Archiv für die Kategorie ‘6 FRAGEN an …. / KURZINTERVIEWS mit …’

Hallo Sven, ich fand deine Anekdote über dich sehr interessant und es zeigt auf, wie schnell ein Traum platzen kann. Danke, dass du dir für das Interview Zeit genommen hast.

  • Du hast in den 80ern als großes Talent bei Holstein Kiel für Aufsehen gesorgt. Wer hat dich damals entdeckt und wie verlief es am Anfang?

Hallo Frank .. ich hatte seit der C-Jugend immer in der Schleswig-Holstein-Auswahl gespielt , mit der wir uns auch immer heiße Duelle mit Niedersachsen und Herrn Dammeier geliefert hatten, der Detlev Dammeier (ehem. Profi bei Hannover 96) war mein Jahrgang, somit war man natürlich im eigenen Verein aufm Zettel für evtl. höhere Aufgaben 🙂

Aber entscheidend war natürlich, dass der damalige Liga-Trainer Michael Lorkowski (u.a.Trainer bei Hannover 96, St. Pauli) mich schon mit 17 Jahren in die Liga geholt hat. Ich habe dann zur Rückrunde ´86 die Vorbereitung komplett bei der 1.Mannschaft mitgemacht und habe in meinen ersten beiden Puntspielen jeweils 1 Tor erzielt , zudem noch beide Spiele gewonnen und schon hatte man einen Lauf. Ich war ab dem Zeitpunkt immer in der Startelf und habe fast alle Rückrundenspiele durchgespielt .. wir haben die Aufstiegsrunde zur 2.Liga leider sehr knapp verpasst.

  • Hattest du Angebote von Bundesligavereinen vorliegen?

3 Kontakte gab es zu Bundesligavereinen : HSV , Dortmund und Bayern München / beim HSV war damals Erich Ribbeck Sportdirektor , den hatte ich persönlich damals in Kiel am Telefon, er wollte sich mit mir treffen beim jährlichen Hallenturnier in Kiel, was aber nicht zustande kam / Bayern München rief auch bei uns zu Hause an und hatten damals meine Mutter dran , aber Sie sagte zu wem auch immer ( vielleicht war es Uli ? ) ..“der Jung soll man erstmal hier seine Schule zu Ende machen“ . Komischerweise hat sich dann von den Bayern nie wieder jemand gemeldet 😦  und dass es einen Anruf gab, hat sie mir leider erst 1 Jahr später gestanden / zum BVB bin ich eingeladen worden zu einem persönlichen Treffen in Dortmund , zudem war das Spiel BVB – 1.FC Köln angesetzt , was wir dann erstmal geguckt haben . Danach wurde ich in den VIP-Bereich geleitet ( Frank Mill u. Norbert Dickel kennengelernt ) und dem damaligen Sportdirektor von Köln Udo Lattek als neues Talent vorgestellt .. das war schon Wahnsinn .. ich saß dann neben ihm und wir haben die Sportschau geguckt , wo er oben auf dem Monitor ein Interview gegeben hatte. Wir haben letztendlich vereinbart , dass der BVB mich gern verpflichten möchte, sofern ich noch eine Zeit eine konstante Leistung in der 3.Liga bringe.

  • Du hast mir mal erzählt, dass du einst dem großen Udo Lattek als Talent vorgestellt wurdest. Wie kam es dazu und wie war es?

siehe oben

  •  Bei welchem Verein hättest du am liebsten gespielt?

Damals hätte ich mich sicher für den BVB entschieden, weil die auch 1 Jahr nach meiner Verletzung immer noch angerufen haben und gefragt haben, wie es mir geht – die haben sich wirklich gekümmert und es war ein wirklich enger Kontakt .. naja aber vom Bayern-Anruf wusste ich ja nichts 🙂

  • Woran lag es, dass du kein Profi-Fußballer wurdest?

Nach Ende der Saison in der 3.Liga war ich ja immer noch A-Jugend-Spieler und die Saison war dort noch nicht zu Ende . Ich hatte große Lust mit meinen alten Kumpels und jahrelangen Freunden noch ein paar Punktspiele zu bestreiten . Ich war so fit und hab nie gedacht, mal vielleicht etwas kürzer zu treten. Es ist dann doch ein sehr kurzer Moment, der über eine Karriere entscheiden kann. Ich hab mir kurz vor Ende eines Spieles bei einem ganz normalen Pressschlag, bei dem weder der Gegner noch ich zurückgezogen hatten, einen Ermüdungsbruch im Knöchel zugezogen, bei dem noch alle Bänder ziemlich in Mitleidenschaft gezogen wurden.

Ich musste nach der Regeneration eine Ledermanschette an meinem rechten Fuss tragen, die mich total behinderte … ich hatte keinen vernünftigen Schuss damit und die Pässe als Mittelfeldspieler kamen dann auch nicht mehr so auf den Punkt.

Dann hatten wir 1987 ein Freundschaftsspiel in Kiel gegen den 1.FC Köln mit Jürgen Kohler und Icke Hässler. Lorkowski sagte vor dem Spiel zu mir, dass ich sowieso nicht mehr lange in Kiel sei, wenn ich in diesem Spiel nur genauso spiele, wie die letzte Saison .  Ich hab die Manschette weggelassen …

Nach 31 Min. war Schluss , ich wurde ausgewechselt , weil ich mit dem rechten Fuss umgeknickt war ! Es folgte ein ständiges Auf und Ab gut 1-2 Jahre lang, bis ich einfach gesehen habe, dass ich die Leistung wie vorher nicht mehr bringen kann und bin 1 Klasse tiefer gewechselt in Kiel, wo Bernd Brexendorf als Spielertrainer tätig war.

  • Wärst du lieber heute Fußballer oder war früher alles besser?

Ich wäre damals gern Profi-Fußballer geworden, allein schon wegen der heute so extremen Medienpräsens .

Ich danke dir für deine Story und viel Glück für die Zukunft.

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Ich sah ihn die ersten Male bei Konzerten in Hannover arbeiten, seine Bilder später auf Internetplattformen. Klar…da wurde meine Neugierde geweckt.

1. Frage: Hallo Thorsten, wie bist du dazu gekommen Insbesondere Musiker zu fotografieren?
Nun ja wie das meiste im Leben: Zufall ☺ Ich kannte halt eine Band. Habe dann die oft zu Contests begleitet und fotografiert. Wie das dann mal so ist treten die auch schon mal als Vorband auf. Da lernt man halt noch andere Bands kenn die wollten dann auch mal ein Bild und so weiter und so fort. Bands werden bekannter die Auftritte grösser…
Auf Neu-Deutsch B2B. Macht ja auch Spaß dann Arbeit mit Vergnügen zu kombinieren.
2. Frage: hattest du schon einmal einen Auftrag wo es wie verhext war und kaum oder gar keine guten Fotos gelangen?
ohja solche Moment gibt’s oft. Neee Scherz beiseite, natürlich gibt’s Momente wo man sich fragt was war das denn heute. Boar das ist alles so schlecht geworden. Zuhause am Rechner dann… Sieht doch gut aus was habe ich da vorn hin nur gesehen. Aber ich hatte aber wirklich mal einen Fall wo ich dann alle meine Sachen wieder eingepackt habe und der Band sagte „sorry bei dem Teelicht geht gar nichts und ein Blitz würde alles kaputt machen“ Bzw kaputter ging ja gar nichts mehr. Das ganze Lichtequipment der Eventlokation bestand aus 2 nein es waren 3 gefärbte .Glühlämpchen. 2 rot und ein grün…. Zum Schluss noch etwas Blau, aber das lag daran das die Polizei vorgefahren war ,um ein Gast der seine Getränke nicht bezahlte mitzunehmen. Die Beamten mussten dann auch noch die Gage für die 3-4 Bands einfordern, die der Veranstalter nicht rausrücken wollte. War ein sehr interessanter Abend…

3. Welcher Auftrag war für dich was ganz besonderes?
Jeder ist besonders, da man nie so genau weiß was einem erwartet. Aber jeder Fotograf hat eine geheime Liste die er versucht für sich ab zu arbeiten. Aber zur Zeit denke ich „Korn“ da war ich fast 8 Jahre hinterher die vor die Linse zu bekommen. Hat dann ja auch auf dem Open Flair 2012 geklappt.

4. Gab es Künstler, bei denen du ein ganz anderen Eindruck gewonnen hast als aus den Medien?
Wie du schon sagst es sind Künstler, die eine Marke / Image nach Außen tragen. Unterhalter , Schauspieler und alle sind hinter der Bühne wie du und ich.
Aber kann sagen das der Graf ( Unheilig ) ein ganz ehrlicher netter Mensch ist und sein Mainstreamimage, welches ihm angehängt wird, nicht gerecht wird. Das liegt nicht an ihm sondern an anderen Leuten hinter den Kulissen.

5. Welchen Musiker oder Star würdest du gerne mal mit der Kamera begleiten?
Meine geheime Liste ist fast schon durch, fehlen nur The Police, The Roling Stones ( bei den habe ich ja noch Hoffnung, wenn Sie dann mal wirklich eine letzte Tour machen ) . Gibt noch wirklich den einen oder anderen, aber das sind meist schon die größeren, wo man nur ran kommt, wenn das richtige Vitamin hat. Ach ja die Christina Stürmer. Ja ehrlich, irgendwie schaffe ich es nicht. Wenn Sie hier rum düst bin ich gerade wo anders und umgekehrt .. Find sie niedlich

6. Du begleitest nach wie vor auch „kleinere Bands“….wo ist da der Unterschied…ist es persönlicher, ist man doch noch dichter dran?
Was heißt kleiner Bands ?? Noch nicht so bekannte ? Das sind die Stars von morgen, die muss man sich warm halten. Nein die sind meist froh das sie Bilder bekommen, wenn sie noch nicht so bekannt sind. Das merken sich schon die einen oder anderen und wenn sie mal bekannter sind …. Aber meist ist es auch das man sie so mag, ihre Musik, Art oder Einstellung. Aber meist sind es gute Freunde geworden und es macht Spaß sie bei einem Teil ihrer Reise zu begleiten….
Es gibt keine kleinen Bands. es gibt nur gute oder schlechte Musik.

Und du findest mich immer bei der guten ………

Thorsten, ich danke Dir, wir sehen uns.

Thorsten Knottek / www.darkshots.de

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Wer auf geilen Rock der 80er steht, Oldschool-Rock von unter anderen Ozzy, Skid Rowe, AC/DC, Judas Priest und Kiss, der kommt an dieser starken Coverband kaum vorbei. Als fragte ich bei Arno, dem Sänger der Band, an.

1.
Wie seid ihr auf euren Namen Turbolovers gekommen?

Den haben wir uns hart nach jedem Gig im Backstage erarbeitet…
2.
Ihr covert die 80er Jahre Hits. Gefällt euch aktuelle Chartmusik?

Welche Charts?

3.
Ihr spielt zum zweiten Mal in diesem Jahr gemeinsam mit Cosmic Tribe einen Gig…was verbindet euch?

Die Charts

4.
Hattet ihr mal das Gefühl…wow, das war ein ganz besonderes Konzert?

Der in der FKK Villa

5.
Mit wem würdet ihr gerne einmal auf der Bühne stehen? Billy Idol, Ozzy oder Deep Purple?

Ozzy

6.
Wo kann man euch nächstes Jahr live sehen und wie geht’s mit euch weiter?

Wir hoffen auf das Wacken (und das ist ernst gemeint)

Danke Arno, wir sehen uns dann kommenden Freitag beimGig im Lux.

 

Die Webpräsenz der der spaßigen Combo: www.turbolovers.de

 

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Didier Ya Konan…wer kennt ihn in Hannover nicht? Bis letzte Saison noch Stürmer unserer 96er, Symathieträger, Nationalspieler der Elfenbeinküste. Einsatzwille, Kampf- und Laufbereitschaft sowie tolle Tore zeichnen ihn aus und dabei schoss er in 125 Bundesligaspielen 39 Tore. Diesen Sommer wechselte er ablösefrei nach Saudi Arabien zum Spitzenclub Al-Ittihad. Um so glücklicher war ich, als ich eine Interviewzusage von Didier bekam.

1.
Dear Mr. Konan, how do you feel in Saudi Arabia?

I feel really Good by the Grace of GOD

2.
How is the football there?

The football here in Saudi is getting better and better even if it s not a Top League like Germany or England.

3.
Who is the best striker you played with in your career?

Naturally Drogba

4.
A lot of fans in Hannover miss you. We believe you had a good time here. Do you miss Hannover and the german league sometimes?

Yes of course i miss sometimes Hannover with the great fans and the Bundesliga also i have to say that i had the greatest moments in Germany in my career !! So i hope that one day i ll go back there !!

5.
How is your new club?

My new club Al-Ittihad is the best club here in Saudi Arabia with the greatest Fans in Saudi with a nice new Stadium around 60.000 places. It s amazing here in Jeddah.

6.
What will you do after your career…something with soccer?

by the Grace of GOD i ll always stay in the football. At the Moment i have a football Center Formation and a 3rd Division club in my Country.

Many thanks Mr. Konan, it was a pleasure for me.

Thank u and i wish all the best for hannover96 in this Season !!

 

Übrigens…Didier schoss heute das 1:0 beim 2:1 Sieg seines Clubs

 

Momente unserer Welt ausdrucksstark und in überwiegend schwarz-weiß Bildern festhalten…das ist die Arbeit und Berufung von Laura Saffioti. Als Fotografin bereist Sie die Welt und zeigt uns Bilder, die uns weltfremd erscheinen und gerade deshalb in den Bann ziehen und zum Nachdenken anregen.

www.laurasaffioti.com 

laurasaffiotistreet.wordpress.com

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Frau Saffioti, vielen Dank, dass Sie sich für dieses Interview Zeit genommen haben.

Frage 1:

Fotografieren und Reisen. Ist das ein Traumberuf?

Meine grosse Leidenschaft waren schon immer Reisen in ferne Länder und das Kennenlernen und Auseinandersetzen mit fremden Kulturen.

Für mich ist es der absolute Traumberuf.

 Frage 2:

Wie viele Kameras nehmen Sie auf einer Reise mit?

Auf meinen Reisen nehme ich meistens 2 Kameras mit.

Eine Canon 5D MK III und eine Leica Monochrom.
 Meine Lieblingsobjektive sind die 50 mm Objektive von Zeiss und das 135mm. Für mich ist Schwarz/Weiss Fotografie wichtiger als Farbe. 2 Kameras sollte man immer dabei haben. 

Frage 3:

Ihre Fotos zeigen das einfache Leben. Wieso diese Bilder und wie sind Sie darauf gekommen?

Wie jeder Street-Fotograf bin ich auf der Suche nach echten Geschichten, die die Strasse erzählt. Meine Bilder sind nicht gestellt und deswegen fotografiere ich am liebsten das einfache Leben in fremden Kulturen. Für mich ist das momentan sehr spannend. Das so genannte „einfache Leben“ zeigt die Dramatik des Alltags. 

Frage 4:

Wie finden Sie ihre Motive und wie bereiten Sie sich darauf vor?

Vor einer Reise setzte ich mich natürlich mit dem Reiseort auseinander und informiere mich aus Büchern und dem Internet.

In der Street/Reportage Fotografie kann man leider weder planen noch konstruieren, deswegen muss man sehr viel Zeit und Ruhe mitbringen.

Meine besten Motive sind bisher beim ziellosen Erkunden der Stadt entstanden. 

Frage 5:

Was ist noch in Planung und was wollen Sie unbedingt noch fotografieren?

Dieses Jahr plane ich noch eine Reise nach Afrika, um eine Hilfsorganisation fotografisch zu unterstützen. Auf meiner Reiseliste stehen des weiteren noch Bhutan, Myanmar, Vietnam und Japan.

Frage 6:

Gab es eine Reise, die etwas ganz besonderes war bzw. in besonderer Weise beeindruckt hat?

Beim Fotografieren einer Zeremonie in Indien (Kumbh Mela) hat mich unerwartet eine Priesterin in den Ganges gebeten und mich gesegnet. Die unbeschreibliche Ehre hat einen mehr als gewaltigen Eindruck bei mir hinterlassen.

Vielen Dank noch einmal und wir freuen uns auf die nächsten Bilder. Gute Reisen.

Hallo Frank, ich darf doch unter Frank´s beim „Du“ bleiben?

Das Du ist total okay. Gehört sich auch so unter Sportlern.

Bevor es zur B-WM nach Serbien geht, habe ich noch ein paar Fragen an den Käpt´n der deutschen Nationalmannschaft  🙂

Frage 1/ Hallo Frank, in ein paar Tagen startet die B-WM in Serbien. Wie schneidet Deutschland ab und wer ist Favorit?

Die Favoriten sind aus meiner Sicht Russland, Schweden und wir. Unser Ziel ist es das Turnier zu gewinnen und somit wieder in den A-Pool aufzusteigen.

Frage 2/ Was zeichnet unsere Nationalmannschaft besonders aus und was muss noch verbessert werden?

Unser Team zeichnet der unbedingte Einsatzwille aus. Jeder gibt von der ersten bis zur letzten Sekunde 100% und möchte unbedingt wieder in den A-Pool.

Zu verbessern gibt es nur Kleinigkeiten, wie z.B. das Zusammenspiel in den Reihen. Diese ist durch die Tatsache, dass wir bei den Trainingslagern kaum mal mit der kompletten Mannschaftsstärke anwesend waren, noch nicht perfekt.

Frage 3/ Wann spielt Deutschland wieder bei der A-WM gegen die ganz großen Nationen? 

Wenn wir unser Ziel den direkten Wiederaufstieg schaffen (wovon ich zu 100% ausgehe!), dann werden wir nächstes Jahr im April in Südkorea wieder bei der A-WM am Start sein und uns mit den Top-Nationen messen. Dort werden wir alles dafür geben, uns für die Paralympics in Sotschi 2014 zu qualifizieren.

Frage 4/ Wann sehen wir bei den Paralympics wieder ein deutsches Sledgeeishockey-Team ? Die letzte Teilnahme im Sledgeeishockey war 2006 in Turin und da wurde man überraschend Vierter. 

Wenn alles gut läuft, werden wir in Sotschi 2014 wieder dabei sein. Und wer weiss, vielleicht können wir ja wie in Turin für die eine oder andere Überraschung sorgen.

Frage 5/ Du spielst bei der Spielgemeinschaft Bremen/Adendorf. Wann geht der erste Meistertitel an die Spielgemeinschaft?

Das lässt sich schwer sagen, wir hatten einige personelle Veränderungen inklusive Trainerwechsel in unserem Team vor dieser Saison. Da dauert es ein wenig bis alle Automatismen greifen und jeder die Spielphilosphie des neuen Trainer verinnerlicht hat. Mit dem Serienmeister aus Langenhagen und Köln gibt es zwei starke Gegner um den Meistertitel. Daher wage ich derzeit noch keine Prognose, wo wir am Ende der Saison in der Tabelle landen werden.

Frage 6/ Was muss noch im deutschen Sledgeeishockey verbessert werden, um wieder in der Weltspitze dabei zu sein?

Wir benötigen vor allem mehr Teams und mehr Spieler. Denn nur durch mehr Auswahl kann man zum Beispiel verletzungbedingte Ausfälle kompensieren. Was derzeit durch die geringe Kaderbreite nur schwer möglich ist.
Eine weitere Baustelle ist der Sponsoringbereich, denn ohne Finanzielle Unterstützung sind Trainingslager und Reisen zu internationalen Turnieren schwer zu bezahlen.

Danke Frank. Ich wünsche Dir und dem Team alles Gute & viel Glück.

Frank ist 23 Jahre alt und absolviert derzeit eine Ausbildung zum Veranstaltungskaufmann in Hamburg. Seit 2001 spielt er erfolgreich Sledge-Eishockey

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Jürgen Baier war 1985/86 Profi bei unseren „Roten“ und war bei 31 Einsätzen einer der Pfeiler des damaligen Teams in der 1. Bundesliga.

Herr Baier, vielen Dank, das Sie sich für das Interview Zeit genommen haben. Zur ersten Frage.

1. Herr Baier , wie geht es Ihnen und was verbindet Sie heute noch mit Fussball?

Danke, mir geht es sehr gut. Mich verbindet heute noch eine Menge mit Fußball. Zum einen bin ich Trainer der Landesligamannschaft SV Erlenbach a. Main, zum anderen betreibe ich eine Fußballschule in Aschaffenburg.

Vor meiner Trainertätigkeit beim SV Erlenbach war ich 6 Jahre bei den Offenbachern Kickers als Trainer. Zuerst 4 Jahre in der Jugendabteilung der A-Junioren (Bundesliga), wo ich Spieler wie Benjamin Baier, Sebastian Rode und Tufan Tusenoglu raus brachte. Danach war ich noch zwei Jahre in der U-23 als Trainer aktiv. Auch war ich  zu dieser Zeit DFB-Stützpunkttrainer (1999-2005, darunter Spieler wie Daniel Baier, Heiko Westermann, Marcel Schäfer, Ivo Ilicevic, Heidinger, Matthias Schwarz, Björn Ziegenbein, Stefan Schröck…)

Wenn es die Zeit erlaubt, schaue ich gerne meinen Söhnen Daniel (FC Augsburg) und Benjamin (SV Darmstadt 98) zu. Also wie sie sehen, mich verbindet noch eine ganze Menge mit Fußball.

2. 1985/1986 haben Sie für unsere Roten in der 1. Bundesliga gespielt. Warum nur ein Jahr?

Ich wäre sehr gerne weiterhin in Hannover geblieben, aber es sollten einige Spieler verkauft werden, unter anderem weil der Verein Geld gebraucht hat. Eigentlich war ich nicht unter denjenigen Spielern die verkauft werden sollten, jedoch ist der Trainier im Trainingslager in der Schweiz an mich heran getreten. Nachdem ich dann im Vorbereitungsspiel nicht von Anfang an spielen durfte, habe ich mir meine Gedanken gemacht. Da Horst Heese, der mich bereits bei der Fortuna trainiert hatte zu diesem Zeitpunkt in Aschaffenburg Trainer war, bin ich dann dorthin gewechselt. Vielleicht war es im Nachhinein eine zu schnelle Entscheidung, trotz allem bin ich meinen Weg immer gegangen.

3. Welche Eindrücke sind Ihnen aus dieser Zeit geblieben und verfolgen Sie noch heute das Geschehen der 96-er?

Ich habe viele Eindrücke in diesem Jahr gewonnen. Zum einen die Stadt, die etwas ganz Besonderes ist, aber auch die Fans und Leute in Hannover, die immer hinter uns gestanden und uns auch bei einer Niederlage gefeiert haben. Was mir immer in Erinnerung bleibt, ist Werner Biskup. Er war ein toller Trainer und sicherlich musste der Verein damals so handeln und sich gegen ihn entscheiden. Jedoch hab ich eine Mannschaft selten so traurig gesehen, denn für uns Spieler musste damals eine ganz wichtige Person –  unser Trainer gehen. Danach schien alles innerhalb der Mannschaft zu zerbrechen. Werner Biskup ist ein toller Mensch und war für uns alle ein ganz besonderer Trainer.

4. Sie hatten viel prominente Trainer, unter anderm Jürgen Sparwasser, Jörg Berger, Werner Biskup, Horst Heese, Dieter Renner, Uwe Klimaschewski. Unter welchem Trainer haben Sie besonders gerne gespielt und warum?

Alle Trainer waren auf ihre Art schon was Besonderes. Werner Biskup, weil er mich in die Bundesliga geholt hat.  Von Horst Heese und Dieter Renner wurde ich zweimal in verschiedenen Vereinen trainiert, zudem waren die beiden  menschlich und fachlich sehr gut.

5. Sie waren mit Fortuna Köln im legendären DFB Pokalfinale gegen den 1. FC Köln dabei. Welche Momente sind unvergesslich geblieben. Vielleicht die vielen Zweikämpfe mit Pierre Littbarski?

Es waren unvergessliche Momente, zuerst dass wir im Halbfinale gegen Borussia Dortmund 5:0 im Südstadion gewonnen haben und somit das Pokalfinale gegen den großen FC bestreiten durften. Es war für alle ein besonderes Erlebnis. Die ganze Stadt hat gebebt.

Eine Woche bevor das für uns alle so erwartete Spiel stattfand, konnte ich nicht mehr laufen. Ich hatte Schmerzen im Knie und ich dachte der Traum im Finale mitwirken zu können platzte. Donnerstags vorm Spiel musste ich bereits dem Trainer fürs Spiel absagen und war kurz zuvor heim nach Nürnberg zu fahren.

Doch das wollte ich mir nicht entgehen lassen und so stand ich freitags auf dem Platz zum trainieren. Ich wollte dabei sein, egal wie.

Ein Tag später, am Samstag war es dann soweit, das Spiel fand statt. In der ersten Halbzeit hätten wir bereits das Spiel für uns entscheiden müssen. Viele Chancen blieben aus und somit stand es zur Halbzeit 0:0.

Die zweite Halbzeit folgte. Keiner hatte so wirklich große Chancen. Dann folgte die 65. Minute, Pierre Littbarski stand richtig, ich war bereits schon wieder in der Vorwärtsbewegung und so viel unglücklich das 1:0 für den großen FC. Mit diesem Ergebnis endete auch das Spiel.

60.000 Fans jubelten uns zu und feierten uns kleine Fortuna, denn jeder war stolz auf unsere Leistung.

Trotz der Niederlage war es für jeden einzelnen Spieler ein besonderes Ereignis. Das Feiern mit unzähligen Fans, die Stimmung, all das wird uns allen in ewiger Erinnerung bleiben.

6. Ihr Söhne sind auch Fussballprofis geworden. Daniel spielt beim FC Augsburg, Benjamin bei Darmstadt 98. Sind Sie noch im Stadion anzutreffen?

Wenn ich mit meiner Mannschaft SV Erlenbach kein Spiel habe und es die Zeit zulässt bin ich ab und an sowohl in Augsburg als auch in Darmstadt bei meinen Söhnen im Stadion. Ansonsten versuche ich die Spiele im Fernseher zu verfolgen.

Hierbei ist zu erwähnen, dass ich es sehr schön finde, dass wir als ehemalige Spieler jährlich eine Einladung ins Stadion von Hannover 96 bekommen, die ich, wenn es zeitlich möglich ist, wahrnehme.

Ich bedanke mich nochmal und wünsche Ihnen alles Gute für die Zukunft.