechung; bei einem Schweinezüchter, bei dem er zehn Monate blieb, erhielt er für seine Arbeit zum ersten Mal Lohn und warme Winterkleidung.

Hardens Buch ist ein notwendiges Dokument gegen die Gleichgültigkeit. Manchmal liest sich der Bericht, der durch zeithistorische Informationen ergänzt wird, wie eine Art blockierter Entwicklungsroman. Die Flucht aus der Hölle war für Shin keine Rückkehr. Es war ein Sprung in eine unbekannte Welt. Als junger Erwachsener musste er erst lernen, was ein Radio ist, wie man mit Geld Kekse kauft, was Schuld bedeutet, wie man sein Gegenüber anblickt.

Sechs Monate verbrachte er im südkoreanischen Konsulat in Shanghai, wohin ihn ein Journalist gelotst hatte. Auch in Südkorea und den Vereinigten Staaten, wo man sich intensiv um den Flüchtling kümmerte, verheilten die Wunden des Lagers nicht: die Albträume, die verkrümmten Arme, der chronische Argwohn, die Empfindungslosigkeit, der Selbsthass, das Leben ohne Weinen und Lachen. Trotz gelungener Flucht konnte er dem Lager nie ganz entkommen.

Viele Muslime fordern Respekt gegenüber ihrem Propheten Mohammed. Das bedeutet aber noch lange nicht, dass sie diesen auch anderen Religionen erweisen. Über das Messen mit zweierlei Maß.

In Deutschland hat sich eigentlich nur Frank Heinrich aus dem Wahlkreis Chemnitz so richtig aufgeregt. Seit 2009 sitzt er für die CDU im Bundestag. Als wichtige Themen nennt er auf seiner Homepage den Weiterbau der A72 und die Bahnanbindung seiner Stadt.

Doch was der Großmufti von Saudi-Arabien da am 12. März in einem religiösen Gutachten forderte, konnte den studierten Theologen nicht kalt lassen: Auf Anfrage einer Delegation aus dem Emirat Kuwait hatte Scheich Abdul Asis bin Abdullah erklärt, es sei notwendig, alle christlichen Kirchen auf der arabischen Halbinsel abzureißen.

Laut der Überlieferung soll der Prophet Mohammed nämlich auf dem Sterbebett darauf bestanden haben, dass in Arabien keine zwei Religionen nebeneinander existieren dürften.

Der Abgeordnete Heinrich schrieb in einer Erklärung, die Forderung sei „aus menschenrechtlicher Sicht ein Skandal“. Die Unterdrückung von Minderheiten begünstige „neue Formen der Diktatur“. Es sollte die einzige Reaktion eines Bundestagsabgeordneten auf die Erklärung des Scheichs bleiben. 

Die „Washington Post“ aber unternahm in einem Leitartikel ein interessantes Gedankenexperiment: „Wenn der Papst zur Zerstörung aller Moscheen in Europa aufrufen würde, wäre der Aufruhr katastrophal. Fachleute würden die Kirche angreifen, das Weiße Haus würde sich beeilen, eine Erklärung größter Beunruhigung herauszugeben und Randalierer im Nahen Osten würden einander in ihrem Ärger töten.“ Wenn aber einer der einflussreichsten muslimischen Gelehrten zur Zerstörung von Kirchen aufrufe, sei die Stille ohrenbetäubend.

Der Aufruhr um einen geschmacklosen Film über den Propheten Mohammed hat in zahlreichen westlichen Ländern zu einer Debatte über Toleranz, Meinungsfreiheit und die Grenzen des guten Geschmacks geführt.

Von diesem Diskurs ist die islamische Welt weit entfernt: Die vergangenen Tage haben vor allem das Selbstbild als ewiges Opfer des respektlosen Westens gestärkt. „Wir beleidigen niemals einen Propheten – nicht Moses, nicht Jesus – warum können wir nicht verlangen, dass Mohammed respektiert wird?“, fragte der Textilhändler Chaled Ali bei einer Demonstration vor der US-Botschaft in Kairo in der vergangenen Woche laut New York Times.

Muslime werden sich tatsächlich hüten, Moses oder Jesus zu beleidigen – beide sind schließlich auch islamische Propheten, denen Respekt gebührt. Doch was ist mit jenem Bild, das wohl im Juni dieses Jahres in der umkämpften syrischen Stadt Homs entstand?

Ein Kämpfer der „Freien Syrischen Armee“ posiert da vor einem Auto, in der Rechten hält er ein Sturmgewehr, in der Linken ein offensichtlich aus einer Kirche gestohlenes Kreuz, um den Hals hat er sich das Priestergewand gehängt. Kurz zuvor hatten Rebellenkämpfer die armenische Kirche und christliche Schule geplündert.

Oder jener Tag, als die tunesischen Salafisten das Kreuz der Kirche von Tunis mit Müllsäcken einpackten und den Gemeindemitgliedern deutlich machten, sie wollten das Symbol des Kreuzes im „islamischen Staat Tunesien“ nirgends mehr sehen. Kurz darauf wurden die Wandgemälde der zur Kirche gehörenden russischen Schule mit Fäkalien beschmiert und die Kreuze auf dem christlichen Friedhof beschädigt.

Die Zahl der Übergriffe gegen Christen in der islamischen Welt ist fast unüberschaubar geworden, die meisten Vorfälle erregen kaum mehr Aufsehen. Dabei geht es oft um Leben und Tod: In vielen Ländern der arabischen Welt wird ein freiwilliger Übertritt zum Christentum mit dem Tod bestraft. In Saudi-Arabien ist der Bau von Kirchen ebenso verboten wie die Versammlung zum Gebet in Privaträumen, der Besitz einer Bibel kann die Aufmerksamkeit der Religionspolizei erregen.

Selbst in der vergleichsweise liberalen Türkei können christliche Gemeinden keine Bankkonten eröffnen oder Immobilien besitzen, weil ihnen der rechtliche Status verwehrt wird.

Zudem verschmelzen Elemente des klassischen Antisemitismus mit politisch motiviertem Israelhass, das Ergebnis ist oft nur schwer zu ertragen: Gerade hat ein Prediger in Saudi-Arabien wieder verbreitet, Juden würden ihre Pessach-Matzen mit Menschenblut backen, ein pakistanischer Kollege ist sicher, der Weltfriede werde erst nach der Vernichtung des letzten Juden Wirklichkeit und der Vorsitzende der Organisation für Islamgelehrte im Libanon glaubt, die Juden steckten hinter allem Ärger dieser Welt und würden sogar die Buddhisten abrichten, Muslime anzugreifen.

Alle diese Beispiele stammen aus dem August und wurden vom Antisemitismus-Blog des „Middle East Research Institute“ (MEMRI) zusammengestellt.

Nicht einmal die verschiedenen muslimischen Strömungen tolerieren einander immer: Wenn im Irak schiitische Pilger an ihren Heiligen Stätten von sunnitischen Selbstmordattentätern in die Luft gejagt werden und der ägyptische Geistliche Masen al-Sirsawi verkündet: „Wenn Gott die Schiiten nicht als Menschen geschaffen hätte, wären sie Esel“, wenn in Libyen der Schrein eines sufistischen Heiligen teilweise zerstört wird, zeigt das, wie schlimm es um religiöse Toleranz in diesen Ländern steht.

Bisher aber richtet sich der kritische Blick nur nach außen.

(Quelle: www.welt.de, © Axel Springer AG)

Der Informatiker Scott E. Fahlman schlägt vor, die dem Smiley nachempfundene Zeichenfolge : – ) zur Kennzeichnung von Scherzen in Textnachrichten zu verwenden. Weitere Ausdrücke aus der Anfangszeit: ; – )    : – ( 

Längst ist die auf jeder gängigen Tastatur zu erzeugende Zeichenfolge rund um den Online-Smiley Bestandteil der Schreibkultur wie etwa in E-Mails, Chats oder der Kurzmitteilung SMS.

Der Forscher grübelte in einem internen Onlineforum der Carnegie Mellon University aus Pittsburgh am 19. September 1982, wie man Humor im Netz markieren könnte – dort, wo beim rein Schriftlichen nun einmal Mimik, Gestik, Betonung und Stimmlage fehlen. Denn immer wieder kam es dazu, dass die Verfasser von Beiträgen in einem Online-Forum Humor, Ironie oder Sarkasmus einfach nicht erkannten, was die Diskussionen häufig erschwerte.

Also postete Fahlman die wegweisende Idee: „Ich schlage folgende Zeichen-Sequenz für Spaßmacher vor: „: – )„. Lest es seitwärts.“ Und einen kleinen Seitenhieb auf den Diskussionsverlauf erlaubte er sich auch noch: „Eigentlich wäre es angesichts des aktuellen Trends hier vielleicht zielführender, Dinge zu markieren, die KEINE Witze sind.“ Dafür schlug er dann : – ( als Markierung vor.

Mittlerweile sind erheblich mehr Zeichenfolgen im Umlauf und sind gar von Land und Kultur verschieden.   (^.^) = lächeln auf japanisch

Kaum zu glauben, oder?

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Als die Voyager-Sonden im Jahr 1977 starteten, hatte das Raumfahrtzeitalter vor gerade einmal 20 Jahren begonnen. Man kann sagen, dass „dort oben“ veralterte und längst überholte Technik rumfliegt. Die leistet allerdings eine einwandfreie und zuverlässige Arbeit…seit über 3 Jahrzehnten! (Schaut euch als Beispiel mal Fotoapparate/Fototechnik aus den 70er Jahren an)

Die US-Raumsonde Voyager 1 hat nach einer Flugzeit von rund 35 Jahren die Grenze unseres Sonnensystems erreicht. Mehr als 11 Milliarden Kilometer von der Erde entfernt, steht sie nun vor dem Sprung in den interstellaren Raum. So weit ist noch nie zuvor ein von Menschen geschaffenes Objekt in die Tiefen des Alls vorgedrungen – und Voyager fliegt weiter.

Cassini, Ulysses, Viking, Mariner: Die Liste der unbemannten US-Raummissionen ist mittlerweile so lang, dass kaum ein Mensch sich noch an alle erinnern kann. Nur eine davon hat sich so tief ins Bewusstsein der gesamten Menschheit eingeprägt, dass sie garantiert nie in Vergessenheit gerät: die Voyager-Mission. 1977 gestartet, sendeten die beiden Sonden Voyager 1 und 2 erstmals detaillierte Aufnahmen der Planeten unseres Sonnensystems, die wir zuvor nur mit dem Teleskop beobachten konnten. Und spätestens seit Voyager 1 im Jahr 1990 das weltberühmte Bild von der Erde als „blassem blauen Punkt‘ (siehe unten) – aufgenommen aus 6,4 Milliarden Kilometern – zurück zu unserem Heimatplaneten funkte, dürfte auch der letzte Mensch ein Gefühl für die unvorstellbaren Weiten des Weltalls bekommen haben.

Obwohl ihre Schwestersonde Voyager 2 zuerst gestartet wurde, ist es Voyager 1, die als erstes, von Menschen geschaffenes Objekt den Raum zwischen den Sternen erreichen wird. Fast 17,8 Milliarden Kilometer hat die Sonde in den vergangenen Jahrzehnten zurückgelegt, um diesen Punkt zu erreichen. Letzte Meldungen besagen, dass alle Daten auf ein baldiges Verlassen des Einflussbereiches der Sonne hindeuten – in den vergangenen vier Wochen habe die Stärke der messbaren kosmischen Strahlung um fast zehn Prozent zugenommen, wie Ed Stone, Wissenschaftler am Caltech-Institut in Pasadena, USA, nun bekanntgab. Zeitgleich nehme der von der Sonde erfasste Einfluss der Sonne immer weiter ab.

Wenn die NASA recht behält, wird der Rekordhalter noch mindestens zehn Jahre lang Daten aus den Tiefen des Alls zur Erde funken.

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Eine der berühmtesten Aufnahmen gelang Voyager 1 allerdings, nachdem ihre Mission in unserem Sonnensystem bereits beendet war. Aus rund 6,4 Milliarden Kilometer Entfernung nahm die Raumsonde 1990 ein Bild von der Erde auf, das bis heute zu den besten Weltraum-Fotographien überhaupt zählt. Unter dem Titel „pale blue dot‘ („blasser blauer Punkt‘) ging es damals um die Welt. 

Da niemand genau weiß, wie lang Voyager1 noch fliegen wird und ob sie vielleicht eines Tages von einer außerirdischen Zivilisation entdeckt wird, hat die Sonde – ebenso wie ihre Schwestersonde – den so genannten „Golden Record‘ an Bord. Diese Scheibe enthält Audio- und Bilddateien on unserem Planeten, Entfernungsangaben zu anderen galaktischen Objekten und Grußbotschaften in 55 verschiedenen Sprachen. Bleibt nur zu hoffen, dass ein etwaiger Finder auch einen Plattenspieler besitzt.

„Golden Record“

copyright Bilder: NASA

Die Gier des Menschen nach natürlichen Ressourcen ist unersättlich. Dabei dient die verschwenderische Lebensweise der Industrienationen zunehmend als Vorbild für aufstrebende Schwellenländer. Doch schon jetzt kann der Planet nicht mehr mithalten.

Die Ausbeutung der natürlichen Ressourcen der Erde durch den Menschen hat in den letzten Jahren nicht abgenommen, sie setzt sich unvermindert fort. Weltweit werden schon jetzt 50 Prozent mehr Ressourcen beansprucht, als der Planet zur Verfügung stellt. Dies ist das Ergebnis des „WWF Living Planet Report 2012“, der von der internationalen Naturschutzorganisation World Wide Fund (WWF) im Vorfeld des Nachhaltigkeitsgipfels Rio+20 in Berlin und weltweit vorgestellt wird.

„Macht die Menschheit so weiter, benötigen wir bis zum Jahr 2030 zwei Planeten, um unseren Bedarf an Nahrung, Wasser und Energie zu decken. Bis zum Jahr 2050 wären es knapp drei“, mahnt Eberhard Brandes, Vorstand des WWF Deutschland. „Umweltkatastrophen, Lebensraumzerstörungen, Artenschwund und Wasserknappheit sind die dramatischsten Folgen dieser Entwicklung“, erklärt er.

Gleichzeitig zeigte die weltweite Überwachung von 9000 Populationen von knapp 2700 Säugetieren, Vögeln, Reptilien, Amphibien und Fischen eine drastische Reduzierung der Tierbestände. Die Bestände schrumpften seit 1970 um beinahe 30 Prozent, in tropischen Regionen durchschnittlich sogar um über 60 Prozent. Verheerend ist auch das Ergebnis für die tropischen Flüsse und Seen – der Index hat sich hier um 70 Prozent verschlechtert. Beispielsweise gibt es von frei lebenden Tigern nach WWF-Schätzung weltweit nur noch 3500 Exemplare.

Tierschutz zeigt Erfolge

Verantwortlich für den Artenverlust macht Brandes die Zerstörung der Lebensräume von Tieren und Pflanzen, die Umweltverschmutzung, den Klimawandel und, durch den weltweiten Handel in fremde Regionen eingeführte, invasive Arten. Der Unterschied zwischen gemäßigter und tropischer Zone lässt sich damit erklären, dass die großräumige Naturzerstörung in den Tropen erst nach 1970 einsetzte. Im Gegensatz dazu hatte die jahrhundertelange Übernutzung der Natur in temperierenden Zonen zu diesem Zeitpunkt bereits einen Höhepunkt erreicht. Auch waren, laut Brandes, Naturschutzmaßnahmen in gemäßigten Zonen durchaus erfolgreich, wie das Beispiel des beinahe ausgestorbenen Fischotters zeigt.

Die Menge der vom Menschen verbrauchten Ressourcen wird als ökologischer Fußabdruck bezeichnet. Er steht der Biokapazität, also der Menge der zur Verfügung stehenden erneuerbaren Ressourcen gegenüber. Beide Einheiten werden in globalen Hektar (Gha) berechnet. Die Kapazität des Planeten entspräche einer pro Kopf Nutzung von 1,8 Gha – in Wirklichkeit verbraucht jeder Mensch jedoch durchschnittlich anderthalb mal so viel, nämlich 2,7 Gha. Tendenz steigend.

Allerdings nehmen die Menschen aus verschiedenen Ländern die Ökosysteme der Erde äußerst unterschiedlich in Anspruch. „Während es nicht überraschen dürfte, dass Länder wie Katar, Kuwait und die Arabischen Emirate eine extrem hohe Beanspruchung der Ökosysteme durch den Menschen aufweisen, ist es auffällig, dass auch europäische Länder wie Belgien und Holland einen besonders hohen Fußabdruck hinterlassen“, meint der WWF-Vorstand Deutschlands. In den reichen Ländern hinterlässt vor allem der Kohlenstoff-Fußabdruck einen immensen Schaden. Nach Kohle und Öl gilt Waldverlust, entstandenen durch Abholzung und Zustandsverschlechterung der Wälder, als drittgrößter Verursacher des Klimawandels.

Industrienationen sind schlechte Vorbilder

Illegale Abholzung in Sumatra, Indonesien. Illegale Abholzung in Sumatra, Indonesien. Generell gelten die einkommensärmsten Länder, beispielsweise Ruanda, Malawi und Nepal, als die ressourcenschonendsten. Industrienationen verbrauchen im Vergleich fünf Mal so viele Ressourcen. Hingegen ist der Rückgang der Biodiversität in den ärmsten Ländern, durch den Wachstum und den Konsum der Industrienationen, auch am größten. Das sei natürlich sozialer Sprengstoff, sagt Brandes. „Das Wachstum wohlhabender Staaten findet auf Kosten der ärmsten Länder statt, die am meisten natürliche Ressourcen beisteuern und selbst am wenigsten Verbrauchen“, erklärt er.

Bevölkerungsanstieg und Urbanisierung gelten als besonders starke Treiber des Fußabdrucks. Vor allem in Schwellenländern orientiert sich die wachsende Mittelschicht am westlichen Vorbild. Ihr Energiebedarf steigt und ihre Ernährung setzt sich ebenfalls zunehmend aus Fleisch und Milchprodukten zusammen. „Da müssen wir uns fragen, ob wir das richtige Model vorleben“, gibt Brandes zu bedenken.

Wichtig sei, dass der westliche Verbraucher umdenke und seinen Konsum ändere. „Das möchte niemand hören, dabei ist es einfacher als es sich viele vorstellen“, meint der WWF-Vorstand in Berlin. Besonders der Fleischkonsum müsse um ein Drittel reduziert werden. Aufgrund des enormen Wasserverbrauchs sei die Fleischproduktion besonders ineffizient.

Einfache Maßnahmen haben große Effekte

Der Einzelne kann aber noch weitere Maßnahmen ergreifen, um seinen Fußabdruck zu verringern. Energie kann beispielsweise durch eine gute Gebäudedämmung gespart werden. Außerdem können Bürger auf Ökostrom umstellen, ihren Müll richtig recyceln und regionale und saisonale Produkte kaufen.

Um die Ressourcenverschwendung einzudämmen, fordert der WWF, den Preis der Natur in eine ökonomische Vollkostenrechnung mit einzubeziehen. Neben den wirtschaftlichen und ökologischen Leistungen würden ökologische Kosten dann den dritten Aspekt darstellen. Dazu müsste allerdings erst eine Einigung erfolgen, wie die ökologischen Kosten berechnet werden. „Natur muss endlich einen Preis haben und die natürlichen Ressourcen im internationalen Finanzsystem berücksichtigt werden“, sagt Brandes.

Der „WWF Living Planet Report 2012“ wurde vor dem großen UN-Umweltgipfel Rio+20, der in wenigen Wochen in Brasilien stattfinden wird, präsentiert. Er wurde gemeinsam mit der Zoologischen Gesellschaft von London (ZSL), dem Global Footprint Network (GFN) und der European Space Agency (ESA) erstellt. Der Bericht erscheint alle zwei Jahre und beschreibt den Gesundheitszustand der Erde.

 

zu 2011

Nur noch wenige Länder halten an der Todesstrafe fest, in diesen stieg aber die Zahl der Hinrichtungen: China ausgenommen wurden 2011 mindestens 676 Menschen (2010: 527) in 20 Ländern (2010: 23) hingerichtet und fast 2.000 Menschen in 63 Ländern (2010: 67) zum Tode verurteilt.

„Gerade einmal zehn Prozent aller Länder haben 2011 noch Menschen hingerichtet. Die Todesstrafe ist weltweit auf dem Rückzug“, so Oliver Hendrich, Experte zur Todesstrafe von Amnesty International in Deutschland. „Umso erschreckender ist es, dass im Mittlerem Osten die Zahl der Hinrichtungen um 50 Prozent gestiegen ist. Das geht im Wesentlichen auf das Konto von drei Staaten: Iran, Irak und Saudi-Arabien.“ Nach Amnesty-Informationen wurden 2011 in Nordafrika und im Nahen Osten 558 Menschen hingerichtet.

Weltweit vollstreckten Iran (mind. 360), Saudi-Arabien (mind. 82), Irak (mind. 68), die USA (43) und Jemen (mind. 41) die meisten Todesurteile. „Amnesty hat darüber hinaus glaubwürdige Informationen über eine große Zahl heimlicher Hinrichtungen in Iran“, so Hendrich. Neben Saudi-Arabien war Iran auch das einzige Land, das Todesurteile an minderjährigen Straftätern vollstreckte. Zur Todesstrafe in China veröffentlicht Amnesty seit 2009 keine Zahlen mehr, da China diese Angaben als Staatsgeheimnis behandelt. Amnesty schätzt, dass dort weiterhin Tausende hingerichtet werden.

Auch 2011 wurden Todesurteile oft nach grob unfairen Verfahren verhängt, die nicht internationalen Standards entsprechen. In einigen Staaten wie Belarus, China, Iran, Irak und Nordkorea ergingen Urteile aufgrund von unter Folter erzwungenen „Geständnissen“. Außer für Gewaltverbrechen wurde die Todesstrafe in einigen Ländern auch für Straftatbestände wie Ehebruch und Homosexualität (Iran), Gotteslästerung (Pakistan), Hexerei (Saudi-Arabien) und Drogendelikte (Iran) verhängt oder vollstreckt.

Weltweit haben aktuell 141 Staaten die Todesstrafe im Gesetz oder in der Praxis abgeschafft – zuletzt setzte Sierra Leone alle Hinrichtungen aus. „In den vergangenen zehn Jahren ist die Zahl der Länder, die die Todesstrafe vollstrecken von 31 auf 20 geschrumpft – ein deutlicher und vor allem erfreulicher Trend!“, so Hendrich. Auch in den Ländern mit Todesstrafe beobachtet Amnesty Fortschritte: In den USA schaffte 2011 Illinois als 16. Bundesstaat die Todesstrafe ab, Oregon verhängte einen Hinrichtungsstopp. China reduzierte die Straftatbestände, auf die Todesstrafe angewendet werden kann.

Quelle: Amnesty International

Stellt euch mal vor, wir wären nicht im sicherern Deutschland zur Welt gekommen und es geht um einen Fall in unserer Familie, der sein einzigartiges Leben geben muss….vielleicht dein Vater, mein Sohn, eine Frau…eine Mutter von einem Kleinkind…

Danke Amnesty International