Mit ‘Reise’ getaggte Beiträge

Momente unserer Welt ausdrucksstark und in überwiegend schwarz-weiß Bildern festhalten…das ist die Arbeit und Berufung von Laura Saffioti. Als Fotografin bereist Sie die Welt und zeigt uns Bilder, die uns weltfremd erscheinen und gerade deshalb in den Bann ziehen und zum Nachdenken anregen.

www.laurasaffioti.com 

laurasaffiotistreet.wordpress.com

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Frau Saffioti, vielen Dank, dass Sie sich für dieses Interview Zeit genommen haben.

Frage 1:

Fotografieren und Reisen. Ist das ein Traumberuf?

Meine grosse Leidenschaft waren schon immer Reisen in ferne Länder und das Kennenlernen und Auseinandersetzen mit fremden Kulturen.

Für mich ist es der absolute Traumberuf.

 Frage 2:

Wie viele Kameras nehmen Sie auf einer Reise mit?

Auf meinen Reisen nehme ich meistens 2 Kameras mit.

Eine Canon 5D MK III und eine Leica Monochrom.
 Meine Lieblingsobjektive sind die 50 mm Objektive von Zeiss und das 135mm. Für mich ist Schwarz/Weiss Fotografie wichtiger als Farbe. 2 Kameras sollte man immer dabei haben. 

Frage 3:

Ihre Fotos zeigen das einfache Leben. Wieso diese Bilder und wie sind Sie darauf gekommen?

Wie jeder Street-Fotograf bin ich auf der Suche nach echten Geschichten, die die Strasse erzählt. Meine Bilder sind nicht gestellt und deswegen fotografiere ich am liebsten das einfache Leben in fremden Kulturen. Für mich ist das momentan sehr spannend. Das so genannte „einfache Leben“ zeigt die Dramatik des Alltags. 

Frage 4:

Wie finden Sie ihre Motive und wie bereiten Sie sich darauf vor?

Vor einer Reise setzte ich mich natürlich mit dem Reiseort auseinander und informiere mich aus Büchern und dem Internet.

In der Street/Reportage Fotografie kann man leider weder planen noch konstruieren, deswegen muss man sehr viel Zeit und Ruhe mitbringen.

Meine besten Motive sind bisher beim ziellosen Erkunden der Stadt entstanden. 

Frage 5:

Was ist noch in Planung und was wollen Sie unbedingt noch fotografieren?

Dieses Jahr plane ich noch eine Reise nach Afrika, um eine Hilfsorganisation fotografisch zu unterstützen. Auf meiner Reiseliste stehen des weiteren noch Bhutan, Myanmar, Vietnam und Japan.

Frage 6:

Gab es eine Reise, die etwas ganz besonderes war bzw. in besonderer Weise beeindruckt hat?

Beim Fotografieren einer Zeremonie in Indien (Kumbh Mela) hat mich unerwartet eine Priesterin in den Ganges gebeten und mich gesegnet. Die unbeschreibliche Ehre hat einen mehr als gewaltigen Eindruck bei mir hinterlassen.

Vielen Dank noch einmal und wir freuen uns auf die nächsten Bilder. Gute Reisen.

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Ein Focus-Reporter reiste unter falschem Vorwand in das Land, welches jüngst einen erfolgreichen, dritten Atombombentest durchführte. In ein Land, in dem ein halbes Kind eine Armee mit 1,2 Millionen Soldaten regiert, Nordkorea!

Ich bin in Nordkorea nicht erwünscht. Ein Journalist aus dem dekadenten, imperialistischen Westen ist der Letzte, den sie reinlassen wollen. Das Erste, was ich also tun muss, um ins Land zu gelangen, ist: meine offizielle Profession ändern. Ich gebe mich als Deutschlehrer aus, der von der moralischen Überlegenheit Nordkoreas über den Kapitalismus lernen möchte. Meine bisher dilettantischste Tarnung, denke ich noch, als ich nach wochenlangem Visums-Getue im Zug sitze, der mich von der Grenze zu China in die Hauptstadt Pjöngjang bringen soll. Ins Zentrum eines der letzten Reiche des Bösen.

Zu dieser Visite drängt mich nach alldem, was jüngst mit der Bucherscheinung „Flucht aus Lager 14“ bekannt geworden ist, meine Neugier. Von unfassbarer Grausamkeit handelt die Lebensgeschichte Shin Dong-hyuks, des ersten nordkoreanischen KZ-Insassen, dem die Flucht aus dem Gulag gelang: von erschlagenen Kindern, Exekutionen, Feuerfolter und Familienverrat als Überlebensmoral. Nordkorea ist ein Polizeistaat, in dem Menschenrechte, Meinungs-, Glaubens- und Bewegungsfreiheit nicht existieren. Was weiß man über dieses Land? Nicht viel. Im Dezember 2011 starb der Diktator Kim Jong Il, der seine Rolle als Darth Vader der Weltgemeinschaft bravourös erfüllt hatte. Nach dessen Tod erbte sein 28-jähriger Sohn Kim Jong Un ein Land, in dem Hunderttausende in Straf- und Arbeitslagern vegetieren, Hungersnöte die Untertanen dezimieren, Todesstrafen zur Tagesordnung gehören. Ab jetzt, ich bin mir sicher, befinde ich mich auf der dunklen Seite der Macht.

Fräulein Lee führt mich durchs Land

Das „Böse“ hat mir Fräulein Lee als Reiseleiterin zur Seite gestellt, und ich ahne bereits, als wir uns im Zug begrüßen, dass ich von der hässlichen Wahrheit des Landes nicht viel sehen werde. Fräulein Lee ist ausgesprochen hübsch, 23 Jahre alt, trägt einen schmucken schwarzen Blazer und einen kurzen Rock. Eine höfliche junge Frau mit hoher Flötenstimme, die sich tief vor mir verbeugt. Ich bin sofort ein bisschen verknallt – und empfänglich für die Regeln, die ich „unbedingt beachten“ muss: Ich darf nicht aus dem Zug fotografieren, sagt sie, auf gar keinen Fall Soldaten oder militärische Gebäude, am besten gar keine Gebäude. Auch keine Menschen außerhalb der Hauptstadt. Auch darf ich mich mit normalen Nordkoreanern nicht unterhalten. „Das könnte die Leute verstören. Verstanden?“

Wir rollen gemächlich zwischen braunen Äckern hindurch, in denen Kinder und Frauen nach Wurzeln graben. Das ganze Land scheint ein einziger großer Acker zu sein, durch den sich ausgetrocknete Flussbetten schlängeln. In den Gräben neben den Gleisen schlafen erschöpfte Körper. An Bahnhöfen stehen junge Rekruten mit grauen Gesichtern und Gewehrattrappen. Sie sehen aus wie Kinder in zu großen Uniformen. Und Fräulein Lee konterkariert die Bilder mit einer Suada über blühende Landschaften und die Überlegenheit der nordkoreanischen Technologie über die der Kapitalisten.

Dazu lächelt sie bezaubernd, vor allem wenn sie vom Ihm spricht, dem „Gottgleichen“, dem „Vater aller Koreaner“, „so strahlend wie ein aufgehender Stern“. Kim Il Sungs Abbild steckt am Revers ihres Blazers. „Ihm, der Sonne der Menschheit, verdanken wir unsere Freiheit“, sagt sie und unterbricht sich, um mich zu bitten, mit dem Fotografieren aufzuhören. „Ich habe Ihnen doch gesagt, dass dies nicht erlaubt ist.“ Ich halte mit einem Flirt dagegen: „Sind Sie verheiratet?“ – „Nein!“ Sie habe den Richtigen noch nicht gefunden. Ob ich da eine Option wäre? Sie versteckt ihr Lachen hinter der Hand. Koreaner müsse er sein, erfahre ich. Und Parteimitglied, sagt sie.

Die nordkoreanische Gesellschaft ist in ein dreigliedriges Kastensystem eingeteilt. Ganz oben stehen die „freundlich gesinnten“ Kräfte, die Profiteure des Regimes, Parteikader und deren Familien. Dazu zählt ganz eindeutig Fräulein Lee. Gleich darunter kommen die „neutralen“ Kräfte, die stillen Jasager, die sich täglich mit der Realität arrangieren. Und ganz unten sind die „feindlichen“ Kräfte angesiedelt. Zu ihnen zählen die Familienangehörigen von Nordkoreanern, die in den Süden übergelaufen sind, Unternehmer und Geistliche aus vorsozialistischer Zeit, ehemalige Angestellte der japanischen Kolonialbehörden und Häftlinge. Und – immer auch: all deren Familien. Rund 200.000 Menschen, also fast ein Prozent der etwa 24 Millionen Einwohner Nordkoreas, sollen derzeit in sechs riesigen Straflagern inhaftiert sein, schätzt Amnesty International. Rund 10.000 Tote jährlich soll es laut Menschenrechtsorganisationen in diesen Lagern geben. Tod durch Arbeit, aber auch durch Folter und Exekutionen, wie Gulag-Flüchtling Shin Dong-hyuk sie schon als Kind sah. Erschießungen, vor denen man den Todeskandidaten Steine in den Mund steckte. Auch von Menschenversuchen berichten nordkoreanische Flüchtlinge. Davon, dass systematisch neue Waffen und auch Giftgas an Lagerhäftlingen und minderjährigen Behinderten getestet würden.

Ich lehne mich aus dem offenen Zugfenster, der warme Fahrtwind bläst mir ins Gesicht. Ich winke Schulkindern zu, die kichernd zurückwinken. Winke Bauern zu, die sich erschrocken wegdrehen. Winke Soldaten zu, die mich mürrisch anblicken. Nach einer Weile bittet mich Fräulein Lee, mit dem Winken aufzuhören.

Es ist schon dunkel, als wir die Hauptstadt Pjöngjang erreichen. Am Bahnhof werde ich in einen weißen Minibus mit getönten Scheiben verfrachtet, der mich in ein Hotel auf einer Halbinsel im Taedong-Fluss bringt. Es ist acht Uhr, die Straßen sind gespenstisch leer, als Fräulein Lee mir gute Nacht wünscht und mit erhobenem Zeigefinger erläutert, dass ich das Hotel unter keinen Umständen allein verlassen darf. Statt mich also im Dienste der Völkerverständigung mit Koreanern zu betrinken, blättere ich im Drehrestaurant im 47. Hotelstock – das sich nicht dreht – bei drei Taedonggang-Bieren in einer alten Ausgabe der „Pyongyang Times“ und erfahre: Ganz Deutschland beweinte den Tod des geliebten Führers Kim Jong Il. Die Deutschen konnten vor lauter Trauer nicht arbeiten. In Nordkorea trauerten selbst die Tiere, Kraniche flogen nur noch mit gesenkten Köpfen.

Am Morgen schlägt Fräulein Lee das nächste Märchenkapitel auf. Sie macht das wirklich gut – aber auch Pjöngjang hilft: trotz des architektonischen Sieges der sozialistischen Platte eine überraschend angenehme und saubere Stadt. Nirgends hängt Reklame. Nur Propagandaschriften, die an den Sieg der Revolution über die Imperialisten erinnern. Schöne Verkehrspolitessen in himmelblauen Uniformen, weißen Söckchen und schwarzen Lackpumps drehen formvollendet Pirouetten auf den Boulevards und filtern den nicht vorhandenen Verkehr zwischen sozialistischen Prachtbauten und stalinistischen Monumenten. In den Parks picknicken Familien. An Kanälen und Flussläufen sitzen alte Männer und angeln. Trambahnen bimmeln. Und alles, darauf besteht Fräulein Lee, ist hier besser und schöner als andernorts: der Triumphbogen größer als der in Paris. Das „Stadion des 1. Mai“ fasst 150.000 Besucher. Das jährliche Arirang-Festival ist die größte Massenveranstaltung der Welt. Und wir fahren mit der „tiefsten U-Bahn der Welt“ zur „Großen Lernhalle des Volkes“, in der drei Millionen Bücher lagern sollen, darunter alle Werke von Kim Il Sung, Kim Jong Il, Mao, Lenin, Rosa Luxemburg, Karl Marx. „Wir haben auch deutsche Bücher“, sagt Fräulein Lee, und die Dame an der Buchausgabe zaubert drei Exemplare hervor: „Tiere in Dschungel und Savanne“, „Herders praktisches Garten-Lexikon“ und „Katzen: Ein Kosmos Ratgeber“.

Über 10.000 der Bücher hier soll allein die „Sonne der Menschheit“ geschrieben haben. Auch 18 Jahre nach dem Tod des Despoten blüht der religiöse Kult um Kim Il Sung, der neben seinem toten Sohn Kim Jong Il zur Stelle ist, egal, wohin man kommt. Sie blicken von Denkmälern und Plakaten – am Kim-Il-Sung-Platz, an der Kim-Il-Sung-Universität, in U-Bahn-Waggons, an allen öffentlichen Gebäuden. Ein autoritärer Bilderkosmos, ein Paralleluniversum: das Fundament der Diktatur. Nirgends sonst wird er so deutlich wie am Mansudae-Park. Hier stehen Vater und Sohn in heiliger Zweifaltigkeit nebeneinander, haushoch und in Bronze gegossen. Tausende kommen täglich hierher, die sich in tiefer Dankbarkeit verneigen, rote Begonien und lilafarbene Orchideen niederlegen. Fräulein Lee winkelt in tiefer Ergriffenheit ihren Oberkörper ab. Als sie sich wieder aufrichtet, stehen ihr Tränen in den Augen. „Ich vermisse unseren geliebten Führer, Marschall Kim Jong Il, so sehr“, sagt sie mit zittriger Stimme, bevor sie in Tränen ausbricht.

Und ich? Würde sie gern in den Arm nehmen. Sie am liebsten gleich mitnehmen in meinen Orbit und ihr das Theater einmal von außen zeigen. Doch das Verlassen des Landes ist Nordkoreanern verboten, ebenso wie die Nutzung von Mobiltelefonen, freier Presse, Satellitenfernsehen, Internet. Das alles ist im – laut Transparency International – „korruptesten Land der Welt“ strafbar und hilft, die rund 180 Haftanstalten zu füllen, in denen die meisten Insassen ohne Gerichtsverfahren einsitzen. Ich frage Fräulein Lee, was sie über Südkorea und die USA weiß. „Südkorea ist ein entwickeltes Land, aber leider leben die meisten Menschen dort in Irrenhäusern, weil sie so viele Steuern zahlen müssen und deshalb wahnsinnig werden.“ Und in den USA herrsche nur Mord und Totschlag auf den Straßen, weil dort das Kapital herrscht. „Das Einzige, was Nord­korea fehlt, ist die Wiedervereinigung mit dem Süden.“ Natürlich unter nordkoreanischer Führung. „Ein Land, zwei Systeme. Das bessere gewinnt“, sagt sie.

Was ihr System zu bieten hat, ist genauer zu sehen, als wir die Hauptstadt auf der „Autobahn der Helden der Jugend“ verlassen. Wir passieren unentwegt Militärposten, müssen stoppen, Papiere vorzeigen, denn ohne Genehmigung ist es Nordkoreanern nicht gestattet, ihre Stadt oder Gemeinde zu verlassen. „Die Partei will uns so beschützen.“ Wovor Fräulein Lee beschützt werden muss, sagt sie nicht. Stundenlang fahren wir auf dem Highway, den sich unser Minibus und drei Mercedes-Limousinen teilen. Ansonsten kein Verkehr. Abertausende Frauen mit Reisigbesen fegen die Autobahn, kein Kieselstein bleibt übersehen. Andere stopfen Schlaglöcher und Frostrisse mit Steinen, die sie mit kleinen Handschaufeln vom Straßenrand holen. Ein Heer fleißiger Arbeitsbienen, die im Dienste der Revolution über den Asphalt robben.

Außerhalb der Hauptstadt sehen die Straßen und Häuser aus wie zersplitterte Vasen, die man hastig wieder zusammengeflickt hat. Die heruntergekommene Infrastruktur ist ein stummer Zeuge der jahrzehntelangen Mangel- und Misswirtschaft. In den Hungersnöten der 90er-Jahre starben etwa zwei Millionen Nordkoreaner. Das Land ist auf Lebensmittellieferungen aus dem Westen angewiesen, weil es nicht in der Lage ist, sein Volk zu versorgen. Wir fahren an zwei Kindern vorbei, die auf der Straße knien und gierig eine weiße Substanz vom Asphalt abschlecken, die wie Zucker aussieht und aus einem Sack rieselt. Ein Lastwagen muss sie verloren haben. Ich erzähle es Fräulein Lee, aber die sagt nur, dass ich mich getäuscht haben müsse.

Ich frage mich, ob Fräulein Lee vielleicht ein wenig Recht hat. Sehe ich nur das, was ich sehen möchte, weil ich voll bin mit Vorurteilen? Gern würde ich ihr wenigstens einen einzigen Satz entlocken, den ich glauben kann. Doch sie redet davon, dass es in Nordkorea weder Mord noch Totschlag gebe, keinen Diebstahl, keine Prostitution, auch keine Schwulen und Lesben, das sei gegen die Lehren Kim Il Sungs. Und Arbeitslosigkeit gebe es auch nicht. Wer keine Arbeit hat, werde zum Arbeitsdienst heran­gezogen. Ich frage Fräulein Lee, was mit den Leuten geschieht, die gegen das Regime sind. Sie überlegt, fährt sich mit der Zunge über ihre Lippen. Dann sagt sie, dass es niemanden in Nordkorea gibt, der die geliebten und ewigen Führer nicht liebt. Von daher sei meine Frage überflüssig. Ich lasse nicht locker: Zehntausende politische Gefangene und deren Familien seien doch in Haft, oder? Ja, Gefangenenlager gibt es, sagt sie, aber dort sitzen keine Verbrecher, „sondern nur Menschen, die vom rechten Glauben abgefallen sind und die sehr dankbar darüber sind, umerzogen zu werden. Alles andere sind Lügen der Imperialisten.“ Sie nestelt an der Anstecknadel mit Seinem Abbild herum.

Wir erreichen die Internationale Freundschaftsausstellung in den Myohyang-Bergen. Zwei riesige Gebäude aus Marmor, die aussehen wie Tempel. Vor den gewaltigen Schiebetüren stehen Soldaten mit silberbeschlagenen Kalaschnikows. Drinnen muss ich meine Kamera abgeben, in ein Paar Filzpantoffeln schlüpfen und werde durch mehrere Metalldetektoren geschleust. Wir wandern über weite Marmorflure, begleitet von Symphonien, die Kim Il Sung selbst komponiert hat, und halten kurz an einer Wachsfigur von Ihm. Fräulein Lee knickt wieder ihren Körper an der Hüfte ab.

Im Inneren der Halle lagern Geschenke, die Staatsgäste zu Ehren der Kims mitgebracht haben: Stalins gepanzerte Limousine. Ein ausgestopftes Krokodil, das wie ein Ober gekleidet ist und ein Tablett mit Teegläsern trägt – ein Geschenk der Sandinisten aus Nicaragua. Ein Bärenkopf von Nicolae Ceausescu. Ein Sturmgewehr von Fidel Castro. Ein Aschenbecher von Jimmy Carter. Eine Stereoanlage von Hu Jintao. Mugabe, Honecker, Breschnew, sie alle haben sich hier verewigt. Es müssen Zehntausende Geschenke sein. „Wenn unser geliebter Führer all diese Stücke verkauft hätte, wäre er der reichste Mann der Welt. Aber weil er unser Volk so liebt, hat er uns diese zum Geschenk gemacht“, sagt Fräulein Lee.

Auf dem Weg zum Zug, der mich zurückbringen soll in die Realität, passieren wir eine Gruppe von Soldaten, die kichernd und tobend wie kleine Jungs Bocksprünge machen und dies sofort einstellen, als sie mich erblicken. Langsam möchte ich weg hier. Ab auf die Schiene, zurück nach China. Und tatsächlich befällt mich beinahe ein Anflug von Erleichterung, als ich aus dem Zugfenster die glänzenden Hochhäuser der chinesischen Millionenstadt Dandong in den Himmel wachsen sehe. Ein Fluss und Jahrzehnte der Entwicklung trennen beide Welten und die Menschen, die in ihnen leben. Ob Fräulein Lee das – wenigstens – ahnt? Sagen würde sie es niemals.

Der Autor hat alle Personen anonymisiert und schreibt unter Pseudonym, um seine nordkoreanische Reiseleiterin zu schützen. Ihr drohen im Fall kritischer Berichterstattung Haft oder Arbeitslager.

(Quelle: www.focus.de)

 

Kurz vor dem Jahrewechsel hat es mich eher unfreiwillig in´s Kino gezogen. Kino ist nicht ganz so mein Ding, Fantasy-Filme schon gar nicht.

Aber einem Freund zuliebe kann man sich ja mal opfern…und ab gings in „Der kleine Hobbit“.

Da reden wir auch nicht um den heißen Brei rum…objektiv betrachtet und durch keine Ich-mag-nicht-Brille….der Film ist langweilig!!!

170 Minuten Zwergenjagd und Zwergenflucht…nicht mehr, nicht weniger. Gut, man erfährt, wie der Hobbit Bilbo Beutlin an den Ring von Gollum kommt, wem´s interessiert…aber im Ganzen eine fast dreistündige Zeitverschwendung. Kaum glaubt man, dass es endlich spannend wird, da laufen die Darstellernamen über die Leinwand…ENDE…na prima…wird eine Trilogie…aber ohne mich. Entweder schaut man alle oder keinen…oder später mal alle zusammen. In meinen Augen eine reine Abzocke und Geldmacherei! An den viel umjubelten 3D-Szenen konnte ich nicht wirklich Begeisterung aufbringen…hier und da mal…aber längst nicht so intensiv ausgefüllt wie z.B. in Avatar. Für die Namen der Zwerge kann man nichts…man wird aber auch nie wirklich wissen welcher wer ist, Bifur, Bofur, Fili, Kili, Dori, Nori, Ori, Oin, Gloin…und noch weitere. Das positive im Film sind die herrlichen Landschaften Neuseelands, auch in 2D eine Schönheit unserer Natur. Der Film ist in meinen Augen wirklich nur etwas für „Herr der Ringe“-Freunde. „Der kleine Hobbit“ ist ab 12 Jahren freigegeben, Köpfe werden abgetrennt, Schnittwunden mit dem Schwert, abgeschlagener Arm…passt! Ach…und wenn ich schon einmal dabei bin…die Zwerge, der Zauberer und natürlich der Hobbit werden von Riesenadlern in letzter Sekunde gerettet und auf einem Adlerhorst abgesetzt…aber warum ausgerechnet dort? Von hier aus sieht man deren Wegeziel, welchem Sie den ganzen Film lang entgegen flüchten, weit hinten am Horizont. Wie sinnvoll!!! Jetzt müssen 15 Persönchen erst einmal hunderte von Metern in die Tiefe absteigen, anschließend noch geschätzte 40-50km durch dichte Wälder laufen/gehen/flüchten. Warum haben dann die Adler diese lütten Lebewesen nicht gleich näher zum Ziel gebracht? Im Buch können diese sogar sprechen.

Man verlässt das Kino erst einmal mit vielen Fragezeichen im Schädel, wenn man nicht das Buch gelesen hat…2013 und 2014 geht´s weiter.

so kann man´s auch sehen -> hier klicken <-

So schaut´s komplett aus – Die Trilogie:

Im idyllischen Auenland im Westen des fiktiven Kontinents Mittelerde wohnt das menschenähnliche Volk der kleinen, gemütlichen, friedfertigen und sesshaften Hobbits.

Eines Tages taucht der Zauberer Gandalf und in seinem Gefolge 13 Zwerge (Thorin, Bifur, Bofur, Fili, Kili, Dori, Nori, Ori, Oin, Gloin, Balin, Dwalin und Bombur) in der Wohnhöhle Bilbo Beutlins auf, um bei ihm einzukehren. Durch dieses Ereignis stellt sich die bisher wohlgeordnete Welt des Hobbits auf den Kopf. Weil ihn selbst kurz die Abenteuerlust packt, sieht er sich plötzlich zum Meisterdieb ernannt: Er soll den Zwergen helfen, ihren von dem Drachen Smaug gestohlenen Schatz wieder zurückzugewinnen. Als Bezahlung soll er ein Vierzehntel des Schatzes erhalten. Nicht nur, dass für Hobbits die Existenz von Drachen fraglich erscheint und Abenteuer von ihnen verabscheut werden: Der Berg Erebor, in dem der Drache mit dem gestohlenen Schatz lebt, befindet sich noch dazu in einem weit entfernten Land im Osten von Mittelerde. Trotz aller Zweifel und der später immer wiederkehrenden Reue bricht Bilbo zusammen mit den Zwergen und Gandalf nach Osten auf.

Die beschwerliche Reise führt durch unheimliche Landschaften und Gebirge, die von seltsamen Wesen unsicher gemacht werden. An einem Abend, als es schon beinahe Nacht wird und sie beschließen Rast zu machen, bemerken sie, dass Gandalf nicht mehr bei ihnen ist. In einem kleinen Wäldchen entdecken sie einen Feuerschein und schicken Bilbo aus, um den Ort auszukundschaften. Dort sind drei große Trolle dabei, Hammelfleisch zu braten. Sie entdecken Bilbo und fangen die Zwerge ein. Doch bevor die Trolle dazu kommen, ihre Gefangenen zu verspeisen, werden sie von Gandalf überlistet und erstarren schließlich zu Stein, als die Morgensonne aufgeht. Schließlich finden sie die Höhle der Trolle, in der diese ihre Beute versteckt hatten. So kommt Bilbo zu seinem Elbenkurzschwert Stich.

Die Gemeinschaft sucht nach diesem Erlebnis Bruchtal auf, einen Ort an dem Elrond der Halbelb mit seinem Elbenvolk lebt, der in deren Sprache Imladris genannt wird. Dieses Heim wird das letzte Heimelige Haus östlich des Meeres genannt. Dort erfahren sie durch Elrond, dass sich auf der Karte Thorin Eichenschilds, die ihm sein Vater Thrain hinterlassen hatte, eine geheime Inschrift befindet. Sie ist mit Mondrunen geschrieben und lässt sich nur an einem bestimmten Tag lesen. So erfahren sie von der Nebentür in der Flanke des Berges Erebor.

Die Reisegesellschaft macht sich auf den Weg, um das Nebelgebirge zu überqueren. Sie wollen eine Rast einlegen und finden eine Höhle, in der sie übernachten wollen. Dort werden sie jedoch von Orks (im englischen Original meist Goblins genannt) überrascht und gefangen genommen. Der Zauberer Gandalf initiiert einen Fluchtversuch, bei dem Bilbo verloren geht und sich allein in dem Höhlensystem wiederfindet. Gandalf und die Zwerge entkommen den Orks.

In einem abgelegenen Gang findet Bilbo einen Ring und nimmt ihn an sich. Am Rande eines unterirdischen Sees trifft er auf Gollum, ein mysteriöses und listiges Geschöpf, das auf einer kleinen Insel in der Mitte des Sees lebt. Gollum, der den von Bilbo gefundenen Ring vorher besaß, hat dessen Verlust zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht bemerkt. Gollum schlägt Bilbo ein Rätselspiel vor, bei dem er anbietet, Bilbo im Falle eines Sieges den Ausgang aus den unterirdischen Höhlen zu zeigen. Sollte Bilbo jedoch verlieren, hätte Gollum das Recht, ihn zu verspeisen. Letztendlich gewinnt Bilbo das Spiel, Gollum will jedoch sein Versprechen nicht halten, sondern Bilbo trotzdem töten. Unter einem Vorwand fährt er zur Insel zurück, um seinen Ring zu Hilfe zu holen. Erst jetzt bemerkt er den Verlust des Ringes, von dem er besessen ist, und ahnt, dass Bilbo ihn gefunden hat. Voller Wut paddelt er zurück ans Ufer, Bilbo erkennt die Gefahr und flieht. Er stürzt, streift durch Zufall den Ring über den Finger und erkennt so dessen Eigenschaft, seinen Träger unsichtbar zu machen. Er verfolgt Gollum, der ihn verzweifelt sucht, und findet so einen Ausgang aus dem Höhlenlabyrinth.

Bilbo gelangt wieder nach draußen und findet nach kurzer Zeit zu den Zwergen und Gandalf zurück. Leider haben diese ihre gesamte Ausrüstung verloren. Bilbo berichtet von seinem Entkommen, behält das Geheimnis um den Ring und dessen Eigenschaften zunächst für sich und erwirbt sich so den Respekt seiner Gefährten für seine gelungene Flucht. Doch noch sind sie nicht in Sicherheit und müssen vor den von Wölfen unterstützten Orks fliehen, die sie verfolgen. So flüchten sich die Verfolgten auf hohe Kiefern, von wo aus sie durch Feuer heruntergeholt oder verbrannt werden sollen. Doch im letzten Augenblick werden sie durch große Adler gerettet.

Die großen Vögel setzen die Geretteten auf einer Felseninsel im Fluss Anduin ab, die Carrock genannt wird. Von hier aus führt Gandalf sie zu Beorn dem Pelzwandler (dieser hat die Fähigkeit, sich in einen Bären zu verwandeln). Dort ruhen sie sich einige Tage aus, ehe sie ihren Weg mit neuer Ausrüstung, Proviant und Ponys ausgestattet fortsetzen. Sie gelangen zum Nachtwald (auch Düsterwald genannt), von dort aus müssen sie ihren Weg zu Fuß und zudem noch ohne Gandalf, der etwas Dringendes zu erledigen hat, fortsetzen.

Ohne die gewohnte Führung durch Gandalf wandern Bilbo und die Zwerge den endlosen Waldweg entlang, bis ihnen am Ende die Vorräte ausgehen. Schließlich treffen sie auf Riesenspinnen, von denen die Zwerge gefangen, eingesponnen und beinahe gefressen werden. Bilbo gelingt es jedoch, die Spinnen abzulenken und die Zwerge zu befreien.

Verzweifelt und hungrig versucht die Reisegruppe endlich einen Weg aus dem Wald hinaus zu finden. Dabei stoßen sie auf die Waldelben, ein scheues Volk, das in einer Höhlenfestung lebt. Als unerwünschte Eindringlinge werden die Zwerge gefangen genommen und eingekerkert. Immerhin werden sie jetzt wieder mit Nahrung versorgt. Bilbo kann sich mit Hilfe des Rings verstecken und befreit die Zwerge, indem er sie in leeren Vorratsfässern versteckt, die danach durch eine Luke in den Waldfluss gestoßen werden, um sie nach Seestadt (auch Esgaroth genannt) zu flößen. Auf diese Art verlassen sie den Nachtwald wieder.

Diese Art des Reisens behagt den Zwergen wenig und sie sind heilfroh, als Bilbo sie endlich wieder aus den Fässern befreit. In Seestadt wird ihnen unterdessen ein warmer Empfang geboten, weil die Menschen dort an eine alte Prophezeiung glauben, nach der die Zwerge zurückkehren werden und damit der alte Glanz und Reichtum vergangener Tage neu erstrahlen wird.

Nach ihrem Aufenthalt bei den Menschen machen sie sich zum Berg Erebor auf. Die ehemalige Zwergensiedlung darin wird jetzt vom Drachen Smaug als Wohnstätte genutzt. Doch wissen die Zwerge jetzt, dass es eine geheime Nebentür gibt und sie beginnen die Flanke des Berges danach abzusuchen. Durch diese Geheimtür gelangen sie in das Innere des Berges. Mit Hilfe des Ringes gelingt es Bilbo bei einer ersten Erkundung, dem Drachen aus dessen Hort einen goldenen Pokal zu entwenden. Daraufhin gerät der Drache in Rage und sucht nach dem unsichtbaren Eindringling. In seiner Wut zerschmettert er die Bergseite, an der die geheime Tür liegt, und fliegt nach Esgaroth, um die Stadt zu verwüsten, denn er vermutet, dass die Menschen aus Seestadt hinter diesem Diebstahl stecken.

Weil der Ausgang zerstört ist, wagen sich Bilbo und die Zwerge hinunter in die Halle und stellen fest, dass Smaug nicht mehr dort ist. Sie durchsuchen die Halle und begutachten die Schätze, unter denen sich der berühmte Arkenstein befindet, ein Erbstück Thorin Eichenschilds. Zufällig gelangt dieses Juwel in Bilbos Hände, da Thorin ihm erlaubte, sich etwas von dem Schatz als Anteil auszusuchen. Erst später erfährt Bilbo, dass dieser Stein davon ausgenommen war.

Smaug wird in Esgaroth von dem Bogenschützen Bard, einem Nachfahren der alten Könige der zerstörten Stadt Thal (auch Dal), getötet. Dies gelingt nur, weil Bilbo zuvor die einzige verwundbare Stelle am Körper des Drachen gesehen hatte und Bard dies durch eine sprechende Drossel mitteilen ließ. In seinem Todeskampf verwüstet und zerstört Smaug die Stadt und stürzt in den See. Nun sind die Menschen aus Seestadt obdachlos und auf dringende Hilfe angewiesen. Daher begeben sie sich zum Erebor, um die Zwerge um Unterstützung zu bitten.

Währenddessen erfreuen sich Bilbo und die Zwerge am wiedergewonnenen Schatz. Nach dem Tode Smaugs und der Zerstörung Esgaroths kommen die Elben aus dem Nachtwald, die den Menschen von Seestadt helfen wollen, und die Bürger der Stadt vor die Tore der alten Zwergenbinge, um einen Teil des befreiten Schatzes zu beanspruchen, denn Smaug hatte ebenfalls Wertsachen aus Thal dort gehortet. Thorin jedoch verweigert ihnen jegliche Unterstützung.

Bilbo schleicht sich hinaus, um heimlich mit Bard und dem Elbenkönig zu verhandeln. Hierbei verwendet er den Arkenstein, denn er weiß, dass Thorin alles dafür geben würde, dieses Juwel zurückzubekommen. Kurze Zeit später taucht Gandalf wieder auf und versucht Thorin zum Einlenken zu bewegen. Aber dieser ist durch den vermeintlichen Verrat Bilbos nur noch sturköpfiger als zuvor.

Die Zwerge rufen ihre Verwandten zu Hilfe, und bald stehen sich drei Heere am Erebor gegenüber: Elben und Menschen auf der einen Seite, die Zwerge auf der anderen. Aufgrund der Weigerung der Zwerge, den Schatz zu teilen, und wegen ihrer großen Abneigung gegen die Elben kommt es zur Schlacht. Doch nach dem Beginn der ersten Kampfhandlungen nähert sich unerwartet ein riesiges Heer von Orks und macht aus den zuvor verfeindeten Parteien Verbündete in der Not. Gemeinsam mit dem zu Hilfe eilenden Beorn sowie den plötzlich erscheinenden Adlern des Nebelgebirges gelingt es ihnen in der Schlacht der Fünf Heere, die Orks zu besiegen. Thorin Eichenschild, der Anführer der 13 Zwerge, sowie seine Neffen Fíli und Kíli kommen in der Schlacht ums Leben.

Bilbo kehrt nach einer langen Rückreise mit dem Zauberring und je einer Kiste Gold und Silber aus dem Schatz wieder ins Auenland zurück. Dabei besucht er mit Gandalf noch einmal Bruchtal, ehe sie endlich wieder das Auenland erreichen.

In Hobbingen angekommen muss Bilbo feststellen, dass er inzwischen für tot erklärt wurde und man just an diesem Tag dabei ist, sein Hab und Gut zu versteigern. Dies kann Bilbo gerade noch verhindern. Er nimmt, zum Ärger seiner habgierigen Verwandten, der Sackheim-Beutlins, seine komfortable Höhle wieder in Besitz. Von den Hobbits wegen seiner Eskapade fortan misstrauisch beäugt, versucht Bilbo zu seinem gemächlichen Leben zurückzukehren. Das bedeutet für ihn, sechs ausgiebige Mahlzeiten am Tag zu sich zu nehmen, seine Pfeife zu rauchen und außerdem seine Abenteuer in einem Buch niederzuschreiben.