Archiv für die Kategorie ‘Die eine oder andere erlebte Bar-SHORTSTORY von mir’

Es war 2008 als ich mit 2 Mitgliedern aus unserem Cocktailforum Hannover´s wohl beste Bar einen Besuch abstattete. Dazu nehme ich gerne vorweg, das Beide große Kenner der Cocktail-, Bar- sowie Spirituosenszene sind. Für mich hatte der Abend daher einen besonders großen Lern- und Spaßeffekt. Wir setzten uns an den 16m (!) langen Tresen…

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und bestellten von hier aus jeder 3 Cocktails über den Abend. Bewundernd stellte ich fest, das Beide Ihre Bestellungen nach ihren eigenen Wunschspirituosen angaben, auf soetwas war ich bis dato noch nicht gekommen. Erwähnen will ich kurz, dass ich hier meinen ersten Martini bestellt habe…man liebt oder hasst ihn…ich hasse diese Drink, pfui! Aber das lag nicht an der Bar, es ist einfach nicht mein Cocktail. Bei der zweiten Bestellrunde kamen wir auf das Thema Rye-Whiskey, der damals eine Renessaince erlebte und in der „besseren“ Cocktailwelt mittlerweile seinen festen Platz eingenommen hat. Jetzt ging der Abend richtig los…Rye-Whiskey und Scotch…da wurden die Kenner warm und die Bartender nahmen auch an dem Gespräch teil. Philip lief zu großer Form auf und brachte einen 1a-supergeilen Vortrag über Whsiky´s. Die Bartender schnappten sich Stift und Blog und machten sich Notizen (!!), da die Bar in diesem Punkt noch aufrüsten/umrüsten wolle und der Headbartender an diesem Abend nicht zugegen war. Sie wussten, das auf der anderen Tresenseite ein absoluter Kenner sprach. Zeitweise 3 Bartender und 3 Gäste rund um das Thema Whisky, ein unglaublicher Spaß! An dem Abend war ich der Lehrling, der alles an Informationen aufgesaugt hatte…wie auch die Bartender! 🙂

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Oh nein!

Veröffentlicht: 26. März 2013 in Die eine oder andere erlebte Bar-SHORTSTORY von mir
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An diesem Abend war geschlossene Gesellschaft. Für die Bar wurde ein dreiköpfiges Team gebildet. Es war die Feier für eine 18jährige Arzttochter.

Es fing nicht einmal normal an…die Gäste begrüßten sich alle mit Bussi´s auf die Wange…zumindest wie man es halt antäuscht. Hauptsächlich wurden Kir Royal´s auf Eis bestellt…auch wenn es sich hier nicht wirklich um Kir Royal´s handelte! Der feine Unterschied ist zwischen Prosecco und Champagner! Ein Unterschied wie Mailand und Madrid. Und diese Betonung bei der Bestellung „..auf Eis„…furchtbar. Als müsste es jeder wissen. So ziemlich jeder Gast ein Einkaufs-Plastiktäschchen abgestellt. Joop, Hugo, Jil Sander, CK,…naja. Es entstand das Bild, die Leute hätten es die Geschenke soeben erst auf dem Weg gekauft und man müsse sich zudem mit den Aufschriften übertrumpfen.

Der ganze Abend war ein einzigartiges Schauspiel…das war wirklich wie in einem überdrehten Film. Als eine Freundin der Tochter dann ein paar ältere Bilder des Geburtstagskindes präsentierte, da schien förmlich der Schleim zu sprühen…“wie hübsch sie doch aussieht…“. Zumindest wir hinter der Bar hatten eine Auszeit und gleichzeitig eine Menge Spaß dabei. Wer jetzt tatsächlich reich war oder nur so tat…das war schwer zu unterscheiden. Es gab kaum jemand der an diesem Abend normal war. Was uns anging, wir haben ganze Arbeit geleistet. Zum Schluß kam der Herr Doktor Papa und hielt ganz protzig einen 50,-€-Schein in der Hand, den er abwertend und mit einem saublöden Gesichtsausdruck übergab. Ich glaube, dass er diesen Schein ab liebsten behalten hätte…das tat ihm bestimmt weh. Aber gut…50,-€ geteilt durch 3 Leute…an jedem Abend hatte man nahezu mehr als das Doppelte an Trinkgeld bekommen. Aber das war uns egal…wir hatten es geschafft und waren um eine etwas andere Lebenserfahrung reicher!

Es war in der Mini-Bar. Ich stand mit meinem Kollegen hinter der Bar und wir unterhielten uns über klassische Cocktails. Ich sagte ihm vorab, dass ich keine Cocktails nachRezept mixe, wenn der klassische Name dafür auf der Karte steht. Und schon kam eine Bestellung von 2 Mädels….zwei Mai Tai bitte. Ich schaute ihn nur an und er wußte sofort was er zu tun hatte. Als er fertig war sprachen wir weiter und ich erklärte ihm so einiges über den Mai Tai nach Trader Vic.

Dieses Gespräch bekam ein Gast aus München mit, der am Tresen sein Bier trank, und er fragte mich, ob ich ihm so einen Cocktail zubereiten könne. Ihm wäre nach etwas besonderen, nachdem er den ganzen Tag uf der Messe tätig war. Ich sagte ihm dieses zu, gab ihm allerdings zu verstehen, dass der Mai Tai nicht so ein großes Cocktailglas füllt wie bei meinem Kollegen, sondern lediglich die Hälfte eines Tumblers. Während er sich im Hotel nur schnell umziehen wollte bereitete ich einiges vor.

Als er wieder am Tresen saß, bekam er einen richtig leckeren Mai Tai serviert, von dem er sehr begeistert war und nur meinte: „So etwas habe ich noch nie getrunken“ und strahlte über beide Ohren wie ein Kind, das ein neues Spielzeug in der Hand hält. Das hat ihn buchstäblich vom Hocker gehauen. Später wollte er noch einen Longdrink, wobei ich ihm einen Cuba Libre empfahl (er kannte keinen Cuba Libre!). Auch hier war er ganz begeistert. Ein Cuba LIbre ist keine Herausforderung, allerdings sollte man auch hier vernünfte Mengenverhältnisse kennen und auf frischen Limettensaft zurückgreifen. Es entwickelte sich noch ein nettes Gespräch mit ihm und er meinte, er schaue nächstes Jahr wieder vorbei. Ein außerordentlich zufriedener und begeisterter Gast, das hatte etwas besonderes.

Auch diese Shortstory stammt aus der Mini-Bar. Es war eigentlich ein ganz angenehmer Abend, bis ein besonders cooler Checker samt Anhang eintraf. Ganz klar…das muss ein König sein! Sein Freund bestellte 4 LIIT (Long Island Ice Tea), während sich der besondere Gast um die zwei hübschen Mädels kümmerte. Gut. Kurz nachdem die Getränke serviert wurden, kam sein Kumpel erneut zu uns und meinte, das sein Freund sagt, dieses wären keine LIIT, der ja schließlich mit Sprite zubereitet wird! Ich sagte ihm nett, das ich gleich mal vorbeischauen werde. Und da saß er, lässig auf einem Hocker, die zwei Bienen herum, und meinte großspurig das, was mir der Laufbursche bereits mitteilte…nur selbstgefällig und etwas lauter.

In einer freundlich-bestimmten Tonlage erklärte ich ihm den feinen Unterschied zwischen einem Long Island Ice Tea und einen Long Beach Ice Tea, wie als wenn man es einem kleinen Kind verständlich macht. Dabei blickte ich immer mal auf die Damen, die anscheinend ganz amüsiert von der aktuellen Situation waren. Danach sagte ich ihnen, das ich nun vier neue LIIT ohne Zusatzkosten zubereiten werde und ging zurück zur Bar.

Ich habe auch eine gewisse Zeit in einem Club gemixt. Eigentlich der Traum jüngerer Barkeeper, die nicht Wert auf Qualität legen und mehr auf Show und Mädels aus sind. Komisch… ein Bartender scheint eine Art Frauenmagnet zu sein. Es muss etwas magisches haben, oder aber weil der Mann für die Frau arbeitet und ihr Wünsche erfüllt…keine Ahnung. Es gibt Küsse auf die Wange, ein kurzes Streicheln über die Hände,…und wenn es lauter war und man verstand unter der Musikbox die Bestellung nicht, dann beugten sich beide Seiten nach vorne, was das so schon nett ausgeschnittene Dekolette noch knapper erscheinen lies…Leute, Leute…so ne breite Theke und dann noch Musik darüber! 😉

Auf jeden Fall mixte ich lediglich Donnerstags in der Ladies Night! 🙂

Natürlich waren 80-90% der Gäste Frauen und der restliche Prozentsatz bestand aus Jäger. Jeden Donnerstag das gleiche Spiel. Qualitativ nicht gerade meine Welt. Trotzdem waren die Mädels begeistert. Eine fand meine Cocktails so gut, das nur ich ihre Drinks mixen sollte…hatte die einen Durst! Sie fragte mich noch, ob ich nicht Lust hätte in dem Laden ihres Vater´s zu mixen, was ich jedoch dankend ablehnte. In der Woche nachts nebenberuflich nach Celle und zurück…nee.

Bald darauf tauschte ich im Club-Nachtleben wieder vollends die Tresenseite.

Im Sommer finde ich einen Blue Lagoon ganz nett zur Erfrischung und so bereitete ich vor einem Fussballspiel meiner 96er für meine Freunde eine Runde Blue Lagoon´s vor. Wirklich alle haben mit einem leicht komischen Gesichtsausdruck, ohne etwas zu sagen, ausgetrunken und ich fragte mich, warum der heute so nach Medizin schmeckt. Am nächsten Morgen entschuldigte ich mich bei jedem einzelnen…ich hatte 7up light aus Versehen eingekauft und nicht bemerkt…und das war der feine aber ekelige Unterschied!